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Aquakulturen - Segen oder Fluch?

  • Sicher hat jeder schon einmal etwas von der Massentierhaltung gehört. Hühner, Kühe und Schweine werden dabei auf möglichst geringem Raum gehalten und schnellstmöglich gemästet. Seit einigen Jahren gibt es eine ähnliche Methode für Fische.
    Die Fische werden dabei in großen Farmen im Wasser gehalten, haben eine kurze Lebensdauer und werden genauso wie die Hühner, etc. gemästet. Solche „Bauernhöfe für Fische“ nennt man Aquakulturen.
    Dieses Geschäft boomte in den letzten Jahren, da man mit Hilfe dieser Aquakulturen die Fische draußen im Meer schonen möchte.
    Die Fische werden in Netzgehegen gehalten. Je nach Fischart werden diese Käfige in Fließgewässern oder in stehenden Gewässern angelegt. Fische die kühles salziges Wasser bevorzugen (wie zum Beispiel Lachse), werden vorwiegend in Norwegens Fjorden gezüchtet. Fische die warmes, stehendes und süßes Wasser bevorzugen, können auch auf dem Festland in Seen und Teichen gezüchtet werden.
    Aber nicht nur Fische, sondern z.B. auch Shrimps und Muscheln werden in solchen Aquakulturen gezüchtet.
    Nun stellt sich die Frage ob diese Aquakulturen wirklich so gut sind:

    Auf 1 Tonne Fisch fallen bei der Aquakultur etwas 15 kg Phosphor, 85 kg Stickstoff und 900 kg organischen Abfall. Zum Vergleich: Eine 8.000 Quadratmeter große Lachsfarm produziert genauso viel organischen Abfall, wie eine Stadt mit 10.000 Einwohnern.
    Das Futter besteht aus Abfällen (Fischmehl) der industriellen Fischverarbeitung und anderen kleinen Fischen die extra gefangen werden – also auch Fisch; der aber nicht aus Aquakulturen stammt, sondern von Fischern im Meer gefangen wurde. Auf 1 Tonne Fisch kommen so noch einmal 5 Tonnen Futter. Damit werden die Fischbestände im Meer indirekt geschädigt. Außerdem verschmutzt man das Wasser mit diesen Aquakulturen und man gefährdet das biologische Gleichgewicht. Vermehrt treten in der Nähe der Aquakulturen Krankheiten bei den frei lebenden Fischen auf, die sonst eher untypisch sind.
    Bis jetzt ging es nur um die Aquakulturen in Europa, doch in Asien wurden die Aquakulturen längst zu einem lukrativen Wirtschaftszweig gemacht, der stetig wächst. So wurde in den letzten 20 Jahren schon mehr als ein Drittel der Mangrovenwälder auf Grund von Shrimpzuchtanlagen abgeholzt. Auf einem Quadratmeter Fläche haben etwa 100 Shrimps Platz. Doch schon nach wenigen Jahren müssen diese Teiche wegen Fäkalien, Dünger und Algen aufgegeben werden und neue Teiche müssen gebaut werden.
    Nicht einmal Arbeitplätze schaffen diese Aquakulturen, denn für einen Garnelenteich braucht man lediglich 5 Arbeitskräfte; für ein 40 Hektar großes Reisfeld dagegen schon 50 Arbeiter.

    Am besten macht sich jeder sein eigenes Bild von diesen Aquakulturen. Wenn man billigen Fisch mag und nicht auf ihn verzichten will, sind Aquakulturen eine Lösung. Jedoch der Schaden für die Umwelt ist beträchtlich.
    Wenn man auf solchen Fisch verzichten will, sollte man vor dem Kauf auf die Verpackung schauen. Dort muss angegeben sein, von wo der Fisch stammt. Natürlich sollte man grundsätzlich keinen Fisch kaufen der vom aussterben bedroht ist.
     

Kommentare

5 Kommentare
  • Paul2410
    Paul2410 Also eine Aquakultur an sich ist nicht schlecht, bloß sollte man sie einen anderen Zweck haben. Man sollte dort vom Aussterben bedrohte Fische züchten und regelmäßig welche frei lassen.
    16. Februar 2011
  • MarcelB
    MarcelB Werden die in Aquakulturen gezüchteten Fische exportiert? Oder als Nahrung an die eigene inländische Bevölkerung verkauft?
    Ich habe mal einen ähnlichen Artikel geschrieben, das Problem ist nicht nur das farmen an sich, sondern das was die politisch unabhä...  mehr
    17. Februar 2011
  • leandraf97
    leandraf97 An Paul2410:
    Ja das wäre wirklich mal eine gute Idee. NOch besser wäre es, wenn man die Fische mit anderen Dingen, als Fisch, füttern könnte.

    An MarcelB:
    Teils, teils. Lachs zum beispiel wird garantiert von uns importiert. Wir Deutschen können einfach ke...  mehr
    17. Februar 2011
  • leandraf97
    leandraf97 @ Daisy: Danke erst mal. :) Ja, Bio-Aquakulturen sind etwas besser, jedoch werden die Menschen, die mit diesen Aquakulturen Geld machen, weiterhin die bisherige Methode praktizieren, da diese für sie billiger ist. Ich finde es d**f, dass manche Menschen d...  mehr
    17. Februar 2011