Berichte

50 Jahre WWF International - eine bewegte Geschichte! (Teil 1)

  • Der WWF fing klein an, und heute kämpft er für den gesamten Planeten. Seit seiner Gründung 1961 hat der WWF unglaublich viel für die Natur erreicht. Mit seiner Hilfe entstanden bis heute rund zehn Millionen Quadratkilometer Schutzgebiete weltweit - eine Fläche größer als Kanada oder China!

    Wie fing das Ganze an. Drücken wir doch mal die Rückspultaste:

    Ah, perfekt! Da wären wir schon: Der 29. April 1961. Alles schön schwarz-weiß, jede Menge Schlauköpfe mit Anzug, Krawatte und dicken Brillengestellen. Wir sind bei einer besonderen Gründungssitzung. 16 Wissenschaftler, Geschäftsleute und Politiker gründen den WWF.

    In ihr Manifest schreiben sie, was das Ziel sein soll: Weltweit Geld zu sammeln für verfolgte und gefährdete Tiere, um damit mutige Naturschützer in die "Gefahrenzonen der Erde" zu schicken. Mehr noch: Sie wollten eine Art "Einsatzzentrale" ("war room") einrichten, um weltweit alle Gebiete zu erfassen, in denen Natur bedroht war.

    Naja, Manifest schön und gut, aber bis dahin kannte ja niemand diesen "World Wildlife Fund". Also ab in die Medien! "Dem Untergang geweiht - durch Torheit, Habgier und Ignoranz der Menschen“ - Mit einem noch nie dagewesenen Weckruf an die Welt meldete sich vor 50 Jahren der WWF erstmals zu Wort.

    In einer "Schockausgabe“ des Daily Mirror erschreckte am 9. Oktober 1961 die damals noch winzige Gruppe Naturschützer die britische Öffentlichkeit. Auf gleich sieben Seiten, mit aufrüttelnden Fakten! Durch unser Tun, so die Autoren, würden bald Nashörner, Antilopen oder Galapagos-Schildkröten so „tot sein wie ein Dodo“ - jener bereits 1690 von Menschen ausgerottete Riesenvogel. Stell dir mal vor: 2010 gab es auf der Welt noch einen Riesenvogel, heute schon ist er Geschichte. Das hat auch damals viele empört.

    Die Wirkung blieb nicht aus: Binnen einer Woche spendeten die Briten unglaubliche 60.000 Pfund (umgerechnet rund 350.000 Euro) an den WWF, der erst vier Wochen zuvor als internationale "Charity"-Organisation in der Schweiz formal gegründet wurde.

    In den ersten drei Jahren sammelte der WWF weltweit fast 1,9 Millionen US-Dollar (rund 3,9 Millionen Euro) - und gab das Geld direkt an Hilfsprojekte weiter: Zum Beispiel an die Weltnaturschutzunion IUCN, oder an die Charles Darwin Foundation auf den Galapagos-Inseln, um die letzten einzigartigen Tierarten vor verwilderten Schweinen und Ziegen zu retten, die deren Eier auffraßen.

    Eierfressende Ziegen... Die Probleme haben heutzutage eine andere Größenordnung. Vom Feuerwehreinsatz zur Politik - heute kümmert sich der WWF um die globalen Wälder, um die Weltmeere, ums Klima... Aber Moment! Bis dahin passierte ja noch jede Menge!

    In den ersten Jahren wurden viele nationale WWF's gegründet. Wir nennen sie die "NO's", also die National Organizations. Schon 1963 war Deutschland dran. Mit den ersten 85.000 DM - wer von Euch kennt noch die Währung vor dem Euro? ;) - leisteten Mitarbeiter des WWF Deutschland vor allem Soforthilfe in Notfällen: zur Rettung nordeuropäischer Greifvögel genauso wie zum Schutz des Neusiedler Sees in Österreich oder der damals schon durch Bernhard Grzimek berühmten Serengeti in Ostafrika.

    Wir konnten sie tatsächlich vor dem sicheren Aussterben retten: die Java-Nashörner im indonesischen Schutzgebiet Udjong Kulon, die Affenadler auf den Philippinen und die Vicuñas in den südamerikanischen Hochanden. Und schon kamen die ersten langfristigen Projekte dazu: Zum Beispiel der Aufbau der Wildhüterschule Garoua in Kamerun.

    Im Mündungsbereich des Guadalquivir in Andalusien verhinderte der WWF, dass die spanische Regierung das Feuchtgebiet trocken legte. Es entstand der Coto Doñana-Nationalpark als letzte Zuflucht des Iberischen Luchses und Spanischen Kaiseradlers. In Deutschland wiederum half der WWF ab 1968, die letzten Seeadler vor dem Aussterben zu bewahren. Es hat geklappt!

