Berichte

Mein Leben ist mein Argument - Ein Umweltschützer kann kein Fleischesser sein

  • Klimawandel - es geht um die Wurst!

    Spenden für das Pflanzen von Bäumen. Die Forest Friends haben mit eurer Unterstützung ein kleines Meisterwerk vollbracht und sind damit einer der größten Auswirkungen unseres westlichen Lebenstils zu Leibe gerückt. Doch haben sie, wie schon gesagt, nur die Auswirkung des Problems bekämpft - und nicht das Problem selbst.

    Dieses Problem sitzt nicht irgendwo in der brasilianischen Geschäftsstelle einer Abholzfirma, oder in einer gleichnamigen in Indonesien. Dieses Problem hat sich schon seit langer Zeit in Deutschland eingenistet und wird wohl auch weiterhin dort seinen angestammten Platz verteidigen. "Wissen, was drin ist" steht vertrauensvoll auf einer dieser Problem-Packungen. Doch über das, was da genau in diesem Steak drin steckt, wissen die meisten nur wenig: Kraftfutter und Wachstumshormone, Antibiotika, Bakterien, Geschmacksverstärker und unzählbare weitere Zusatzstoffe. Das steht auf der Packung leider nicht drauf. Nehmen wir diese polemische Aussage mal auseinander und bringen sie in Bezug mit unseren Forest Friends, die so vorbildlich versuchen, der Abholzung der Regenwäldern entgegenzuwirken.

    Punkt 1 Futter: Wenden wir uns nochmal der Packung zu. Das Emblem der Marke ziert eine freundliche Kuh auf einer Weide, die einen gesunden Büschel Gras in ihrem Maul kaut. Finde den Fehler! Denn das, was die Firmen uns da Glauben machen wollen, findet man seit Jahren nicht mehr vor. Die Vorstellung der meisten Menschen ist in der Vergangenheit stecken geblieben, von glücklichen Kühen, die auf einer weiten Wiese fröhlich ihr Gras wiederkäuen. Mais und Soja sind die neuen Parameter der Fleischzucht. "Schnell zum Erfolg," so möge das Motto wohl lauten. Vom Bauern zum Landwirt und vom Tier zur Ertragsquelle, denn wie könnte man sonst in der heutigen Konsumwirtschaft seine Bötchen verdienen? Somit besteht die Aufgabe eines Landwirts nicht mehr aus Futter anpflanzen und Kühe hüten. Dieses Futter bezieht er nun nämlich von größerer Hand, es muss sich ja alles lohnen. Und hier beginnt ein kleines Problem seine Reichweite zu vergrößern in Sachen Ökobilanz: der Import des Futters aus weit entfernten Ländern, wie Brasilien und Indonesien, wo es noch genug Platz für den Anbau solcher Pflanzen wie Mais und Soja gibt. Genug Platz der jedoch mit der Zeit auch immer knapper wird. Ja, es ist nicht schwer zu erraten: Für die Monokulturen von Futtermitteln gehen zig Millionen Hektar Regenwald drauf.

    Und weil die Landwirte in den Anbaustaaten leider auch kein Gefühl für Nachhaltigkeit und Ressourcenschutz haben, können sie nicht mal mit dem Gebiet, dass sie bewirtschaften haushalten. Durch die Anbauweise von Monokulturen, den Gebrauch von Pestiziden und genmanipulierten Samen erodieren die Felder immer stärker, werden jeglichen Nährstoffen beraubt und werden unbrauchbar. Da jedoch noch reichlich Fläche Regenwald vorhanden ist, kann man die logischerweise gewissenlos benutzen und durch Niederbrennen und Niederschlagen für die Landwirtschaft zugänglich machen. Was das für die heimische Natur und unser Klima bedeutet, brauche ich hoffentlich nicht weiter erläutern.

    Jetzt kann Otto-Normalbürger ja sagen: "Gut, ich bin ja nachhaltig, indem ich nicht solche verrufenen Marken wie "Wiesenhof" oder "Pur Land" einkaufe. Stattdessen geh ich lieber in unsre regionale Metzgerei, die von regionalen Landwirten bezieht". Das Problem bei dieser Aussage ist leider, dass sich das mit den regionalen Landwirten nicht anders verhält wie mit dem Fleischriesen "Wiesenhof". Denn wer will schon für ein Stück Fleisch über fünfzehn Euro zahlen? Die Landwirte müssen im Geschäft bleiben und ihre Preise denen der Discounter anpassen. Das bedeutet Masse + kurze Zeitdauer = Gewinn. Die schockierende Bilanz lautet: Lächerliche 0,5% des über die Ladentheke gehenden Fleisches stammt aus nachhaltiger, wirklich organischer Züchtung.

