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Ab auf den Kompost? - Meine Shampoo Flasche ist auf einem Maisfeld gewachsen!

  • Ich bin zurzeit als Gastschülerin in Australien und als mir vor kurzem das Shampoo ausging, habe ich im Supermarkt eine Entdeckung gemacht, die mich ziemlich begeistert hat: Ein Shampoo aus der Reihe „Organic Care“ von Nature’s Organics©.

     

    Bei Nature’s Organics© handelt es sich um eine australische Firma, deren Ziel es ist, umweltfreundliche Produkte von bester Qualität zu möglichst niedrigen Preisen zu verkaufen, da die Leute bei Nature’s Organics© keinen Sinn darin sehen, Produkte zum Schutz der Umwelt zu entwickeln, die sich am Ende keiner leisten kann.

    Erste Ansätze in Sachen Umweltschutz hatte die Firma schon in den 1950ern und seit den frühen 80er Jahren werden die Produkte stetig weiterentwickelt und die Auswahl vergrößert, sodass Nature’s Organics© inzwischen mehr als 40 Produkte in den Bereichen Wasch-, Spül-, und Putzmittel und Haar- und Körperpflege anbietet. Erhältlich sind diese zu 100% in Australien hergestellten Artikel  in den Hauptsupermarktketten Australiens, aber auch international. In Deutschland wird man sie jedoch wohl leider nicht finden, aber der weite Weg, den die Waren dazu zurücklegen müssten, würde ihre Umweltverträglichkeit ohnehin in Frage stellen.

    Nature’s Organics© bemüht sich um einen Ausgleich zwischen den für die Wirkung der Produkte zwingend notwendigen Chemikalien und natürlichen Inhaltsstoffen, wobei versucht wird, den Anteil dieser zu erhöhen, sobald es neue Entdeckungen und Technologien zulassen. Zudem versichert die Firma, dass keines ihrer Produkte an Tieren getestet wurde oder tierische Stoffe enthält.

    Das alles an sich ist zwar schön und gut, jedoch allerdings nichts völlig Neues. Schließlich haben wir ja auch zu Hause in Deutschland ein immer größer werdendes Angebot an Naturkosmetik wie z.B. von Alverde und biologisch abbaubaren Wasch- und Putzmitteln. Das besondere an Nature’s Organics© ist, dass die Firma sich zusätzlich bemüht, den durch die Verpackung entstehende Abfall aus nicht erneuerbaren Rohstoffen zu minimieren. Laut eigenen Angaben sind sie die weltweit ersten, die PLA - nachhaltige, kompostierbare Verpackung oder in anderen Worten: Bioplastik – eingeführt haben.

    Hergestellt wird dieses sogenannte Bioplastik aus Pflanzen wie zum Beispiel Mais. Dieser wird 30 bis 40 Stunden bei ca. 50°C gekocht, das dazu benötigte Wasser wird später im Prozess oder zur Herstellung von Tierfutter weiterverwendet. Der Mais wird gemahlen und die Stärke, die den bei der Fotosynthese entstandenen Zucker enthält, wird isoliert. Mikroorganismen wandern den Zucker anschließend in Milchsäure um, aus der dann Polylactide entstehen, die zu Plastikpellets weiterverarbeitet werden.

    Die erste kommerzielle Anlage zur Herstellung dieses Kunststoffes wurde 2002 von NatureWorks LLC in den USA in Betrieb genommen und bis Mitte nächsten Jahres soll auch in Deutschland eine solche Anlage errichtet werden, nämlich in Guben in Brandenburg.

    PLA könnte das Plastik der Zukunft sein, da es ähnliche Eigenschaften wie die herkömmlichen Massenkunststoffe besitzt und sich aufgrund der vorhandenen Anlagen ohne weiteres weiterverarbeiten lässt. Vor allem für kurzlebige Verpackungsfolien, z.B. von Lebensmitteln, bietet es eine umweltfreundliche Alternative zum aus Öl hergestellten Plastik. Bei der Herstellung von 1kg dieses herkömmlichen Plastiks entstehen 3,4kg CO2, bei der Herstellung von PLA nur 0,27kg. Es wird also nicht nur aus nachhaltigen Ressourcen hergestellt, sondern vermindert auch den CO2-Ausstoß um über 90%. Weniger geeignet ist PLA jedoch als Material für Becher, die Heißgetränke enthalten sollen, da der Kunststoff bei Temperaturen von ca. 60°C weich wird, ansonsten ist das Bioplastik allerdings vielfältig einsetzbar. In der Medizin wird es schon länger verwendet, z.B. als Nahtmaterial oder zur Stabilisierung von Knochenbrüchen.

    Meine aus Bioplastik bestehende Shampoo Flasche ist also vollständig recycelbar. Sie kann auch in industriellen Kompostanlagen kompostiert werden, auf den Komposthaufen im Garten sollte man sie trotz allem jedoch nicht werfen, da dieser nicht die notwendige Hitze und Feuchtigkeit zum Abbau des Kunststoffes erreicht.

    Quellen: 

    http://www.naturesorganics.com.au/index.php
    http://www.natureworksllc.com/
    http://www.bioplastics24.com/content/view/70/35/lang,de/
    http://de.wikipedia.org/wiki/Polylactide
    http://www.productreview.com.au/item/images.html?item_id=54937

     

Kommentare

9 Kommentare
  • KatevomDorf
    KatevomDorf der bericht ist echt klasse. cool fänd ich\'s allerdings, wenn du (oder jemand anders) mir noch ein-zwei fragen dazu beantworten könnte.
    1. aslo ich habe noch nciht ganz verstanden, wie aus Polylactaice PLA wird. mir fehlt da gewissermaßen...  mehr
    28. März 2011
  • Cookie
    Cookie Danke! :) Also ich versuch mal, dir deine Fragen so gut es geht zu beantworten:
    1. Leider bin ich net grad en Chemie-Genie un so ganz eingeleuchtet hat mir der Vorgang jetzt auch noch net. Meine Informationen hatte ich von der Hompage von NatureWorks LLC...  mehr
    29. März 2011
  • KatevomDorf
    KatevomDorf also ich finde es schon einmal total gut, dass du die infos für mich zusammengetragen hast. die 13 seiten über Polyactide führe ich mir morgen früh zu gemüte. habe heute abend schon was vor^^
    das englische "poster" ist ...  mehr
    30. März 2011
  • Hamsti
    Hamsti mais ist tierfutter und lebensmittel für leute. die mexikaner haben gegen die verwendung von mais demon´striert, da preise für lebensmittel gestiegen sind. flasche oder essen ist die frage. denke eher essen kommt in frage. da sollte man ke...  mehr
    10. Mai 2011