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Pangasius - Lecker Fisch?

  • Der Pangasius stammt außerdem Mekong-Delta in Vietnam und kann etwa 1,30 Meter lang werden, mit einem maximalen Gewicht von 44Kilogramm. Er ist Allesfresser, das heißt neben Fischen, Krebsen, Schnecken, Muscheln frisst er vor allem auch Pflanzenmaterial. Das macht ihn interessant für die Zucht in Aquakulturen. Pangasius auf dem deutschen Markt kommt fast ausschließlich aus der Zucht in Vietnam.

    Unternehmer und Industrie lieben den Fisch, er bietet ihnen eine Reihe von Vorteilen.
    Die Fischart besitzt, so gut wie keine Greten, ist Geschmacksneutral unddaher angenehmer beim Verzehr und bietet viele Omega 3 Fettsäuren. Von den meisten heißt es, er sei daher gut für die Verdauung und Sättigung des Körpers. Auch als besonders Fettarm wird er oft bezeichnet.

    Allerdings ist nicht alles gut am Pangasius, Kritiker bemängeln, dass er keinerlei Vitamine inne hat und daher kaum für Heranwachsende geeignet ist.

    Für die Industrie ist er zu einem essentiellen Bestandteil geworden. Aufgrund des Gretenarmen Körperbaus, ist er leicht zu Verarbeiten. Multinationale Unternehmen sparen so einige Produktionsschritte und damit kostbare Angestellte sowie Maschinen ein.

    Woher stammt der Fisch?
    Lange Zeit war vom Pangasius nichts bekannt. Im Jahr 1994 tauchte Pangasianodon hypophthalmus im Buch „Großen Buchs vom Fisch“, über alle Fischarten der Welt, als eingetragener Süßwasserfisch auf.

    Was dann passierte ist Geschichte, eine unglaubliche Industrialisierung einer ganzen Fischgattung entstand. Zunächst als Folge der Globalisierung, mischte sich die Fischindustrie des im Südostasiatischen heimischen Fisches auch in die regionalen Deutschen Märkte ein.

    Damit wir hier in Deutschland einen frischen Fisch im Supermarkt kaufen können müssen zahlreiche Schritte zuverlässig und abhängig von einander ständig funktionieren. Lasst uns daher gemeinsam erstmal in die Vergangenheit gucken:

    Vor beinahe 20 Jahren mussten ehemalige Bauern ihr Land aufgeben und in die Stadt ziehen. Das Land war völlig ausgelaugt und die Marktpreise für agrarwirtschaftliche Produkte zusammen gebrochen. Die ungebildeten fast verarmten Landleute mussten sich dringend nach einem neuen Job umsuchen. Die Entdeckung des Süßwasserfisches brachte einen neuen Industriezweig auf den Markt, nun waren Arbeiter gesucht, die den „neuen“ Fisch fangen und zu den Unternehmen bringen. Bauern sahen darin die Chance ihre finanziellen Probleme zu lösen. Sie investierten den Rest ihres letzten Einkommens in heruntergekommene Fischerboot und begannen, den seltenen Fisch zu fangen.

     

    Wer denkt, Fischer an der Küste Vietnams wäre ein leichter und entspannter Job, täuscht sich!
    Unter lebensgefährlichen Bedingungen haben junge Fischer ihre Familie zu versorgen. Ausgewählte Fischer, die besonders lange tauchen können, sorgen dafür, dass der Pangasius im Netz landet. Hierzu tauchen sie minutenlang ab, fangen die Fische per Hand und legen sie in ein vergleichsweise riesiges Netz. Jederzeit, können sie von einem anderen Boot angefahren werden dabei das Bewusstsein verlieren, oder sich im eigenem Netz verheddern und ertrinken.


     

    Die Jagd auf die schuppenlosen Fische hatte begonnen. Gefangene Fische die leichter als 500 Gramm sind, werden sofort entsorgt. Alle andere landen in einem Kühlbehälter. Sofort muss die Fracht an eine, in der Nähe liegende, Abnehmstelle transportiert werden. Dort wird der Fang noch lebendig verkauft, denn nur leben sind die „Tiere etwas wert.“ Die großen Unternehmen wie Inglo wollen so die „Frische“ gewährleisten. Noch nach einigen Minuten wird der noch lebende Fisch, mit zwei kurzen Sticken getötet und sofort für den Export schockgefrostet. Für kulinarische Spezialisten ein Graus. So gehen nicht nur die wichtigen Fettsäuren, sondern auch der Geschmack verloren. Was bleibt ist ein nach nichts schmeckender Fisch.

    Ein normaler Fischer verdient im Monat umgerechnet 130 Euro. Davon muss er seine 5-köpfige-Familie ernähren. Darum kommt auch nur selbst gefangener Pangasius auf den Tisch.

    Seit sieben Jahren wird Pangasius in die EU importiert und zerstört seit dem die regionalen Fischsorten. Was bei den meisten heute unwissend auf dem Tisch landet ist größtenteils Pangasius.
     

    Was haltet ihr vom Pangsasius? Ist er eine ernstzunehmende globale Bedrohung? Sollte man jetzt sogar ganz auf Fisch verzichten? Was kann man dagegen tun?

     

    Quellen:

    http://www.konsumo.de/news/2539-Pangasius:-Beim-Kauf-des-Modefisches-bekommen-Verbraucher-viel-Wasser-f%C3%BCr-ihr-Geld

    http://4.bp.blogspot.com/_oDbLCquEnA8/TO2iwpONZTI/AAAAAAAAAHc/S_V43W5Gtbo/s1600/4235pangasius-face.jpg

    http://www.saigon-gpdaily.com.vn/dataimages/original/2011/01/images195814_images194178_ca-tra-2.jpg

    http://www.vnemart.com.vn/images/products/Whole%20clean%20pangasius_400.jpg

Kommentare

7 Kommentare
  • Marcel
    Marcel Wer auf Pangasius nicht verzichten möchte, sollte unbedingt darauf achten, dass es sich um Fisch aus einer Bio-Zucht handelt. Da gibt es Unterschiede. Genaue und aktuelle Informationen zur Pengasiuszucht gibt euch der Einkaufsratgeber des WWF: http://www....  mehr
    31. Januar 2011
  • Stoffie
    Stoffie ich hab letztens pangasius gegessen war jetzt iwie nicht soo berauschend...
    31. Januar 2011
  • Gluehwuermchen
    Gluehwuermchen Ich würde nie Fisch aus einer Zucht essen, egal was für welcher er ist. Ich finde das nicht gut. Auf Fisch muss man aber nicht verzichten, wenn man ihn in Maßen fangen würde. Aber davon kann ja momenatn leider nicht die Rede sein...
    31. Januar 2011
  • XXXSarahXXX
    XXXSarahXXX Meine Familie ist den Fisch oft O.o Also ich nicht.
    Schlimm. Das wusste ich gar nicht. Ich dachte der wäre häufig da und aus der Nordsee?!!
    Durch mich isst meine Familie schon weniger Fleich (ich bin Veggie).

    Dagegen tun? Ihn nicht mehr essen. Versuchen...  mehr
    1. Februar 2011