Berichte

Zwischen Gipfelbuch und Abseilring

  • Vier auf dem Weg in die Alpen… von einer riesigen Community haben 4 Jugendliche die Chance, 2 Wochen in den Alpen zu verbringen. Ausgerechnet ich gehöre dazu, darf 2 Wochen Natur pur erleben, tolle Sportarten ausprobieren und dem Klettern frönen, über das Geschehen in einem bedrohten Lebensraum posten, etwas für die Umwelt tun - ausgerechnet ich!
    Das war ein unglaubliches Gefühl. Glück, Freude, Fassungslosigkeit.

    Doch nachdem sich diese Euphorie ein kleines bisschen gesetzt hatte (nicht abgeklungen - immer wenn ich an das Camp denke, könnte ich noch heute die ganze Welt umarmen) kamen langsam auch die Zweifel: Schaff ich das wirklich? Bin ich gut genug?
    Zum Glück motivieren uns nicht nur die Rundmails von Steffen, sie unterstützen auch mit praktischen Vorbereitungstipps, Ausrüstungslisten und Infomaterial. Umso beruhigender war es dann zu lesen, dass ich viele von den Ausdauer- und Konditionsvorbereitungen bereits in Angriff genommen habe.

    Samstag, 07:30 - wenn zu solch unchristlicher Zeit am Wochenende der Wecker klingelt, hat man etwas vor. Etwas Wichtiges, Langdauerendes, Schönes, etwas, worauf man sich richtig freut. Ich habe mich schon die ganze Woche auf diesen Tag gefreut. Der Berg ruft.
    Die Verpflegung ist gepackt, Seil, Schlingen, Gurt und Schuhe sind auch schon verstaut. Also auf geht’s. Wohin? In die Sächsische Schweiz, ins Bielatal, um an bizarr geformten Sandsteinfelsen Kletterschuhe, Körperbeherrschung und die Fingerkuppen auf die Probe zu stellen.

    Für dieses Jahr ist das mein zweiter Kletterausflug in das Elbsandsteingebirge. Trotz einiger richtig schöner und sonniger Tage sind die Felsen noch eiskalt und teilweise vollkommen bemoost oder glitschig, an manchen Ecken tropft es sogar noch. So hing ich gleich am ersten Weg des Tages am Felsen , habe immer relativ erfolglos meine Finger warm gehaucht und konnte mich weder auf die Reibung meiner Schuhe noch das Gefühl meiner Fingerspitzen verlassen.
    Aber als ich dann auf dem Gipfel saß, meine Hände zitterten und vor in sie strömender Wärme kribbelten, die Füße aus den Schuhen befreit habe und einfach nur froh war, es geschafft zu haben - da hat mir mein selbsternannter ''Klettergrenzen-austesten''-Förderer eröffnet, dass ich gerade eine VI geklettert bin, aber der Einstieg war mindestens eine VIIa. Irgendwann ist immer das erste Mal.
    Die III danach kam mir dann wie Wanderweg vor und drei weitere meinem ersten Weg ähnelnde Schwierigkeitsstufen mussten auch noch sein, bevor es dann zum Ausklingen noch eine I gab - um die lange Abseile noch mal zu genießen. Wer weiß, wenn die Sonne nicht schon untergegangen wäre… ;-)

    Es war ein wunderschöner Tag - an dessen Ende meine Fingerkuppen wund waren, meine Hände vom Rissklettern schmerzten und meine Füße förmlich nach ordentlichen Schuhen schrien. Aber das waren Freude, die kurze Angst und die Erleichterung nach der Überwindung, die wunderbare Aussicht und die Sonne auf den Gipfeln ''Leichte Zacke'', ''Wegelagerer'' und ''Vorderer Schroffer Stein'' mehr als Wert.
    Jetzt freue ich mich auf’s Hochgebirge! Und natürlich auf nächsten Samstag. Da suchen wir uns eine andere Felsgruppe im Bielatal :-) Also liebes Wetter: Weiter so!

    Tania Habel

Kommentare

3 Kommentare
  • TobiS
    TobiS Super Bericht. Das muss echt ein super Gefühl sein, wenn man oben angekommen ist und sieht was man erreicht hat. Wünsche euch vier viel Erfolg für das Camp ;)
    17. April 2011
  • Stoffie
    Stoffie toller bericht. ich hab das gefühl ich war dabei als du geklettert bist :)
    viel spaß in den alpen!
    18. April 2011
  • JohannesB
    JohannesB Wirklich ein toller Bericht, sehr schön geschrieben!
    Ich wünsche Euch weiterhin eine gute Vorbereitung und dann eine tolle Zeit in den wunderschönen Alpen :)
    18. April 2011