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Zukunftsweisend? Mutter Natur als Vorbild in der Schifffahrt

  • Flossenantrieb statt Schiffsschraube?

    Deutliches Motorbrummen und schäumendes Wasser, das in der breiten Fahrrinne mit allem, was sonst noch so im Weg schwimmt, durcheinanderwirbelt. So sind wir Schiffe und Motorboote gewöhnt. Doch geht es auch anders?

    Deutsche Physikingenieure beginnen sich für eine neue Art des  Schiffantriebs zu interessieren. Faszinierend ist dabei die Tatsache, dass sie sich stark an den Vorbildern aus der Natur orientieren: So haben Zoologen der Universität Bonn Forellen in einem Strömungskanal gefilmt und ihre Bewegungen in 3D auf den Computer übertragen. Auf diese Weise versucht man herauszufinden, auf welche Weise sich diese Fische so kraftvoll und gleichzeitig so energiesparend bewegen können.

    Die Forelle ist dabei so interessant, weil sie natürlicherweise in Bächen mit starker Strömung lebt - aber Strömung ist nicht gleich Strömung: Äste und Steine sorgen für unvorhersehbare Strömungswirbel.

    Um diese natürlichen Begebenheiten zu simulieren, setzten die Forscher einen Zylinder als Hindernis in den Strömungskanal. Und siehe da: Die Forelle nutzt die Strömungsverhältnisse sofort so energiesparend wie möglich aus!

    Nun hat man einen Roboter konstruiert, der die Bewegungen eines Fisches mithilfe vieler beweglicher Segmente nachahmt. Dabei bewegt sich hauptsächlich die Schwanzflosse in ausholenden Bewegungen, während das Vorderteil nahezu ruhig bleibt. Einige Segmente werden mit einem Servomotor angetrieben; diese sind so angeordnet , dass sie die übrigen Segmente verdrehen. Durch die Spannung ensteht eine wellenförmige Bewegung über den Fischroboter.

    Dieses Modell könnte man auf die Schifffahrt übertragen, indem man statt der Schiffsschraube eine "Hinterflosse" verwendet.

    Vorteile hätte dieser Antrieb allemal:

    Der Flossenantrieb wäre eine deutliche Energieersparnis gegenüber der Schiffsschraube, darüber hinaus würde sie keine Tiere und Pflanzen zerhacken oder den Boden aufwühlen, wie es bei der Schiffsschraube der Fall ist.

    Aus diesem Grund wird weiter an der Flossenmethode gefeilt. Beispielsweise hat man probiert, die Segmente mithilfe einer Luftpumpe zu bewegen anstatt mit Motoren, was den Effekt noch verbessert. Zunächst  soll der Flossenantrieb an Booten bis zu zehn Meter Länge erprobt werden. Weitere Optimierung für größere Schiffe ist durchaus denkbar.

    Ein hoffnungsvoller Gedanke, nicht wahr?

     

     

    Quellen:

    www.welt.de/wissenschaft/innovationen/article7585348/Flossenantrieb-soll-Schiffsschrauben-ersetzen.html  Eckart Granitza 11.05.2010

     Bild:

    http://www.beautys.de/v/ndl/boot+motorboot+achterste+schroef+het+water+terugslag.jpg.html

Kommentare

6 Kommentare
  • Orcara gefällt das
  • plouto
    plouto das ist genial hoffe das klappt wärme nämlich auch eine enorme lärm ersparung für die welt meere
    6. März 2011
  • Stoffie
    Stoffie coole sache! hilft das denn auch gegen lärm?
    7. März 2011
  • Gluehwuermchen
    Gluehwuermchen Vermutlich schon..es werden ja wenn überhaupt nur sehr wenige, kleine Motoren gebraucht!
    7. März 2011
  • Franzi
    Franzi Da sieht man mal wieder dass die Natur sich meistens doch noch die besten Möglichkeiten ausgedacht hat ;)
    Schöner Bericht! :)
    7. März 2011