Berichte

Strom aus der Sahara

  • "Solarkraftwerke in Afrika lösen unsere Energieprobleme"

    Aus einem Interview der FAZ, 21.Juni, Nr.25  mit Peter Höppe, Meteorologe und promovierter Physiker,  Leiter der "Geo Risks" Abteilung ( seit fünf Jahren) und des Corporate Climate Centres.

    WER? Die "Münchner Rück" ist eine Versicherung für Versicherungen. Anders gesagt: Versicherungen müssen sich versichern. Klingt seltsam, ist aber bei näherer Betrachtung logisch: wenn in Japan die Erde bebt, Stürme über Florida und Alabama ziehen oder Köln unter Wasser steht, verlieren sehr viele Menschen ihr Hab und Gut. Und die Versicherung haftet - dafür ist sie ja da. Hier kommt die Münchner Rückversicherungsgesellschaft dazu. Extra für Naturkatastrophen wurde die Abteilung "Geo Risks" aufgebaut.

    Das Unternehmen treibt das Projekt Strom aus der Sahara an, denn: zum ersten Mal hat ein Unternehmen spürbare Nachteile durch den Klimawandel: Die MR verzeichnet 26 000 Naturkatastrophen seit 1950. Ein Teil davon lässt sich nur mit dem Klimawandel erklären. Auch in Deutschland mehrt sich die Zahl der Wetterextreme: Überschwemmungen als Folgen von Starkregen.

    DAS PROJEKT In der Sahara, der genaue Standort steht noch nicht fest, sollen solarthermische Kraftwerke installiert werden. Sie sind (laut Peter Höppe) doppelt so effizient wie Felder mit Solarzellen. Dabei fangen rinnenförmige Spiegel die Sonnenwärme ein, erhitzen ein Spezialöl, das wiederum Wasser erhitzt. Der entstehende Wasserdampf bewegt Turbinen, die den Strom erzeugen. Es sollte ein geschlossenes System sein, das heißt, das Wasser wird immer wieder verwendet. 

    Doch um den Strom in Europa zu verteilen, braucht es 1. Leitungen durch das Mittelmeer, die aber (wieder laut Hr.Höppe) kein Problem darstellen, 2. eine Veränderung des europäischen Hochspannungsnetzes, damit die Strommenge aus dem Süden aufgenommen und eingespeist werden kann.  Ein weiterer Punkt der Kritiker ist die Beziehung zu den afrikanischen Ländern, die Angst vor Abhängigkeit.  Doch das Gegenteil ist der Fall: Mit dem produzierten Strom könnten zunächst die Länder dort versorgt werden, um dann später auch Europa mit einzubeziehen - das Projekt soll partnerschaftlich sein. Der dritte Kritikpunkt ist die Durchführung: wie widerstandsfähig ist das Kraftwerk? Das geht aus dem Interview nicht hervor, denn das Projekt steht noch am Anfang. Der wohl wichtigste Kritikpunkt ist das Geld: 400 Milliarden Euro, was sich auf mehrere Jahre verteilen soll.

    Die Solarthermische Anlage belastet die Umwelt nicht und kann großes leisten: Für Deutschlands Energiebedarf reicht eine Wüstenfläche von 50 mal 50 Kilometer.

    Was haltet ihr von diesem Projekt?

Kommentare

7 Kommentare
  • MasinoR
    MasinoR hoffentlich wird über so eine art der energie gewinnung in koppenhagen diskuiert und es kommt was gutes dabei raus ^^
    22. Juli 2009
  • Marcel
    Marcel Das Projekt DESERTEC beflügelt unsere Phantasien. So ein Umwelt-Großprojekt wäre absolut neu. Im Prinzip begrüßt der WWF den Solarstrom-Megaplan. Das passt ja auch zu unserer Vision, dass die Welt noch in diesem Jahrhundert auf 100 Prozent Erneuerbare ums...  mehr
    22. Juli 2009
  • StrongBad
    StrongBad Wow...Ihr wisst schon, wie groß 50 mal 50 Kilometer sind?
    Ne ganze Menge...

    Ich denke Mal, bis wir den Strom aus der sahara beziehen können, wird es noch ca 15-20 Jahre brauchen, und natürlich Milliarden von Euro...
    Bi...  mehr
    23. Juli 2009
  • Philipp
    Philipp Es gibt ja nicht nur Solarenergie als erneuerbare Energie
    Ich bin der Meinung man sollte dass Geld das man für Atomkraftwerke verbraucht lieber in erneuerbare Energie investieren, da dass viel sinnvoller ist.

    Zurück zu Desertec: Ich finde dieses Projekt ...  mehr
    23. Juli 2009