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Die Bank deines Vertrauens?

  • Du gehst zu einem der vielen Bankautomaten und ziehst dir 10 Euro. Schwupps, da sind sie. Herrlich, wie einfach das geht und das Konto verwalten läuft mittlerweile online. Du bist wahrscheinlich Kunde bei der Volksbank, Targobank, Commerzbank oder sonstige. Es gibt so viele von ihnen und alle versprechen dir unheimlich viele Vorteile. Sei es ein kostenloses Girokonto, eine üppige Verzinsung deines Spar- oder Tagesgeldkonto oder eben eine tolle Kundenberatung. Der Kunde ist König und der Bank vertraust du dein Geld an.

    Doch hast du dir einmal Gedanken gemacht, was die Bank mit deinem Geld so alles treibt? Herkömmliche Banken wollen Geld verdienen. Viel Geld, das weiß man spätestens seit der Finanzkrise 2009. Dort wurde zum ersten Mal richtig klar, auf welch dubiose Weise Banken Produkte verkaufen und wie sie so den Kunden irreführen. Ganz zu schweigen von den Anlagen, in denen Banken finanzieren. Denn das meiste Geld geht fließt in andere Unternehmen. Sei es durch Kredite oder Anlagepapiere die so geschnürt werden, dass am Ende niemand mehr den Überblick hat. Und dabei orientieren sich die Banken oftmals an der wirtschaftlichen Lage des jeweiligen Unternehmens.

    Als Beispiel lässt sich die Deutsche Bank nehmen. Sie erwirtschaftete 2010 im ersten Quartal rund neun Milliarden Euro. Das sind 24 Prozent mehr als im vergangenen Jahr, und das unmittelbar nach der Krise. Wie also entstehen solche Summen? Wo wird investiert und wer zählt bei der Deutschen Bank am meisten?

    Fest steht auch hier, das größte Geschäft machen die Banken mit dem Investment! Eine Bank muss immer Gewinn erzielen, sie muss wirtschaftliche sein. So die Regeln der freien Marktwirtschaft. Aber warum kann eine Bank nicht einfach eine Bank sein? Eine Bank, bei der es nicht darum geht, so viel Geld wie möglich zu erwirtschaften und dabei die Leute um ihr zu Erspartes bringen. Denn immer öfters werden Kunden von Bankberatern hinters Licht geführt und somit um ihr Erspartes gebracht. Im Falle von "Lehman Brothers" ging es sogar soweit, dass das Kartenhaus vollständig zusammenbrach und millionen Menschen ihr Geld verloren. Ganz zu schweigen von der Welle des Bankenzusammenbruchs innerhalb der USA sowie international. Mit den Folgen kämpfen wir noch heute. Ganze Staaten, die sich diesen abenteuerlichen Geschäften ohne Bedenken angeschlossen hatten, schwanken nun. Gerettet werden müssen sie schließlich vom Steuerzahler, als uns allen.

    Aber es gibt auch Banken, und das ist den meisten unbekannt, die gewisse Werte und Vorsätze haben. Die den Menschen und die Natur in den Vordergrund stellen und nicht den Gewinn. Diesen Banken geht es nicht um die maximale Gewinnoptimierung und auch nicht um den maximalen Nutzen aus einem Geschäft. Bei diesen Banken gibt es ethische und moralische Werte. Deutschlandweit sind das gerade einmal vier Banken. Die Umweltbank, die GLS Bank, die Ethik Bank und die Triodos Bank. Diese vier können auch als Exoten bezeichnet werden.

    Aber was machen diese Banken anders, als andere?

    Ganz einfach, sie investieren vor allem in Branchen wie erneuerbare Energien, Naturkosthandel oder nachhaltige Immobilien. Aber auch durch solche Investitionen werden kaum Gewinne gemacht. So betrug der Gewinn der GLS Bank 2010 nach Steuern gerade einmal 202.000 Euro. Trotz dieser Investments stehen der Mensch und die Natur immer im Vordergrund. Natürlich müssen auch die Banken wirtschaftlich handeln, jedoch bleiben diese bodenständig und berufen sich auf ihre Prinzipien.

    Es ist ein völliges Missverständnis, dass Banken Geld verdienen müssen, so die Auffassung dieser Banken. Geld für die Menschen aufbewahren und Kredite auszugeben sei das Kerngeschäft. Diese Banken gehen sogar noch einen Schritt weiter und verpflichten sich selber auf Anlagekriterien. So verteilt die Ethik Bank keine Kredite an Unternehmen, die Militärwaffen herstellen oder vertreiben, Atomkraftwerke besitzen oder betreiben, Pflanzen oder Saatgut gentechnisch verändern und noch vielen mehr. Genaueres könnt ihr unten bei den Quellen nachlesen.

    Doch halt, läuft man Gefahr auf etwas verzichten zu müssen oder gibt es Mehrkosten, wenn man wechselt?

    Auch hier gibt es eine große Überraschung. Ich habe mich durch die Internetseiten der Banken geklickt sowie bei etlichen Banken telefonisch nachgehakt! Hier bin ich zu dem Schluss gekommen, dass die angebotenen Konditionen sich kaum von den herkömmlichen Banken unterscheiden oder sogar noch einen Schritt weiter gehen.

    Aber eine Sache bleibt für mich weiterhin interessant… Ist es möglich, leicht seine Bank zu wechseln und halten die Banken auch ihre Versprechen und ihre Werte?

    Das werde ich in den nächsten Wochen erfahren. Dann, wenn ich gewechselt habe und natürlich werde ich dich auf dem Laufenden halten.

    Quellen:

    http://www.ethikbank.de/die-ethikbank/anlagekriterien.html

    http://www.gls.de/

    http://www.spiegel.de/wirtschaft/unternehmen/0,1518,694795,00.html

    Bild: Edward Parker / WWF-Canon
     

Kommentare

14 Kommentare
  • Anais
    Anais @Peet: Seh ich genau so. Gut moeglich, dass ich auch die Bank wechsel, sobald ich mir mehr ueber die alternativen Banken durchgelesen habe. (:
    25. Februar 2011
  • Maide
    Maide Cooole Sache. Ich geh gleich auf deren Seite! Danke Peet!
    25. Februar 2011
  • UnsereGeneration
    UnsereGeneration Toller Bericht. Danke schön dafür!!
    Ich bin auch der Meinung, dass eine Bank einfach eine Bank sein sollte und nicht noch millionenfach Gewinn machen muss, denn dann geht der eigentliche Sinn verloren!!!

    Unsere Generation
    26. Februar 2011
  • micah
    micah um das rätselraten zu beenden: die umweltbank bietet tatsächlich keine girokonten an, deswegen braucht man ein girokonto bei einer herkömmlichen bank, das als referenzkonto benutzt wird. das heißt, wenn ich geld von meinem umweltbankkonto haben will, kann...  mehr
    4. März 2011