Berichte

Zwischen Fahrradriksha und Korallenriffen - Expedition in Indien

  •  Da stehen wir nun gerade vom Schiff gestiegen in irgendeiner Kleinstadt im Gangesdelta und wissen nur unser Ziel: Kalkutta. Wo genau wir uns befinden wissen wir nicht, wie wir nach Kalkutta kommen steht ebenfalls in den Sternen. Deswegen heißt es erstmal in der sengenden Mittagshitze nach dem Weg fragen: "Excuse me Sir, do you maybe have a map of the area for us, or a street map?". Anstatt einer Karte bekommen wir von dem netten Tankstellenbesitzer den Rat, dass es nur eine Straße gäbe und es das Einfachste wäre einfach den Bus zu nehmen. Doch so einfach wollen wir es uns nicht machen. Denn wir suchen das Abenteuer. Wir? Neun Jugendliche aus aller Welt, zusammengekommen für ein Umweltprojekt und kulturellen Austausch in Indien im Rahmen des Mike Horn Young Explorers Programme.


    Effiziente Mobilität und Farbenfrohes Lächeln
    Allein schon Indiens Straßen sind ein Abenteuer. Vor allem in Kalkutta selbst scheint es für jegliches Gefährt auf Rädern eigentlich keinen Platz zu geben. Am beliebtesten das kleine Honda Hero Moped. Mit offenen Augen, statt hinter Buscheiben versteckt, treffen wir viele interessierte und interessante Leute, die es nicht gewöhnt sind, dass eine Horte Jugendlicher im Trekkingoutfit den Verlockungen der Motorriskshas widerstehen. Nun gut im Endeffekt war es unsere Aufgabe uns zu verständigen und möglichst viele verschiedene Fortbewegungsmittel zu benutzen. Denn in Indien steht nichts still. Alles bewegt sich. Sei es das kleine Motorboot oder der öffentliche Zugverkehr: Wer Platz- und Berührungsangst hat wird schnell an den Rand des Wahnsinns getrieben.


    Das Expeditionsschiff: Die Pangaea
    Ganz im Gegensatz standen dazu unsere Erfahrungen auf den Andamanen. Unberührte und unbewohnte Inseln im Golf von Bengalen, ab von jeder Zivilisation. Als es bei Nacht durch den Dschungel geht wird klar: hier gibt es nur uns und die Natur. Und da hört und sieht man besser ganz genau hin, was die Natur für Signale aussendet. Ansonsten kann es schon einmal passieren, dass man anstatt einer Liane eine Schlange in der Hand hält. Mit Mike's Hilfe meistern wir aber das Abenteuer ohne jegliche Orientierungshilfen. Und am nächsten morgen werden wir mit einem paradiesischen Naturschauspiel dafür entschädigt: In der Morgendämmerung sehen wir Rehe beim Morgendrunk; Vögel, die ihre Nester aufbessern; Krabben, die in die Wogen der Wellen huschen; Geckos, die sich in der Sonne aufwärmen und Schmetterlinge, die ihren Balzflug vollziehen.


    Blühendes Paradies: Die Andamanen
    Doch weil dieses Paradies in Gefahr ist, sind wir eigentlich hier. Und unter diesem Motto stehen auch die anderen elf Expedition, die unter dem Großprojekt Pangaea stehen. Zu jeder einzelnen Expedition können sich Jugendliche aus aller Welt von 14-20Jahren bewerben. Als nächstes geht's in den Himalaya zur Erstersteigung eines 6000ers.


    Müllentsorgung auf Indisch
    Hier in den Andamanen ist es vor allem Plastik und die Unwissenheit der Bevölkerung, die eine Bedrohung für das Ökosystem darstellen. Plastik gelangt in die Meere und wird durch die Sonne in kleinste Teilchen zersetzt, die von Schildkröten und anderen marinen Lebewesen verschluckt zum Tode führen. Darüber hinaus sind auch die Korallen gefährdet. Unwissend werfen Fischer ihre Anker auf das vermeintlich leblose Gestein und zerstören damit die Lebensgrundlage ihres eigenen Berufes. Außerdem kommen giftige Abwässer aus dem Gangesdelta über die Meeresströmungen in das eigentlich abgelegene Archipel. Was bei dem Tsunami 2004 Leben gerettet hat wird vielerorts einfach abgeholzt: Mangroven. Sie bieten Lebensraum für zahlreiche Spezies, schützen das Land vor Erosion und fangen eben auch Wellen ab. Mit dem Wissen und den Proben, die wir gesammelt haben wollen wir diese Probleme gemeinsam mit der Bevölkerung angehen, um ihren Lebensstandard zu verbessern, aber diese Entwicklung auch auf eine nachhaltige Grundlage stellen.

    Jede einzelne Expedition ist anders und erfordert auch andere Fähigkeiten, aber die Vorbereitung ist vor allem für Bergfreunde interessant. Im Schweizerischen Château d'oex findet das Auswahlcamp statt, wobei Klettern, Wandern und andere Outdoor-Aktivitäten auf dem Plan stehen, um die körperliche, aber auch geistige Fitness der Kandidaten zu testen. Die nächste Expedition geht nach Kanada!

    Mehr Informationen Findet ihr unter:
    http://www.mikehorn.com/en/yep/young-explorers-program/how-to-apply/

    PS: Ich hatte eine Fuji Finepix und eine Panasonic GF1 für die Fotos dabei.

Kommentare

5 Kommentare
  • Cookie
    Cookie Toller Bericht! Klingt nach einem unvergesslichen Erlebnis! :) Würde gern ein paar mehr Bilder davon sehen.
    6. Mai 2011
  • ufriendlyfuture
    ufriendlyfuture Ja, irgendwie konnte ich nur ein Bild zum Artikel selbst hochladen. Aber das krieg ich sicher auch noch heraus^^... Weil Bilder gibt es en masse :P
    7. Mai 2011
  • Stoffie
    Stoffie das hört sich echt super! coole sache!
    8. Mai 2011
  • LeniS
    LeniS Wow... Indien. Heute noch habe ich daran gedacht, dass Deutschland an Indien ja Technik für erneuerbare Energien verkaufen möchte, während Frankreich vorhat, dort das größte Atomkraftwerk der Welt zu bauen..
    Trotz aller Rüc...  mehr
    1. Juni 2011