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Wer sind die "Change Agents"?

  • Klimaschutz allein den Regierungen überlassen? Auf keinen Fall! Schon viel zu oft wurden wir von Verhandlungen der Vereinten Nationen enttäuscht. Ein Glück also, dass es die "Change Agents" gibt...

    Der Begriff "Change Agents" (oder "Agenten des Wandels") wurde von Sozialwissenschaftlern geprägt. Er bezeichnet Menschen, die sich abseits der politischen Bühne für den Klimaschutz engagieren. Das können Menschen in Firmen sein, in Verwaltungen, Verbänden, Gruppen... praktisch überall. Hier sind nur einige Beispiele:

    Die in Berlin ansässige "Klima-Allianz" ist ein Bündnis aus 110 Organisationen aus ganz Deutschland. Gemeinsam setzen sich die Mitglieder auf freiwilliger Basis dafür ein, dass politische Rahmenbedingungen geschaffen werden, um den Ausstoß von Treibhausgasen in Deutschland zu senken.

    Auch Autoren können Change Agents sein. Sie thematisieren in ihren Büchern den Klimawandel und machen die Menschen damit auf die Problematik aufmerksam. Die beiden Politikwissenschaftler Klaus Leggewie und Harald Welzer veröffentlichten beispielsweise das Buch "Das Ende der Welt, wie wir sie kannten", in dem sie zeigen, welche Auswirkungen voranschreitender Klimawandel, Ressourcenknappheit und Bevölkerungswachstum für die westlichen Demokratien haben. Übrigens verwenden auch sie in ihrem Buch den Begriff "Change Agents": Und zwar für Menschen, die gesellschaftlichen Wandel vorantreiben.

    Jede Firma, jede Institution kann sich zum "Change Agent" machen. Der Aachener Tierpark legt Wert auf klimafreundliche Stromversorgung: Viele Gebäude des Zoos werden mit erneuerbaren Energien, zum Beispiel durch eine Holzpellet-Kessel-, Photovoltaik- oder solarthermische Anlage, versorgt. Zudem gibt es einen Lehrpfad, der durch das Gelände des Tierparks führt und an elf Stationen kindgerecht erklärt, wie erneuerbare Energieerzeugung funktioniert.

    Außerdem gibt es unzählige Schulen und Kindergärten in Deutschland, die sich für Klimaschutz engagieren. In der Internetplattform "Klimaschutzschulenatlas“ sind nicht weniger als 2398 Bildungseinrichtungen eingetragen, die sich aufgrund besonderer Projekte und besonderen Engagements Klimaschutz-Schule nennen dürfen.

    Auf der ganzen Welt werden Veranstaltungen organisiert, die auf die globale Erwärmung aufmerksam machen sollen. Eins der bekanntesten Beispiele ist wohl die Konzertreihe "Live Earth". Sie fand am 7. Juli 2007 auf allen sieben Kontinenten statt - sogar in der Antarktis. Mehr als hundert Künstler waren beteiligt. Mit den Erlösen der Eintrittskarten wurde eine Stiftung für den Klimaschutz eigerichtet.

    Doch nicht zuletzt kann jeder Einzelne von uns ein "Change Agent" sein. Auch du, solange du elektronische Geräte nicht auf Stand-By stehen lässt, das Fahrrad nimmst und nicht das Auto, weniger Fleisch isst... kurzum: Indem du deinen Alltag klimafreundlich gestaltest!


    Quellen:
    Kommentars von Stefan Rahmstorf in der zeo2 (2/2011)
    http://www.die-klima-allianz.de/wer-wir-sind/das-bundnis
    http://www.kwi-nrw.de/home/endederweltleggewiewelzer.html
    http://www.euregiozoo.de/site_de/kinderspass/energiepark.php
    http://www.klimaschutzschulenatlas.de/
    http://www.vol.at/news/tp:vol:leute/artikel/pop-konzert-gegen-klimawandel/cn/news-20070216-03020778
    http://de.wikipedia.org/wiki/Live_Earth

     

Kommentare

2 Kommentare
  • Marcel
    Marcel Ich bin dabei! Spätestens seit meinem Wechsel zu Ökostrom bin ich Change Agent - und das ist ein gutes Gefühl! ;) Super Bericht, Carina!
    10. Mai 2011
  • HatTrick
    HatTrick Cooler Begriff :D Bei dem Vorhaben bin ich dabei. Die Welt braucht Menschen, welche auch handeln! Jeder kann etwas bewirken. Toller Bericht :)
    10. Mai 2011