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Wasser: Aus der Leitung oder aus der Flasche?!?

  • Jeder trinkt Wasser und braucht es auch. Und das auch nicht wenig. Im Schnitt trinken die Deutschen 130 Liter (reines) Wasser pro Jahr.
    Doch woher sollen wir das Wasser nehmen? Aus der Flasche aus dem Supermarkt oder aus dem Wasserhahn daheim?!?
    Ob jemand Leitungswasser oder Mineralwasser bevorzugt, ist meist eine Frage des Geschmacks.
    Einige Menschen schwören auf ihre Lieblingssorte, die sie immer kaufen, andere trinken nur Leitungswasser bzw. sprudeln es daheim selbst. Doch was ist gesünder, billiger und besser für die Umwelt?


    Die Qualität:

    Ein Hauptargument der Leute, die nur Mineralwasser trinken ist jenes, dass „Flaschenwasser“ gesünder ist und sie nicht wissen, was in ihrem Leitungswasser drin ist. Es könnten ja z.B. Schadstoffe enthalten sein.
    Fakt ist allerdings, dass Leitungswasser das am besten kontrollierte Lebensmittel in Deutschland ist! Jede Gemeinde gibt an, welche Inhaltstoffe im örtlichen Leitungswasser enthalten sind und warnen, wenn Grenzwerte überschritten werden.
    Und (Plastik-)Flaschenwasser ist keineswegs gesünder als Leitungswasser sondern in der Regel genauso gesund! Da das Plastik auch nicht immer gesundheitsfördernd ist, ist Leitungswasser oft besser als Flaschenwasser!
    Außerdem sind die Richtlinien der deutschen Trinkwasserverordnung strenger als die für Mineralwasser! So darf z. B. Leitungswasser nur 10 mg/ Liter Arsen enthalten, Mineralwasser bis zu 50 mg/ Liter.
    In einigen Ländern, zum Beispiel jene der Dritten Welt, ist nur der Verzehr von Flaschenwasser zu empfehlen, hier in Deutschland und den meisten Ländern der „westlichen Welt“ hat Leitungswasser sehr wohl Trinkwasserqualität!
    Ein weit verbreitetes Argument für den Konsum von Mineralwasser ist sein hoher Mineralgehalt. Doch nimmt der menschliche Organismus diese Mineralien nicht vollständig auf. Der Bedarf an Mineralstoffen wird in europäischen Ländern vorwiegend über die Nahrung gedeckt. Der Mineraliengehalt im Trinkwasser und im Mineralwasser spielt bei ausgewogener Ernährung eine eher untergeordnete Rolle.

    Fazit: Leitungswasser ist also in der Regel mindestens genauso gut wie gekauftes Wasser. Die einzige Sache auf die man achten sollte, ist das Leitungssystem zuhause! Denn bei Blei- oder Zinkrohren in Altbauten ist Vorsicht geboten! Einen Wasser-Check bzgl. der Qualität des eigenen Leitungswassers kann man hier machen: www.wasser.de , www.umwelt-checks.de , www.inlabo.de


    Der Preis:

    Wasser zu kaufen ist teuer. Im Schnitt kostet ein Liter Mineralwasser 0,70 € (Wobei es da deutliche Unterschiede gibt: „billigere“ Wasser kosten teilweise unter 50 Cent pro Liter, teurere über 1 €, zum Beispiel San Pellegrino).
    Bei einem Durchschnittspreis von 0,70 € pro Liter und einem Konsum von 130 Litern pro Jahr kommt man auf einen Preis von 91 € pro Jahr und Person!

    Leitungswasser ist im Vergleich deutlich billiger! Ein Kubikmeter (1000 Liter) Wasser kostet bei uns (Gemeinde Rosbach) 3,90 € (1,90 € Frischwasser plus 2 € Abwassergebühr).
    Bezieht man den Preis auf einen einzigen Liter kostet dieser 0,0039 €, also weniger als einen halben Cent!
    Bei einem Durchschnittsverbrauch von 130 Litern pro Jahr würde dies jeden Menschen nur 0,51 € kosten!!!
    Manche mögen jedoch nur gesprudeltes Wasser, doch auch das ist kein Problem, denn man kann es zuhause selbst mit Kohlensäure versetzen! Ein Wassersprudler kostet im Schnitt 60 € als einmalige Anschaffung. Dazu kommen noch Gaskartuschen. Diese kosten 8 € und reichen für 60 Liter Sprudelwasser, pro Liter also 0,13 €.
    Ein Liter Sprudelwasser „home made“ kostet also die 0,0039 € für das Wasser plus 0,13 € für die Kohlensäure, also 0,1339 € pro Liter, was bei 130 Litern pro Jahr immer noch „nur“ 17 € pro Person sind! (plus einmalig 60 € für das Sprudelgerät)

    Fazit: Vergleicht man all diese Zahlen wird schnell deutlich: Leitungswasser ist viel billiger! Trinkt man ab sofort statt Mineralwasser aus der Flasche nur noch Leitungswasser spart man pro Jahr und Person ca. 90 €! Mag man lieber Sprudelwasser, spart man immerhin noch 74 €!
    Mineralwasser ist im Schnitt 200 mal teurer als Leitungswasser!!!


    Der Umwelteinfluss:

    In Deutschland gibt es etwa 500 Mineralwassermarken. Die meisten davon sind Sprudelwasser.
    Damit wir daheim Wasser aus Flaschen trinken können, müssen 2 wichtige Schritte passieren: Die Flaschen müssen produziert werden und die befüllten Flaschen müssen transportiert werden. Diese beiden Schritte haben einen großen Einfluss auf die Ökobilanz des Wassers aus der Flasche.

