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Styropor - Mit Pilzen gegen den Umweltkiller?

  • Styropor ist überall um uns herum! 25 Prozent der Mülldeponien bestehen aus Styropor. Um einen Würfel Styropor herzustellen, beispielsweise als Verpackung, benötigt man 1,5 Liter Benzin, die man nach kurzer Zeit einfach wegschmeißt. 1,5 Liter Benzin landen also praktisch im Müll.

    Nun könnte aber diesem Feind der Umwelt endlich Einhalt geboten werden. Und zwar - Achtung! - durch Pilze, einer natürlichen Recyclinganlage der Erde. Die Zellen des Pilzes, die unter der Erde sind, haben nämlich dieselbe Beschaffenheit wie synthetische Stoffe wie Styropor oder Plastik.

    Myzel ist die Antwort auf das Styroporproblem. Myzel sind die weißen fadenförmigen Zellen der Pilze, die dieselben Eigenschaften wie Styropor aufweisen: Sie sind feuerfest, wasserfest, dunstabweisend und wirken isolierend, bestehen aber nicht aus Benzin, sondern wachsen in unseren Wäldern.

    Und wie soll Myzel Styropor ersetzen? Ganz einfach: Der Pilz kommt in eine 'Form', etwa eine Zylinderform, um beispielsweise einen Myzel-Kaffebecher herzustellen. Es kann aber auch jede erdenkliche andere Form produziert werden. Noch ein bisschen Nahrung für den Pilz, zum Beispiel welke Blätter, und nach fünf Tagen hat man einen Natur-Kaffebecher, der zu 100 Prozent biologisch abbaubar ist!

    Der Vorteil des 'Myzel-Styropors' ist enorm. Man kann ihn nämlich überall auf der Welt züchten. In einer großen Fabrikhalle oder selber zu Hause, in Deutschland oder in den abgelegensten Orten der Welt. Außerdem bleibt am Ende nicht Müll übrig, sondern Kompost. Darüber hinaus ist es um einiges kostengünstiger, da man keine teuren und seltenen Rohstoffe braucht und dieser Styroporersatz nicht hergestellt werden muss, sondern sich selber herstellt. Und: Du könntest 'Myzel-Styropor' nach dem Gebrauch sogar essen! Es schmeckt nur etwas bitter…

    Styropor ist überall. Sogar in uns. Nicht nur Verpackungen, sondern auch Schaufensterpuppen, Burgerschachteln, Surfboards und vieles mehr bestehen aus Styropor. Und der kann tausende von Jahren verweilen, ohne seine krebserregenden Stoffe zu verlieren. Wird er nicht vernünftig entsorgt, kann er sogar seinen Weg über den Ozean in unsere Atemluft, und demnach auch in uns, finden. Deshalb ist es wichtig, für eine grünere Zukunft auf solche Materialien zu verzichten.

    Und deshalb wäre das ‚Myzel-Styropor‘ die angemessene und umweltfreundliche Alternative zu dem weißen Gift. Eine kleine amerikanische Firma namens 'ecovative design' forscht seit einiger Zeit an dieser Alternative und versorgt sogar einige Möbelhersteller mit ihrem Styroporersatz. Für mehr Infos: www.ecovativedesign.com

    Bild: Michael Hamburg 69 / flickr

Kommentare

10 Kommentare
  • MarcelB
    MarcelB da merkt man wieder, dass sich der Mensch alles nur aus der Natur abguckt. Wenn er mal was selber macht, geht\'s schief, in dem Fall Styropor. Gott sei Dank aber, hilft die Natur.
    Lang leben Pilze! :D
    28. Januar 2011
  • Gluehwuermchen
    Gluehwuermchen Finde ich total faszinierend. MarcelB hat recht: Es gibt schon alles in der Natur, was wir brauchen. Wenn die Menschen das doch endlich begreifen würden ^^
    29. Januar 2011
  • Stoffie
    Stoffie das ist ja total cool! :)
    danke für den bericht maide!
    29. Januar 2011
  • UnsereGeneration
    UnsereGeneration Wäre echt ne tolle Sache.
    Fände ich echt super cool, wenn das bald alles aus Pilz statt aus Styropor wäre.
    Vor allem finde ich toll, dass er sich selbst herstellt, ohne den Verbrauch von Benzin oder Energie.

    Unsere Generation
    6. Februar 2011