Berichte

Der achte Kontinent

  • Jährlich werden 250 Millionen Tonnen Kunststoff hergestellt, womit die Kunststoffindustrie 800 Milliarden Euro Umsatz macht.

    Pro Jahr werden aber auch 6,4 Millionen Tonnen Kunststoffe in die Weltmeere entsorgt.
    Dadurch befindet sich in den Weltmeeren inzwischen sechsmal so viel Plastik wie Plankton.

    Kunststoffe brauchen lange, um zersetzt zu werden, bis zu 500 Jahre. Stattdessen sinkt schwerer Müll zunächst auf den Meeresboden, während leichterer (wie die meiste Kunststoffe) in immer kleinere Teilchen zerfällt. Meeresströmungen verteilen diesen Müll über die gesamte Erde. Er wird an Küsten angeschwemmt, an manchen Stellen im Meer sammelt er sich, und es entstehen gigantische Müllhalden.

    Meerestiere und Vögel verwechseln die kleinen Plastikteile mit Plankton und fressen oder verfüttern sie an ihre Jungen. Die scharfen Kanten verletzten die Tiere von innen, oder sie verhungern, weil das Plastik zwar den Magen füllt, aber natürlich nicht verdaut werden kann. Viele Tiere verfangen sich auch in alten Fischernetzen oder anderen Kunststoffteilen. Über 1 Million Seevögel und 100 000 Meeressäugetiere und Schildkröten sterben aufgrund der Vermüllung.


    Und selbstverständlich landet diese Verschmutzung wieder bei uns: Dank der Nahrungskette, dessen Ende wir sind, findet sich Plastik in unserem Essen und lässt sich bereits zu sehr kleinen Teilen in unserem Blut nachweisen.

    Kunststoffe enthalten giftige chemische Verbindungen, wie z.B. den Plastikgrundstoff Bisphenol A. Noch ist es nicht bewiesen, doch er steht im Verdacht, das Hormonsystem massiv zu stören. Verwendet wird er - unter anderem - ausgerechnet in Babyfläschchen & Schnullern. Zudem ist er nicht fest im Material eingebunden, was bedeutet, dass er sehr leicht aus dem Plastik in den Menschen gelangt.

    Im Wasser entsteht auch eine neue Gefahr: wasserunlösliche Gifte wie DDT oder PCB docken an die kleinen Plastikteilchen und erhöhen so an einzelnen Stellen ihre Konzentration.

    Was man tun kann
    - Auf jeden Fall den Müll trennen;
    - Darauf achten, dass der Müll recycelt wird und nicht gar verbrannt(!);
    - Mehrwegflaschen den Einwegflaschen vorziehen – Glas ist besser als Plastik, dickes Plastik ist besser als dünnes, vor allem solche Flaschen, die geschreddert werden, sollten gemieden werden;
    - auch bei anderen Produkten, Milch zum Beispiel, Glas den Kunststoffverpackungen vorziehen;
    - Stofftüten, Taschen etc. statt Plastiktüten verwenden (Plastiktüten können auch mehrmals verwendet werden;)


    Links gegen Plastik & Umweltverschmutzung

    Die EU überlegt, ob Plastiktüten verboten oder ob sie besteuert werden sollen. Dazu gibt es eine Befragung im Internet noch bis zum 8. August. Unbedingt weiterempfehlen!
    Direktlink zur Abstimmung:
    http://ec.europa.eu/yourvoice/ipm/forms/dispatch?form=PLASTICBAGS

    Link zur übergeordneten Seite: http://ec.europa.eu/environment/consultations/plasticbags_en.htm

    Andere laufende Umfragen:
    http://ec.europa.eu/yourvoice/consultations/index_de.htm
    (bestimmt sind Themen dabei, die einen interessieren, und ich finde, solange man noch die Möglichkeit hat, ein bisschen mitzureden…)

    http://www.plastic-planet.at/index.html
    http://www.plastic-planet.de/
    Zum Film muss man sagen, dass der Regisseur Werner Boote sehr im Vordergrund steht. Er selbst wird als Beispiel für ein Leben mit Kunststoffen herangezogen, und er wird untersucht, um herauszufinden, ob Plastik sich negativ auf unsere Gesundheit auswirkt. Das hat mir weniger gefallen, da es in dem Film doch allgemein um die Auswirkungen des Plastiks gehen soll, nicht um Herrn Boote. Trotzdem, der Film ist informativ, spannend und abwechslungsreich. Er klärt eher auf, als dass er Lösungsvorschläge macht, was aber wohl daran liegt, dass es noch nicht viele Alternativen zu Plastik gibt.

    Quellen

    natur & heilen; Ausgabe Juli 2011; ISSN 0932-3503; Hrsg. Hansjörg Volkhardt; „Die Vermüllung der Meere“, S.44 – 51.

    http://de.wikipedia.org/wiki/Great_Pacific_Garbage_Patch

    http://www.plastic-planet.at/index.html
    http://www.plastic-planet.de/

    http://www.umweltbundesamt.de/gesundheit/telegramm/Ausgabe04-2008.pdf

    http://www.n-tv.de/wissen/a-z/Muell-im-Meer-article327317.html

    Bilder:http://www.aphotoeditor.com/wp-content/uploads/2009/10/chrisjordan-550x420.jpg
    http://milkywaybroadcast.com/wp-content/uploads/pacific-garbage-patch-from-space.jpg


     

Kommentare

11 Kommentare
  • PaperWing
    PaperWing Danke für den Bericht! Wobei das Bewusstsein in Deutschland deutlich größer ist als in anderen Ländern ist... In China ist das Verständnis dafür gleich null, sieht man ja zum Beispiel an den Produkten, die fast immer aus pla...  mehr
    2. August 2011
  • Puma
    Puma Dann wird man in Amerika eben dumm angeguckt,wenn man keine Tüte möchte.Sollen sie doch gucken.Sie verstehen einen halt nicht.Das Bild mit dem Vogel,in dessen gesammten Bauch Plastik ist,ist echt gruselig und traurig.Ich hab schon etliche Plasti...  mehr
    8. August 2011
  • Puma
    Puma Aber es geht auch anders.Es gibt ein paar Artikel,auch über Plastik.

    http://www.wwf-jugend.de/leben/fair-kaufen/ein-a...  mehr
    8. August 2011
  • Tigerleni
    Tigerleni Die armen Tiere, die das alles von uns Menschen ausbaden müssen...
    Ich benutze auch shcon seit langem nnur noch Stofftaschen aber alle Leute kriegt man damit leider nicht rum. "Zu teuer" heißt es immer! Naja, nur ein paar Cent mehr, a...  mehr
    3. September 2013