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Energiewende sieht anders aus!

  • Die Regierung hat ihre damalige Laufzeitenverlängerung endgültig rückgängig gemacht und sich auf einen Fahrplan zum Atomausstieg geeinigt: Bis 2022 soll demnach definitiv das letzte AKW vom Netz gehen. Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte, die Regierung orientiere sich an den Vorgaben der Ethik-Kommission. Diese ist jedoch weiterhin der Auffassung, dass "der Ausstieg auch früher gelingen" könne, machte der Kommissionsvorsitzenden Klaus Töpfer klar. Der WWF ist überhaupt nicht zufrieden mit diesem Ergebnis.

    Dabei hatten am Wochenende über 160.000 Menschen in ganz Deutschland für einen möglichst raschen Ausstieg aus der Kernenergie demonstriert. In Berlin waren der WWF und die WWF Jugend gemeinsam auf der Straße:

    Der WWF kritisiert die Koalitionsvereinbarung zum Atomausstieg als visionsloses Stückwerk. "Die Koalition hat ihren Auftrag zur Energiewende nicht erfüllt", sagt WWF Vorstand Eberhard Brandes. Es sei zwar gut, dass sich die Koalitionsparteien auf ein konkretes und verbindliches Ausstiegsdatum aus der Kernenergie geeinigt hätten und acht Meiler abgeschaltet bleiben. Allerdings enthalte die Vereinbarung völlig inakzeptable Elemente. WWF Vorstand Eberhard Brandes sagte in Berlin:

    "Eine echte und gelungene Energiewende sieht anders aus. Das Ausstiegsszenario bis 2022 ist zu lang, die erneuerbaren Energien werden beschnitten statt gefördert, uns droht der Bau weiterer Braunkohlekraftwerke und die Gelder für den internationalen Klimaschutz werden kannibalisiert. So verlieren wir im internationalen Klimaschutz massiv an Glaubwürdigkeit. Wie und wofür ein Kernkraftwerk als Kaltreserve vorgehalten werden soll, bleibt offen, ebenso, wie die Koalition auf den Gedanken kommt, dass Deutschland 10 Gigawatt Grundlast zubauen muss. Diese Berechnung ist extrem fragwürdig und scheint vor allem dem Ziel zu dienen, den Bau von Kohlekraftwerken zu rechtfertigen."

    Wie man angesichts des Klimawandels im Jahre 2011 auf die Idee kommen kann, den Neubau von Braunkohlekraftwerken als Bestandteil einer Energiewende zu verkaufen, ist für den WWF unverständlich. Deutschland hat Verpflichtungen im internationalen Klimaschutz. Es besteht die Gefahr, dass mit diesen Vorschlägen die internationale Glaubwürdigkeit Deutschlands untergraben wird.

    Wie ist deine Meinung zu den Ausstiegsplänen der Regierung? Geht Atomausstieg nur mit Kohlekraft und Klimaschutz nur mit Atomstrom? Traust du der Regierung zu, das Klima zu schützen und die nukleare Gefahr zu bannen?

Kommentare

14 Kommentare
  • Tworster
    Tworster was sie sagen will ist das Atomkraft für deutschland und der welt zu wichtig ist. es bringt mehr raus als ein Kohlekraftwerk oder sola (Fotovoltaig, Parrabolspiegel oder Wärmepunktkraftwerk) . Die AKW bringen fast das doppelte und ist länge...  mehr
    1. Juni 2011
  • LeniS
    LeniS Also, ich glaube ja, dass Atomkraft nie ganz beherrschbar ist, ob mit oder ohne "leute, die eine perfekte Ausbildung haben" und Material oder was auch immer. Eine Garantie gibt es nie, und ich finde, man sollte sich nicht auf die Unwahrscheinlic...  mehr
    2. Juni 2011
  • LSternus
    LSternus Ich traue den Ausstiegsplänen nich wirklich. Die Regierung wird die Laufzeit wahrscheinlich wieder verlängern, weil sie nicht die erforderlichen Gelder aufbringen möchte, die die Entwicklung wiederverwendbarer Energiequellen nötig hätte.
    3. Juni 2011
  • LisaD
    LisaD nun ja, jetzt wissen wir es besser: der atomausstieg ist vertraglich geregelt und festegelegt, ich glaube sogar shcon bis 2020 (?)!! ich kann zwar nicht so gut beurteilen, ob es nicht auch früher möglich gewesen wäre, aber ich finds gut, d...  mehr
    2. Juli 2011