    Der Verbrauch von Flaschenwasser boomt. Alleine in den USA werden pro Sekunde 1500 Plastikflaschen verbraucht. 80 Prozent dieser Flaschen werden nicht recycelt.
    In Deutschland sieht die Situation ähnlich dramatisch aus: 800 Millionen PET-Flaschen sind pro Jahr in Deutschland im Umlauf. Weniger als 1/3 des deutschen Mineralwassers wird noch in Glasflaschen verkauft. Die restlichen 2/3 sind Plastikflaschen. Hergestellt werden die praktischen PET-Flaschen aus Kunststoff, der wiederum aus Erdöl hergestellt wird.
    Selbst Pfand auf die Flaschen bedeutet nicht gleich Recycling der Flaschen. Einwegflaschen sind ein klarer Trend - Mehrwegflaschen sind nach Erkenntnissen der Gesellschaft für Konsumforschung zunehmend out. Nach Schätzungen wird knapp ein Drittel der Pfandflaschen nicht zurückgebracht - diese belasten dann als Müll die Umwelt!
    Ganze 500 Jahre dauert es, bis Plastik verfällt!

    Der Transport des Flaschenwassers ist bei den in der Regel langen Lieferwegen zudem sehr energieaufwendig! Es ist selbstverständlich dass es noch unökologischer ist, nicht örtliches Wasser zu kaufen, also z.B. San Pellegrino aus Italien oder Volvic und Vittel aus Frankreich da der Transportweg noch viel länger ist!

    Die Energiekosten für die Produktion, das Abfüllen, das Verpacken, Lagern und Ausliefern liegen bei in Flaschen abgefülltem Wasser viel zu hoch. Außerdem verschlingt die Herstellung von Plastikflaschen Unmengen an Öl und der Transport erzeugt viel CO2 !
    Der Energieverbrauch für die Beschaffung von Leitungswasser liegt bei ca. 0,0003 Liter Erdöl pro Liter Wasser, bei gekauftem Wasser können bis zu 0,3 Liter Erdöl nötig sein, um einen Liter Mineralwasser auf den Esstisch zu bringen!

    Fazit: Wasser in Flaschen, welches das Getränk mit den weltweit stärksten Zuwachsraten ist, mag zwar industriell ein Gewinner sein, aus Umweltschutzsicht ist es aber ein Verlierer!
    Die Umweltbelastungen von gekauftem Wasser liegen 100 bis 2000 Mal höher als Leitungswasser, die Ökobilanz von Wasser aus (Plastik-)Flaschen ist also ein Desaster!!!


    GESAMTFAZIT:

    Wasser in Flaschen zu kaufen schadet der Umwelt und kostet viel Geld!
    Wer sein Trinkwasser am heimischen Hahn zapft, der spart Geld und schont die Umwelt.
    Mit unserem Wasser aus der Plastikflasche verursachen wir ein ökologisches Desaster!
    Leitungswasser und eine wiederaufüllbare Flasche für Unterwegs sind also vor allem aus Umweltgründen zu bevorzugen und sogar viel komfortabler. Denn wer schleppt schon gerne Wasser kistenweise nach Hause?


    Quellen:

    http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/0,1518,482454,00.html
    http://www.sueddeutsche.de/muenchen/hahn-oder-flasche-mineralwasser-oder-leitungswasser-1.742606
    http://www.greenpeace-magazin.de/index.php?id=5582
    http://reset.to/act/leitungswasser-statt-plastikwasser
    http://www.biobay.de/artikel/leitungs-oder-mineralwasser

    http://www.daburna.de/blog/wp-content/uploads/2010/02/plastikflaschen_muell.jpg
    http://www.sirup-shop.de/pics/mittel/Soda-Club-New-Cool.jpg
    http://www.duisburg.de/vv/53-5/medien/Wasserhahn.jpg
     

Kommentare

28 Kommentare
  • Bienenkoenigin
    Bienenkoenigin dein artikel hat mich dazu motiviert mit meinen Eltern mal darüber zu reden ob wir nicht einfach ganz auf "gekauftes Wasser" verzichten und ganz auf Leitungswasser umsteigen ;)
    sie warn von meiner Idee auf jeden fall begeister ;) mal sehen ...  mehr
    3. Mai 2011
  • Elphaba
    Elphaba Ich finde deinen Artikel echt klasse! Man merkt, dass da viel Arbeit und Mühe drin steckt, aber es ist ja auch ein wichtiges Thema, das trotdem viel zu wenigen bewusst ist. Aber das bestärkt mich immerhin darin, weiterhin hauptsächlich Leit...  mehr
    7. Mai 2011
  • HatTrick
    HatTrick Dein Artikel ist wirklich sehr gut und sauber recherchiert. Ich habe bereits eine kleine Facharbeit zum Thema Wasser gelesen und kann deine aufgeführten Punkte soweit stüzen. Auch eine interessante Sache bezüglich der "Umweltbilanz&quo...  mehr
    11. Mai 2011
  • Spacepanda
    Spacepanda Erstmal danke für den Bericht, der ist echt super :)

    @ MJ1499:
    Eine Freundin von mir läuft immer mit einer kleinen 0,5 Liter-Falsche, von Bonaqua glaub ich, rum und füllt da immer Leitungswasser rein. Muss man eben einmal auf seine 25 Cent...  mehr
    3. November 2012