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Kampfbegriff: Lichtverschmutzung

  • Wer schon einmal im Landeanflug auf eine größere Stadt war und am Fenster saß, kennt die riesigen Lichtspiele die sich aus Wohnungen und öffentlicher Beleuchtung ergeben. Beinahe täglich sehen wir Licht, brauchen wir Licht und verbrauchen Strom dadurch. Doch vor den enormen Auswirkungen, die so das - Licht einschalten – hat, tappen die meisten noch im Dunkeln.

    Lichtverschmutzung light pollution oder auch light Spam so heißt die große Gefahr, der wir uns hier in Europa kaum bewusst sind. Doch was genau ist das eigentlich? Wo liegt die Gefahr? Und kann man etwas dagegen tun? Die Antwort erfahrt ihr hier...

    Die ersten bekannten Aufzeichnungen über den Lichtsmog liegen 2 000 Jahre zurück. Dort wird berichtet, wie ein antiker Philosoph in einen Brunnen hinab stieg um sich den Sternenhimmel anzugucken. Viele Leute sahen ihn als verrückt an, doch seine Taten begründete er indem er sagte „Dort unten wird kein Licht der Welt meinen Blick stören.“ Wenn man das so liest, fragt man sich, was Thales heute wohl getan hätte...in einer Welt die von Straßenlaternen, Sky Beamern oder Leuchtreklamen regiert wird. Die Zeiten der alten Abende am Kaminfeuer sind gezählt! Licht ist das wichtigste Element unseres Alltags, niemand könnte darauf verzichten – es gehört heute einfach dazu.

    Deutsche Astronomen beklagen sich schon seit Jahren über die schlechten Sichtverhältnisse, beispielsweise ist der typische Milchstraßennebel kaum mehr erkennbar. Forscher wie Andreas Hänel (www.lichtverschmutzung.de) bezeichnet das als Verlust einer der ältesten Kulturgüter der Menschheit.“

    Tatsächlich ist es so, wenn man von Großstädten wie Berlin und Hamburg versucht Sternenbilder zu suchen, man keine finden wird da der Lichtkegel der Stadt alles unidentifizierbar macht. Nichtmal die dralle Venus kann mehr bei wolkenlosem Himmel erkannt werden. Doch abgesehen vom naturwissenschaftlichem Verlust, hat „light – Spam“ auch extreme Schäden für Tiere und Pflanzen zur Folge.

    An den Hafenmetropolen Shanghai, Sydney und New York bildeten sich im Laufe der zunehmen Lichtverschmutzung immer mehr Algenteppiche. Die Algen bedrängen andere Lebensräume und beanspruchen Nahrung für sich. Andere Lebensformen sterben so immer weiter aus. Das sich unser Ökosystem durchs Licht stark verändert, zeigt sich besonders an den Vögeln.

    Viele Vögel prallen, irritiert vom allgegenwärtigen Streulicht, gegen erleuchtete Hochhäuser und Singvögel verändern ihr Balz- und Fortpflanzungsverhalten, weil sie sich in permanenter Dämmerung wähnen statt in tiefer Nacht.

    Besonders problematisch sind auch die sogenannten Sky – Beamer die von Diskotheken in den Himmel gestrahlt werden. Zugvögel kreisen oft stundenlang um sie herum, anstatt weiterzuziehen. Dies kann fatale Folgen haben, weil die Tiere ihren Energiehaushalt für die Reise extrem knapp kalkulieren.

    Froscharten die sich normalerweise Nachts paaren, werden durch das Permanentlicht zur Fortpflanzungseile gedrängt. Dadurch paaren sie sich möglicherweise mit Partnern die sie sonst verschmähen würden. Das kann sich durchaus negativ auf den Arterhalt auswirken.

    Besonders der Trend von großen Einkaufsmärkten, gerade Nachts das Licht anzulassen um Einbrecher abzuschrecken erscheint hier sinnlos. Einerseits begünstigt das nur die Arbeit des Einbrechers, zum anderen treibt gerade das die Lichtemissionen nach oben.

    Was jeder einzelne tun kann, um die Lichtemissionen zu verringern ist ganz leicht, hierzu gibt es nur zwei Regeln:

    Die erste und wichtigste lautet: kein Lichtschein, der über den Horizint reicht. Infolgedessen darf keine Lampe nach oben oder zur Seite scheinen, vor allem betrifft das die Sky – Beamer/ Laser oder Strahler.

    Die zweite Regel gilt nur für öffentliche Lichtquellen wie etwa den Straßenlaternen: gelbes statt weißes Licht. Abgeschirmte Straßenlaternen sind ohnehin sparsamer. Es ist also ganz leicht, einfach einen gewölbten Reflektor an das Licht eurer Eingangstür befestigen.

    Ein weiterer Weg, wäre ein Gesetz gegen Lichtverschmutzung, der diese Punkte im Gesetz verankern und verpflichten würde. Vorreiter ist hier das kleine Land Slowenien, welches als einziges Land in der Welt ein solches Gesetz tatsächlich hat. Nun sind wir dran, es ihnen nachzumachen!

     

    Quellen:

    http://farm1.static.flickr.com/101/285102672_4203221326.jpg

    http://www.scienceblogs.de/frischer-wind/lichtverschmutzung-thumb-512x170.jpg

    http://www.lippstadt.de/imp2/imp.php?url=/pressemitteilungen/medien/85373V.jpg&resolution=120

    http://www.sternwarte-aachen.de/typo3temp/pics/efad4ff20f.jpg

Kommentare

19 Kommentare
  • MarcelB
    MarcelB Ja, das sehe ich auch problematisch. Ich denke das Licht kann ruhig an bleiben...wir wollen ja nicht, dass jeder 2. dann überfallen wird! :D Hauptsächlich geht es ja nur darum, die Beleuchtung so einzurichten, dass kein Licht in den Nachthimmel ...  mehr
    15. Mai 2011
  • Marielle
    Marielle @Nera8 und MarcelB: Klar ich fänds auch nicht so toll ganz im dunkeln zu laufen. aber die Bewegungsmelder waren recht empfindlich eingestellt, sodass die laterne bereits angeht wenn du noch 10-20m von ihr entfernt warst.
    Der orschlag kam mal von ein...  mehr
    15. Mai 2011
  • Stoffie
    Stoffie wow super artikel! ich wusste gar nicht das licht sooo einen riesen einfluss auf unsere welt hat! krass!
    18. Mai 2011
  • Bienenkoenigin
    Bienenkoenigin das ist einfach nur krass, immer wieder wenn man davon hört. EIn echt super interessanter Bericht, ich wusste gar nicht, dass es schon so viele Ideen zur besserung dafür gibt...wird zeit, das wir die umsetzten ;) aber da fehlt nartührlich w...  mehr
    18. Mai 2011