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Zeitung oder Internet? Was ist ökologischer?

  • Was ist eigentlich besser für die Umwelt: Eine Zeitung auf Papier zu lesen oder online im Internet? Überraschenderweise hat das alte „Holzmedium“ im Öko-Vergleich die Nase vorne!

    Wer alle zwei Wochen einen dicken Stoß Altpapier an die Straße stellt, fühlt sich womöglich als Umweltverschmutzer schuldig. Wäre es nicht viel ökologischer gewesen, die neusten Nachrichten auf dem Bildschirm zu lesen? Eine neue gründliche Ökobilanz vom Centre for Sustainable Communications (CESC) am KTH Stockholm bestätigt das nicht!

     CO2 ist ein Gas, das bei allen Verbrennungsvorgängen, u.a. bei unserer Atmung, entsteht und nicht als Emission gemessen, sondern nur über die chemische Umsetzung (das CO2-Äquivalent) mathematisch berechnet werden kann. Daher wird auch oft das Gefährdungspotenzial von weniger bekannten Gasen in eine äquivalente CO2-Menge umgerechnet.

    In der ersten Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls werden sogar Emissionsmengen mit Hilfe der CO2-Äquivalente der einzelnen Gase bewertet und so gemäß ihren Treibhauspotenzialen gewichtet.

    Online im Internet: 36 Kg CO2-Äquivalent/Jahr

     

    • Der Energieverbrauch (39%): Wer online liest, verbraucht Strom für den PC und Bildschirm. Dazu kommt der heimische Internet-Modem und falls vorhanden der drahtlose W-LAN Zugang. Beides läuft in der Regel rund um die Uhr.

    • Das Internet (35%): Ohne Internet keine Online-Zeitung! Die Einrichtung und der Betrieb der vielen weltweiten Serverpacks für Datenspeicherung- und übertragung verbraucht eine Menge Strom.

    • Die Herstellung von Bildschirmen oder PCs (13%): Bei der Produktion von PCs und Bildschirmen werden hochwirksame Treibhausgase wie Schwefelhexafluorid in die Umwelt freigesetzt

    • Die Herstellung von Hardware (12%): In diesem Bereich geht es um die Herstellung von Speicherchips, Prozessoren, Festplatten, Trafos oder Gehäuse.

    • Der Transport (1%): Aus den Produktionsstätten in Fernost muss die Hardware wieder zum Endverbraucher: Europa

     

    Als Papier in der Hand: 28 Kg CO2-Äquivalent/Jahr

     

    • Das Papier (57%): Für Zeitungspapier wird meistens recyceltes Altpapier verwendet, trotzdem hat das Papier die größte Umweltbelastung. Je mehr Frischfasern aus der Holzwirtschaft hinzugefügt werden, desto höher ist der Umweltschaden. Moderne Papierfabriken kommen auf einen deutlich geringeren Stromverbrauch und Prozessorwärme als Altanlagen

    • Die Druckmaschinen (19%): Die hohe Umweltbelastung entsteht vor allem durch den hohen Stromverbrauch durch die Rotationsmaschinen. Diese verwandeln die Papierrollen in zusammengelegte, gedruckte und verschnürte Zeitungen

    • Die Farbe (10%): Besonders tragen hier die Druckplatten der Farben und ihre Chemikalien zur Treibhausbilanz bei

    • Der Papiertransport (7%): Rohes Material für das Papier kommt besonders aus heimischen „Anbau“

    • Der Vertrieb (7%): Per LKW werden die fertigen Zeitungen zu Großhändlern, Bahnhofsbuchhandlungen uns Kiosken transportiert.

    Quelle:

    DIE ZEIT 31. März 2011 Nr. 14 Seite 41

    http://www.ualm.es/Universidad/CCOO/online-zeitung-kanaren.jpg

     

Kommentare

19 Kommentare
  • MarcelB
    MarcelB Hier wird nur dargestellt, welche kosten entstehen, wenn man versucht eine Zeitung zu lesen...ob man lieber aufs Internet zu greifen sollte, oder auf Papier. Das "teilen" von Mitteilungen nimmt mal überhaupt keinen Einfluss auf die Produkt...  mehr
    12. April 2011
  • YepBecci
    YepBecci Meines Wissens nach hängt das davon ab, wie lange man Nachrichten liest. Schaut man weniger als 15 Minuten in die Zeitung rein, ist es ökologischer im Internet zu recherchieren, liest man jedoch länger als eine viertel Stunde, so sollte man...  mehr
    13. April 2011
  • TaniaTukan
    TaniaTukan Um das entgültig beurteilen zu können, bzw. sich sicher auf die Studie verlassen zu können, muss man wahrscheinlich selber mitgewirkt haben. Da sie aber von der Zeit veröffentlicht wurde und der IT-Branche nicht so sympathisch sein d&u...  mehr
    19. April 2011
  • TaniaTukan
    TaniaTukan Ach ja, mir ist noch ein Argument für die Zeitung eingefallen: Ein und die selbe Zeitung kann von mehreren Personen gelesen werden - bezieht man Nachrichten aus dem Internet, können zwar auch mehrere Leute ein und denselben PC nutzen, die Zeit i...  mehr
    19. April 2011