    Springen wir mal in die 70er Jahre! Schlaghosen - und die ersten langfristigen WWF-Projekte und Kampagnen. Zum Beispiel in Indien: 1973 startete der WWF zusammen mit der dortigen Regierung unter Staatschefin Indira Gandhi das erste große Tigerschutzprojekt mit einem sechs Jahre dauernden Schutzprogramm und der Einrichtung von neun Tigerschutzgebieten.

    1975 startete der WWF seine erste weltweite Kampagne für den Schutz tropischer Regenwälder und schuf den Grundstein für mehrere Dutzend Schutzgebiete. Ein Jahr später machte die Umweltstiftung auf die Not vieler Meeressäuger aufmerksam, die damals noch legal gejagt wurden. Erste Meeresschutzgebiete wurden eingerichtet und Strände, an denen Meeresschildkröten nisten, erstmals auf WWF-Initiative hin unter Schutz gestellt.

    Um den sprunghaft wachsenden Artenhandel weltweit zu kontrollieren und Schmuggel besser zu bekämpfen, gründete der WWF 1976 zusammen mit der Weltnaturschutzunion IUCN das Programm "TRAFFIC", das Regierungen seither vor allem beim Zoll unterstützt.

    Oh, die Kollegen von TRAFFIC spielen uns gerade eins ihrer Kampagnenvideos ein - zum Thema Traditionelle Chinesische Medizin:

    Mit rund einer Million Förderern weltweit wagte der WWF 1980 einen neuen Schritt: Zusammen mit dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) und der IUCN wurde in 34 Ländern zugleich die Weltnaturschutzstrategie veröffentlicht. Das Papier stellte Naturschutz in einen noch größeren Zusammenhang - nämlich zur Sicherung unseres Überlebens, unserer natürlichen Ressourcen und als Voraussetzung jeglicher Entwicklung. 50 Nationen entwarfen auf der Grundlage dieses Papiers ihre ersten eigenen nationalen Naturschutzstrategien.

    Hey - zuerst Nashörner und Seeadler, und plötzlich geht's immer mehr um das "große Ganze". Richtig gemerkt! Naturschutz war umfassender geworden. Der WWF erweitere deshalb auch nicht nur seine Arbeitsgebiete, sondern auch seinen Namen. Aus dem "World Wildlife Fund" wurde 1986 der "World Wide Fund For Nature“. Nicht mehr nur einzelne Tierarten, sondern ganze Ökosysteme und Landschaften sollten vor der Zerstörung bewahrt werden.

    Oh, Achtung, hier laufen uns jetzt ein paar italienische Naturschützer durch's Bild. Sie feiern den 25. Geburtstag des WWF - im September 1986:

    Einer der größten Erfolge in den 80ern war das Verbot der Jagd auf Großwale: Der WWF konnte die Mehrheit der Mitglieder der Internationalen Walfang-Kommission davon überzeugen, die dramatisch geschrumpften Populationen der Meeressäuger fortan zu schonen. Das Moratorium gilt bis heute - obgleich von Ländern wie Japan und Norwegen fortwährend hintertrieben - als entscheidende Maßnahme zur Rettung der Wale.

    Biologische Vielfalt, Nachhaltigkeit, Living Planet Index... Die Welt und die Reichweite des WWFs wurden immer größer. Was änderte sich in den 90ern, was sind die Herausforderungen im neuen Millenium.

    Hier geht's zu Teil 2 unseres Rückblicks!

    Und hier findest du einen Überblick über unsere größten Naturschutz-Erfolge. 

     

Kommentare

13 Kommentare
  • Marcel
    Marcel Danke, Nessi! Dein Lob motiviert uns natürlich total! Alle hier im Team haben sich riesig über eure Rückmeldungen und die \'Geburtstagswünsche\' gefreut! Lasst uns jetzt erst recht weitermachen - wir können noch so viel für d...  mehr
    19. April 2011
  • Maikaefer
    Maikaefer Herzlichen Glückwunsch und Danke!! Auch die "jung gebliebenen Alten" können von der WWF-Jugend noch so viel lernen. Schön das es euch gibt :)
    23. April 2011
  • JavaNashorn
    JavaNashorn Hallo Leute
    seid ihr noch da??????
    warum schreibt seidApril keiner mehr???
    Meldet euch mal OK?
    Wir haben nämlich Juli
    31. Juli 2011
  • Girty
    Girty Wow. Grooooßes Lob an das gesamte Wwf Team weltweit, ich bin echt froh hier Mitglied zu sein (wenn auch erst seit kurzem) und die Chance zu haben etwas bewegen zu können :))
    14. November 2011