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Das Auto der Zukunft- betrieben mit Methan?

  • Wenn ich Island sage, woran denkt ihr zuerst? Richtig, Natur pur. Blaue Seen, große Berge und beeindruckende Geysire. Aber wusstet ihr, dass die Insel die schlechteste Ökobilanz weltweit pro Einwohner hat (ca. 300.000 Einwohner)?

    Dottfried Hermansson will sein Land vor einer Umweltkatastrophe bewahren, indem er mit seinem durch Methan betriebenen Auto kreuz und quer fährt, um die Leute von den Vorteilen seines Ökoautos zu überzeugen.

    Sein normaler Diesel wurde so umgerüstet, dass es mit Methan fahren kann: "Nach der Umrüstung fährt das Auto zwar immer noch mit Diesel, aber technisch gesehen, ist es ein Hybridfahrzeug. Sobald der Motor eine Temperatur von 55°C erreicht hat, stellt er automatisch auf Methan um."

    Methan ist das Gas, das z.B. bei der Verdauung von Rindern oder bei der Zersetzung von Abfall entsteht.  Hermansson beteuert, dass man es weder bemerkt, noch riecht.

    Das einzige, was sein Auto auf den ersten Blick von einem anderen unterscheidet, ist eine kleine grüne Lampe. Die Methanflasche befindet sich im Kofferraum.

    Ein klarer Vorteil gegenüber herkömmlichen Kraftstoffen stellt der Preis dar. Mit Methan zu fahren, ist um 40% günstiger und Hermansson muss nur alle 5000km Diesel tanken.

    Seit zwei Jahren ist die Umrüstung rechtlich erlaubt, doch so günstig der Verbrauch auch ist, kann sich den Umbau nicht jeder leisten. Im Durchschnitt liegen die Kosten dafür bei etwa 3000- 4000€.

    Die Technologie ist sehr umweltfreundlich und ebenfalls gut für die isländische Wirtschaft, da im eigenen Land produziert wird. Erinnert euch an den Staatsbankrott 2008. Auch wenn Hermansson etwas anderes behauptet, ist ein entscheidender Nachteil, dass es stark riecht und die Versorgung an Tankstellen noch recht rudimental ist.

    Das Methan selber wird aus der Abfallwirtschaft durch die Zersetzung von Haushaltsmüll gewonnen. Eine Quelle, die nie versiedet. Wenn sich der Müll zersetzt, wird Sauerstoff frei, der sich daraufhin in Methan umwandelt. Vor dem Gebrauch muss es allerdings durch Verbrennung aufbereitet werden. In dieser Form schädigt es die Umwelt nicht.

    Bis auf den Geruch und die momentan mangelnde Versorgung ist es eine rundum umweltfreundliche Technologie und ein Schritt in Richtung Islands selbstabgesteckten Ziel, bis 2050 ein CO2 neutrales Land zu werden, das erste.

    Bis dahin wird es aber noch ein langer Weg sein.

    Quelle: Arte (Global, Di., 17. Mai 2011)

Kommentare

6 Kommentare
  • FelicitasVulkanisiert
    FelicitasVulkanisiert @sternchen1: Ja, auch in Deutschland ist das möglich, aber weniger bekannt, da in Island z.B. die Busse mit Methan fahren müssen. Auch hier ist die Versorgung noch sehr in den Kinderschuhen. Genaueres findest du hier mehr
    20. Mai 2011
  • Pandaholicc
    Pandaholicc Wenn mich nicht alles täuscht entsteht bei der vollständigen Oxidation (also auch im Automotor) Wasser und Co2. Wohin mit dem Wasser? O.o
    20. Mai 2011
  • HatTrick
    HatTrick Das tropft u.a. aus dem Auspuff. Oder es verdampft teilweise? Ich bin mir nicht sicher.
    21. Mai 2011
  • Delfingirl
    Delfingirl warum kein Energieauto
    26. Mai 2011