    Doch die tierwirtschaft hat noch mehr auf Lager: "Schon 2006 stellte der Bericht der UN Welternährungsorganisation "Der lange Schatten der Tierwirtschaft" heraus, dass die Produtkion von Fleisch und tierischen Produkten mehr zum Klimawandel beiträgt als alle Autos, Lastwagen, Fahrzeuge und Schiffe weltweit zusammen. Denn neben Ammoniak werden in der Tierwirtschaft die drei klimarelevantesten Treibhausgase Kohlenstoffdioxod, Methan und Stickoxid in großem Maße erzeugt. Dies geschieht entweder direkt ,durch den Verdauungsprozess oder die Ausscheidung der Tiere, oder indirekt, durch die Produktionsprozesse und die Abholzung der Wälder für Weideflächen oder die Anpflanzung und (transatlantische) transport der Futtermittel, wie schon gesagt. Dazu kommen noch die sogenannten Veredelungsverluste, denn damit Tiere Kalorien aufbauen, muss man ihnen etwa die zehnfache Menge an Futter geben." Darüber hinaus veröffentlichte die Organisation peta, dass für ein Steak etwa 40.000 Liter Wasser vonnöten wären. Diese Menge scheint enorm, doch in Anbetracht der verschiedenen Etappen und unsichtbaren Nebenfaktoren der Tierwirtschaft, wird eine solche Menge nachvollziehbar.

    "Ein Kilo Bio-Rindfleisch ist 90-mal belastender für das Klima als konventionelles Gemüse und Biobutter ist 10-mal klimaschädlicher als konventionelle Margarine. Die Tierindustrie vergiftet und belastet land, Wasser und Luft und trägt enorm zum Klimawandel bei." Somit ist es kaum verständlich, wenn diese Produkte darüber hinaus noch vom Staat subventioniert werden und von einem ermäßigten Steuersatz profitieren. Die klimafreundlichste Ernährung, ohne Umweg übers Tier ist somit die rein pflanzliche. Dies belegt auch eine Studie der UNO vom 2.Juni 2010: http://www.vegetarismus.ch/km/km-Karte-Klimaschutz.jpg Diese zeigt, wie viele Kilometer man jeweils mit einem Mittelklassewagen (119g CO2 pro kilometer) zurücklegen kann, um den mit verschiedenen Ernährungsweisen pro Kopf und Jahr einhergehenden CO2-Ausstoß zu erreichen.

     

    "Ja, aber wie werde ich denn da satt? Und bekomme ich da keine Mangelerscheinungen?" Eine Nährwerttabelle, veröffentlicht auf der peta2-Website gibt hierzu Aufschluss: http://www.peta2.de/de/home.cfm?p=573

     

    Rezeptbücher helfen bei der täglichen Gerichtzubereitung. Und wenns mal schnell gehen muss: iglo-Tiefkühlgemüse mit eifreien Nudeln verleiht jedem Neandertaler wieder Kräfte!

    "Wenn Regenwaldrettung, dann aber richtig!" - kann ich nur sagen und plädiere im heutigen Zeitalter von Luxus und Auswahlmöglichkeit zu der richtigen Entscheidung in Supermarkt und an der Fleischtheke, um Tierleid und dem Klimawandel konsequent und nachhaltig entgegen zu wirken.
     

Kommentare

7 Kommentare
  • Cookie
    Cookie @Immy: Kann ich schon verstehen, ich hab den Kälbchen früher immer Namen gegeben und wollte auch nix von unserem eigenen Fleisch essen, heute hat sich meine Einstellung aber geändert und ich denke mir, lieber unser Fleisch als irgendwelches...  mehr
    21. Juni 2011
  • Nivis
    Nivis Zu Beginn möchte ich sagen, dass ich deine Aussage schon sehr krass finde und ich mich im ersten Moment irgednwo auch angegriffen gefühlt hab. Beim durchlesen jedoch hat mir dein Bericht grundsätzlich gefallen, weil eben nicht nur das Argum...  mehr
    21. Juni 2011
  • Jojux
    Jojux Ich muss sagen das der Artikel wirklich gut ist allein schon weil du hier so viel Aspekte beleuchtest, die ich so noch nie betrachtet habe
    Und natürlich kann man auch ohne Fleisch überleben und auch gut und lecker essen
    Aber trotzdem bin ich der...  mehr
    23. Juni 2011
  • Sophun
    Sophun Die Tierhaltung ist einfach ein unglaublicher Faktor im Roulette um das klima auf der Welt. Wie gesagt ist nicht nur der ethische Aspekt ein Argument, sondern eben auch die umweltökonimischen. Und eine glückliche Kuh tut auch pupen;)
    3. Juli 2011