Berichte

Ermittler mit perfekter Nase

  • Tatort Flughafen: "Der Arten-Schmuggel ist nach Waffen und Drogen weltweit das lukrativste Schmuggelgeschäft und er bedroht das Überleben vieler gefährdeter Arten in freier Wildbahn", erklärt WWF-Expertin Birgit Braun. Nach Angaben von Interpol werden jährlich Tier- und Pflanzenarten im Wert von über 13 Milliarden Euro auf dem Schwarzmarkt gehandelt. Für das, was da so alles in Kisten, Koffern und Strandtaschen transportiert wird, fehlen selbst abgebrühten Zollfahndern oft die Worte. Griechische Landschildkröten und Elfenbein haben zur Urlaubszeit Konjunktur, Königspythons und Papageien gehen das ganze Jahr.

    Aber es gibt Ermittler, die dagegen angehen. Ihre beste Waffe: ein scharfer Geruchssinn! Auf Initiative des WWF sind seit einigen Jahren an deutschen Flughäfen Artenschutzspürhunde im Einsatz. Die tierischen Ermittler konnten bereits mehrere Kilogramm Kaviar, Nashorn, Elfenbein oder Teile von hoch bedrohten Meeresschildkröten erschnüffeln. Ein Erfolgsprojekt und Exportschlager - heute kam die gute Nachricht, die Artenschutzspürhunde sollen jetzt auch in anderen EU-Mitgliedsstaaten eingesetzt werden.

    Wie der Einsatz der Artenspürhunde funktioniert und was mit den beschlagnahmten Tieren passiert, zeigt dir der folgende TV-Beitrag der Deutschen Welle:

    Das Hauptzollamt des Frankfurter Flughafens stellte 2007 mehr als 100.000 Pflanzen und exakt 5.599 lebende Tiere sicher. Sie alle waren qualvoll in enge Behältnisse gequetscht, um irgendwo in einen Privatzoo gesteckt oder auf dem boomenden Reptilienheimtiermarkt verscherbelt zu werden. Je stärker der Artenschmuggler bekämpft wird und je mehr sich herumspricht, das Urlauber mit diesen geschmacklosen Souveniers hohe Strafen riskieren, desto geringer wird hoffentlich die Nachfrage in den entsprechenden Urlaubsländern. Und umso mehr Arten können gerettet werden.

Kommentare

8 Kommentare
  • NaNe5
    NaNe5 Geld Geld und Nochmal Geld...
    Traurig.
    27. Januar 2011
  • Marcel
    Marcel @MarcelB: Der DW-Beitrag im Artikel zeigt das ganz gut: Die Tiere werden an Zoos verteilt. Felle, Häute und andere leblose Souveniers landen in einer Aservatenkammer. Die Beschlagnahmung ist wichtig, damit den Leuten klar wird, dass sich der Schmuggel nic...  mehr
    27. Januar 2011
  • webtile
    webtile Wie Marcel schon sagte, die lebenden Mitbringsel werden an Zoos weitergegeben, die schaffen es dann manchmal sogar von den teilw. stark bedrohten Arten Nachzuchten zu erhalten. Eine Rückführung der Tiere ist meist nicht möglich, da ihr genauer Entnahmeort...  mehr
    27. Januar 2011
  • Schmusetigerle
    Schmusetigerle Ist das nicht verrückt? Jetzt müssen Hunde schon anderen Tieren helfen, damit diese kein schlimmes Dasein als \"Urlaubsmitbringsel\" fristen müssen. Dabei sollte es doch eigentlich selbstverständlich sein, dass soetwas absolut tabu ist. Wie kann man es de...  mehr
    27. Januar 2011