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Mal da, mal nicht - Ein besonderes Naturdenkmal

  • Der Eichener See in Baden-Württemberg ist in vieler Hinsicht etwas Besonderes. Er hat die Angewohnheit, zu verschwinden - manchmal für Jahre. Das liegt daran, dass sich unter dem See löchriger Muschelkalk befindet. Diese sogenannte "Karstwanne" speichert Grundwasser. Wenn es nun also genug regnet oder genug Schnee schmilzt, steigt das Wasser, tritt aus dem Grund, und bildet einen See. Und das manchmal so schnell, dass es darüber sogar eine Sage gibt, nach der einmal ein Brautpaar, das auf dem leeren Becken des Sees spazieren ging, in dem schnell aufsteigenden Wasser ertrunken sein soll. Innerhalb von ein bis fünf Wochen kann das Wasser bis zu drei Meter hochsteigen. Der See ist dann zweieinhalb Hektar groß. So schnell sich der See auch mit Wasser füllt; es kann bis zu 160 Tage dauern, bis es wieder verschwunden ist, da der Kalk das Wasser so gut speichert.

    Dieses Naturschauspiel ist nicht einmalig in Deutschland. Der im Eichener See lebende Blattfußkrebs jedoch schon. Der Tanymastix lacunae, oder auch Kiemenfußkrebs, ist die älteste Tierart der Welt. 440 Millionen Jahre ist es her, dass er sich entwickelte. Der Eichener See ist der einzige Ort in Deutschland, wo es den Krebs noch gibt. In ganz Europa gibt es nur noch sieben andere sichere Fundorte. Das Verschwinden und Wiederkommen des Eichener Sees ist für den Blattfußkrebs überlebenswichtig. Seine gelaichten Eier brauchen nämlich, nach vier Wochen Wasser, eine beliebig lange Trockenheit. Erst wenn das Wasser wieder zurückkehrt, entwickelt er sich weiter und ein neuer kleiner Blattfußkrebs entsteht.

    Der Wert des Eichener Sees wurde schon früh erkannt. Seit 1942 ist er ein Landschaftsschutzgebiet und 1983 wurde er zum Naturdenkmal erklärt. Heute steht er als Flora-Fauna-Habitat-Gebiet sogar unter europaischem Schutz. Und nicht nur die Krebse sind froh darüber. Das 50 Hektar große Gebiet wird von unzähligen Vögeln und Libellen belebt, Zugvögel nutzen es zum Ausruhen auf ihrer Reise in den Süden. Aber auch die Menschen nutzen ihn als Naherholungsgebiet. Da der Eichener See ein Naturdenkmal ist, ist Schwimmen und Schlauchbotfahren auf ihm verboten. Er gehört allein der Natur und den wenigen Menschen, die an ihm die Ruhe genießen wollen.

    Zum ersten Mal seit zwei Jahren ist der Eichener See nun wieder aufgetaucht und der Balttfußkrebs schwimmt wieder, wie er es auch schon Millionen Jahre zuvor getan hatte.

     

    Quellen:

    nachrichten.t-online.de/eichener-see-erstmals-seit-zwei-jahren-wieder-aufgetauch/id_44219290/index

    de.wikipedia.org/wiki/Eichener_See

    www.heilige-quellen.de/Orte_Baden-Wuerttemberg/Eichener-See_Schopfheim/Eichener-See_Seite.html

Kommentare

3 Kommentare
  • midori
    midori Das ist ja echt genial! Das es sowas gibt, wusste ich echt gar nicht! Danke für den Bericht! Fetzt absolut! :D
    3. Februar 2011
  • LaLoba
    LaLoba Ja nicht? Ich fands so genial, dass ich gleich einen Bericht draus gemacht habe ;-)
    3. Februar 2011
  • Nivis
    Nivis Wow...erstmal toll, dass du einen Bericht für uns geschrieben hast. Finde ihn sehr gut! Und das Thema ist ja mal genial. Ich hab noch nic von dem See gehört, aber ich finde das total spannend und werde mal versuchen irgendwann dort hin zu fahren und mir d...  mehr
    4. Februar 2011