Berichte

Die Ammer – ein Projekt voller Wunder, Schönheiten aber auch Gefahren

  • Ich stehe knietief in der Mitte eines eiskalten Flusses. Zu beiden Seiten um mich herum erheben sich Hänge, die eine Schlucht ergeben, die gleichzeitig ein Wechselspiel von Fichten, Buchen und Tannen bietet. Das Wasser ist glasklar und schlängelt sich seinen Weg durch die Schlucht. Ein leises, angenehmes Plätschern ist zu vernehmen, gepaart mit Vogelgezwitscher und sauberer Atemluft.

    Aber nicht nur ich genieße diesen Moment. Die Ammer ist unser nächstes Ziel des Alpenbotschaftercamps nach Lenggries und der Isar gewesen. Es ist gleichzeitig eines der Projekte, an denen man den Erfolg der letzten Jahre hautnah erleben kann.

    Claire Tranter, Projektleiterin des WWF für die Region der Ammer bringt es treffend auf den Punkt: "Etwas zu zerstören ist schnell gemacht. Aber es wieder zum Ursprung zu führen dauert oftmals deutlich länger und verlangt viel Geduld. Am Ende ist es umso schöner!"

    Seit Januar 2010 ist Claire Leiterin des Projektes. Sie kommt ursprünglich aus Dortmund, welches nicht gerade für seine tollen Berge, Flüsse und Wiesen bekannt ist. Claire selber sagt, das Dortmund seinen speziellen Reiz hat, aber das der Gang in die Natur für sie einen großen Stellenwert hat. Die Sensibilisierung der Menschen für die Natur muss erst noch stattfinden.

    Wir Alpenbotschafter können genau dies bestätigen! Durch die Erfahrungen und Eindrücke der letzten Tage aber auch eben genau durch den Besuch im Projektgebiet der Ammer, finden wir immer weiter zur Natur hin und können uns ein genaueres Bild vor Ort machen. Uns wird jeden Tag immer mehr gezeigt, dass die Natur da ist aber das sie eben auch geschützt werden muss. Wie und wie viel Zeit investiert werden muss und kann können wir leider nicht beantworten. Aber wir können euch klar machen, dass Projekte wie die Ammer unglaublich wichtig für uns Menschen und für ein intaktes Ökosystem sind.

    Denn die Ammer ist mehr als nur ein Fluss. Die Ammer ist mittlerweile wieder Lebensraum für etliche Fisch und Säugetierarten aber auch Vögel und Insekten. Es ist der Lebensraum, der unglaublich schnell aus dem Gleichgewicht gebracht werden kann und somit einen hohen Schutz haben muss. Doch bevor man etwas schützen kann, muss es ab und zu auch schützenswert gemacht werden.

    Am Beispiel des Altwasserbeckens konnten wir diese Erfahrung sammeln. Das Altwasserbecken kann auf zwei Arten entstehen. Durch den Menschen aber auch von Natur aus. Als in den 50er und 60er Jahren der Kohleabbau in der Region seine Bahnen nahm, wurden unmittelbar an der Ammer etliche Mengen an Geröll und Schlamm dort abgelassen. Die Ammer wurde im Endeffekt gestaut und suchte sich einen neuen Weg ins Tal. Das alte Becken war somit abgeschnitten und es entstand ein Altwasserbecken. Aber auch die Ammer selbst verändert fast jährlich ihren Flusslauf. Durch Hochwasser können neue Zweige entstehen, die dann bei niedrigem Wasserstand abgeschnitten werden. Doch warum genau sind diese Becken so wichtig?

    Durch Begradigungen in gewissen Abschnitten der Ammer sind wichtige Laichplätze für Fische verloren gegangen. Die Altwasserbecken dienen als Rückzugsort und sind mit einem Rohr oder Zulauf an der Ammer verbunden. Das wurde, auch dank des WWF, in den letzten Jahren stark betrieben. Somit konnten sich einige schon fast verschwundene Arten wieder neu ansiedeln. Stück für Stück werden so wichtige Puzzel teile zusammen gefügt. So ist auch die Wiederansiedelung des Bibers ein großer Erfolg, der nun fast flächendeckend an der Ammer zu finden ist.

    Ebenso wichtig wie die Renaturierung des Flusses ist auch sein Umland. Der lokale Förster im Gebiet rund um die Ammerschlucht, hat ein Ziel vor Augen. Er will die momentane Monokulturen aus größtenteils Fichten durch den Mischwald ersetzen. Ein großes Projekt, welches noch Jahrzehnte andauern wird. So wird nicht nur die Ammer renaturiert, sondern auch eine größere Vielfalt im Wald geschaffen.

    Auch wenn die Zielgrade noch weit entfernt ist. Jeden Tag kommen wir ihr näher und mit ihr kommt ein Stück Natur zurück. Die Natur, wie sie vor dem Eingreifen durch den Menschen vorhanden war. Und wer weiß, vielleicht braucht die Ammer uns in 40 oder 50 Jahren nicht mehr. Aber bis dahin muss jeden Tag daran gearbeitet werden, das Projekt zu vervollständigen. Auch mit deiner Hilfe. Denn im Zuge des Alpenbotschaftercamps 2011 versuchen wir dir klar zu machen, wie viel jeder einzelne beitragen kann.

    Durch deine Unterstützung von gerade einmal 5 Euro kann großes bewirkt werden. Würde jeder aus der WWF Jugend auch nur 1 Euro spenden, so hätten wir schon fast unser Ziel erreicht. Also, Handy rausholen, SMS an 81190 mit der Kennzeichnung "Aktiv" schreiben und mit deiner Hilfe wird das Projekt Ammer ein Erfolg!

    Und damit ihr auch nicht nur Bilder und Texte habt, wird morgen Abend ein fantastisches Video hier zu finden sein, indem wir noch einmal unsere Impressionen der Ammer im Film zeigen sowie unsere Meinung und Eindrücke. Denn wir Alpenbotschafter versuchen jeden Moment für euch festzuhalten. Bleibt also dran und seid dabei - beim Alpencamp 2011 und werde Teil eines großartigen Projekts des WWF - Eure Alpenbotschafter!

Kommentare

4 Kommentare
  • MarcelB
    MarcelB Gibts das Projekt jetzt erst seit 2010? Oder war vorher jemand anderes Leiter? Ansonsten freu ich mich schon aufs Video, ihr macht das ganz toll ;D und bitte nicht nachlassen! :D
    22. Mai 2011
  • Peet
    Peet Nein, seit einigen Jahren. :) Vielen Dank für die Blumen, wir freuen uns total, dass ihr so dabei seid! Viele Grüße aus dem Ötztal, die Alpenbotschafter!
    22. Mai 2011
  • Anni09
    Anni09 schöner bericht :)
    23. Mai 2011
  • Lars0220
    Lars0220 @MalteG Ja kann man.
    25. Mai 2011