Berichte

Marko Seibold und Eckart Brandt- Lebensmittel mal anders

  • Blumenkohl, Gurken, Paprika- sowas findet man bei uns häufig am Mittagstisch. Aber was ist mit gelber Beete, rotem Rosenkohl und Kürbissen mit Esskastanienaroma? Alles Gengemüse? Falsch- "einfach" nur fast ausgestorben!

    "Ich brauche einfach die Vielfalt, alles andere wäre mir zu langweilig." Marko Seibold hat sich auf etwas ganz Besonderes speziallisiert- auf seltene, fast ausgestorbene Gemüsesorten. Erdbeermais, Ochsenherzrüben und Knollenziest gehören zu seinen Spezialitäten. Noch nie davon gehört? Da bist du nicht allein.

    Viele der Gemüsearten, die Seibold anbaut, sind nämlich schon fast ausgestorben, aus den Supermärkten verschwunden. Schade eigentlich. Und schlecht- "Die alten Sorten haben noch Inhaltsstoffe, die wir dringend brauchen. Bei der Züchtung der neuen Sorten sind viele Mineralien verloren gegangen." Der Bauer kauft seltene Sorten oder findet sie zufällig. "Den Samen für meinen Gemüseampfer habe ich von einem französischen Mönch bekommen. Er hatte das Päckchen über lange Jahre im Kloster gehütet", erzählt er stolz.

     

    (Quelle: http://www.welt.de/print/welt_kompakt/vermischtes/article12331298/Bauer-rettet-Gemuesesorten.html)

    Auch Eckart Brandt hält nicht viel von dem, was wir in Supermärten finden. Auf seinem Hof hat er über 700 Apfelsorten gesammlt, außerdem 60 Birnen- und 40 Pflaumensorten. Viele dieser Sorten gibt es nicht im Supermarkt zu kaufen. Sie sind uralt- die älteste Sorte gibt es seit dem 12. Jahrhundert! Der Borstorfer ist leider nur noch selten zu finden, da sich Menschen nicht viel aus ihm machen- diese Sorte trägt erst nach 15 Standjahren Früchte.

    "Heute müssen Äpfel vor allem knackig sein – ein furchtbares Wort. Früher hatten Äpfel noch andere Eigenschaften. Wenn jetzt ein Apfel nicht knackig ist, ist er mehlig." Der Bauer hält nicht viel von der heutigen Sicht der Menschen auf Äpfel. Er züchtet alte, vergessene Sorten, wenn auch längst nicht alle, die es mal gab! Aus dem 19. Jahrhundert gibt es Beschreibungen von 4000 (!!!) Apfelsorten.

    Eckarts Anbau ist Teil des "Boomgarden"- Projekts, einer "Genbank" für fast 1000 Obstarten.

    (http://www.zeit.de/2004/35/C-Gefragt-_80pfel?page=1)

Kommentare

14 Kommentare
  • MarcelB
    MarcelB Danke danke danke, dass wusste ich garnicht...wow! Sehr sehr informativ! Wie biste denn auf DAS Thema gekommen? :))
    4. April 2011
  • Cedric
    Cedric Es ist echt schade zu lesen, wie einfach "altes" (höchstwahrscheinlich sehr leckeres!!!) Gemüse ausstirbt. Und das alles weil alle Leute möglichst günstiges Gemüse haben wollen, sodass deshalb dann nur die ertragreichste...  mehr
    4. April 2011
  • Speck
    Speck netter Bericht =)
    Ich würde gern mal diese Gemüsearten probieren *grins*

    Schade das es soviel Gen Scheiße in den Supermärkten gibt,
    sowas wäre auch mal was.
    4. April 2011
  • HannaS
    HannaS Es ist immer wieder schön, über solche engagierten Leute zu lesen, die Lebensmittel nicht nur des Geld wegen, sondern vor allem aus eigener Motivation anbauen.
    10. September 2011