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Opfer des Klimawandels 1: die Zwergblässgans

  • Darf ich vorstellen? Die Zwergblässgans (Anser erythropus), Europas seltenste Gänseart. Mit einer Länge von etwa 60 Zentimetern ist sie deutlich kleiner als die „gewöhnliche“ Blässgans. Doch auch ein dunkleres Gefieder und ein gelber Augenring zählen zu den charakteristischen Merkmalen dieser Wasservogelart. Beheimatet sind sie in Taiga und Tundra, ihr Verbreitungsgebiet zieht sich von Skandinavien bis nach Sibirien. Allerdings handelt es sich bei den Zwergblässgänsen um Zugvögel, die im Winter in den Süden (Mitteleuropa) ziehen. Dabei kann man ihre Schwärme auch in der charakteristischen V-Formation beobachten. Die Gänse halten sich häufig in der Nähe großer Pflanzen fressender Säugetiere auf, da sie die gleiche Ernährungsweise pflegen, denn Zwergblässgänse sind Grasfresser, genauso wie Moschusochsen und andere große Tundrabewohner. Von Mai bis Juni zieht sich bei dieser Gänseart die Brutzeit. Dann suchen sich die Gänseeltern eine feuchte Zone, in die dann später fünf bis sieben Eier gelegt werden. Bebrütet werden sie ausschließlich von der Mutter, und zwar etwa 25 Tage, dann schlüpfen sie auch schon und genießen ein Jahr lang den vorbildlichen Schutz der Eltern, die dabei häufig auch die Hilfe des Schwarmes beanspruchen. Danach haben die Kleinen bereits ihre Mauser durchlaufen und sind auch in der Regel in einen Schwarm integriert, doch dennoch steht es nicht gut um sie…

    Die Population der Zwergblässgans ist seit dem letzten Jahrhundert drastisch zurückgegangen. In Skandinavien schrumpfte der Bestand in dieser Zeitspanne um etwa 95%. Weltweit gibt es derzeit noch etwa 30.000 Gänse. Die illegale Jagd hat wohl erheblich zum Rückgang beigetragen, doch Experten sind sich heute sicher, dass nicht die Bejagung allein für die problematische Lage dieser Gänseart verantwortlich sein kann. Viele sehen nun auch im Klimawandel erhebliche Verantwortung. So ist die boreale Taiga als Lebensraum derzeit stark bedroht, da es dort immer wärmer und vor allem immer trockener wird. Wenn nun der extreme Anstieg con CO² nicht langsam aber sicher gebremst wird, dann wird es in der Taiga womöglich irgendwann nicht mehr genug Feuchtigkeit geben, um Tiere und Pflanzen am Leben zu halten…
     

    Dies war ein Beitrag aus der Reihe „Opfer des Klimawandels“ (http://www.wwf-jugend.de/community/artikel/neue-berichtreihe--opfer-des-klimawandels-;2838)
     

    Text: Rhino (Maxim Podobed)
    Bilder: Wikimedia Commons

Kommentare

3 Kommentare
  • Gluehwuermchen
    Gluehwuermchen Informativer Bericht! Ich wusste bis dato gar nicht, dass auch Gänse schon so gefährdet sind...erschreckend...
    18. Juli 2011
  • Bienenkoenigin
    Bienenkoenigin daran merkt man mal wieder, wie empfindlich das ganze Ökosystem und wie viel schon jetzt die kleine erwärmung ausmacht! wirklich informativer text ;)
    18. Juli 2011
  • anni95
    anni95 JA ih kann den Bericht öffnen. Die arme Gans :O
    22. Juli 2011