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Nullenergiehaus - Wohnen der Zukunft?

  • Mein Onkel plant seit neustem in Berlin ein Haus zu bauen, welches absolut Klimaneutral ist, sprich keine Kohlendioxid Emissionen mehr verursacht. Wir haben unser Haus schon so weit es geht umweltfreundlich gemacht, aber null Emissionen? Wie ist das möglich?

    Nun, es gibt verschiedene Arten von Energiesparhäusern, da dies ein ziemlich weit gefasster Begriff ist. Er bedeutet zunächst einmal einmal nur, dass dieses Haus unter dem normalen Verbrauch an Strom und Öl liegt. Es gibt Passivhäuser, von denen wahrscheinlich jeder schon einmal gehört hat. Sie haben Dämmungen von bis zu 40 cm Dicke, sowie spezielle Fenster und Türen, die Wärme undurchlässig sind. Obwohl es Wärme durch die in ihm lebenden Personen sowie Haushaltgeräte erhält, reicht dies natürlich nicht aus um ein ganzes Haus zu heizen. Die Heizkosten betragen in einem Passivhaus jedoch nur 10-25 Euro pro Monat. Der Heizwärmebedarf liegt unter 15kWh/m². Somit ist das Passivhaus schon sehr umweltfreundlich. 

    Dann gibt es das sogenannte Niedrigenergiehaus. Der Heizwärmebedarf darf dort höchtens 70 kWh betragen oder umgerechnet 7 Liter Heizöl pro Quadratmeter und Jahr Primärenergie verbrauchen (Primärenergie ist die Energie, die durch natürliche Energievorkommen zur Verfügung steht, so z.B. Kohle, Gas oder Wind).

    So weit ich das verstanden habe denkt mein Onkel jedoch an ein Nullenergiehaus. Dies ist ein Gebäudetyp, der keine Energie von außen bezieht, sprich kein Gas oder Öl benötitgt. Notwendige Energie wird im Haus selbst erzeugt, z.B. durch Solaranlagen. So wird mit diesen Heißwasser und die Wärme im ganzen Haus erzeugt. Überschüssige Wärme wird im Boden und in den Wänden gelagert, was durch spezielle Ziegel möglich ist. Durch Fenster dringt ebenfalls Wäre ein, kann jedoch nicht wieder ausdringen, überschüssiges wird wieder gespeichert. Eine kontrollierte Wohnraumlüftung ist durch sie ebenfalls möglich. Körperwärme sowie Wärme von Haushaltsgeräten wird wiederrum gespeichert (Glühlampen z.B. geben enorm viel Wärme ab) . Es gibt außerdem eine Wärmepumpe zur Warmwasser Nachheizung, die durch die im Fußboden gespeicherte Wärme betrieben wird. Wärmeverluste entstehen durch gute Dämmung ebenfalls nicht. Strom wird im Haus selbst hergestellt (wie genau, dazu habe ich leider noch nichts gefunden). Der Punkt ist, dieses Haus wäre vollkommen klimaneutral. Einen Haken gibt es jedoch: das Haus benötigt eine Energierücklaufzeit von 12 Jahren, das heißt die Energie, die zum Bau des Hauses benötigt wurde ist erst nach dieser Zeit "wieder ausgeglichen".

    Was haltet ihr davon? Wird in ein paar Jahren ganz Deutschland voller Nullernergiehäuser sein? Es gibt ja schon Umweltstandards denen neue Häuser entsprechen müssen, aber soweit geht kaum jemand, was daran liegt, dass es noch sehr teuer ist. Glaubt ihr dass es rechtzeitig billig genug sein wird sich so ein Haus zu kaufen um noch etwas zu bewirken?

Kommentare

11 Kommentare
  • HannaS
    HannaS Das ist bei uns in der Region auch so.... In Ostfriesland ist Bauland sehr billig, daher wird viel gebaut - gleichzeitig ziehen aber auch mehr Leute weg als her. Das bedeutet, dass in Zukunft viele Häuser (natürlich gerade die der alten Leute, die nicht g...  mehr
    7. September 2009
  • Schmusetigerle
    Schmusetigerle Ich finde das Prinzip dieser Häuser sehr gut, doch selbst wenn die Häuser in den nächsten Jahren sehr viel billiger werden sind es Neubauten. Soll man alle alten Häuser abreißen und neue darauf stellen?!
    Überall gibt es dass Problem das hier schon beschr...  mehr
    1. Oktober 2009
  • Lisa1092
    Lisa1092 ich finde auf jeden fall die idee schon mal sehr interessant, nur brauchen solche meistens ganz schön zeit bis sie sich durchsetzen. es gibt schon solange solarzellen und trotzdem haben verhältnismäßig wenig leute sowas auf ihrem dach. deswegen denk ich d...  mehr
    1. Oktober 2009
  • Sindthia
    Sindthia Also ich finde die Plusenergiehäuser wären besser.
    27. Februar 2011