Berichte

Atomenergie

  • "Nine-Five:" Am 5. September 2010 hat die Bundesregierung auf Basis eines Gutachtens beschlossen, dass die Atomkraftwerke weiterlaufen.

    Nach diesem Gutachten habe die Verlängerung viele Vorteile: Zum Beispiel würden die Meiler CO2 sparen. Außerdem ist die Atomkraft für diese Regierung die „Übergangstechnologie“, die wir brauchen, bis die Erneuerbare Energien richtig entwickelt wurden. Laut des besagten Berichts könnte zum Beispiel die Windkraft erst im Jahr 2050 eine Leistung von 36 400 Megawatt erreichen.

    Installierte Leistung zur Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien seit 1990 (Ausschnitt Windenergie 2000- 2009)

     

    Jahr 2009: 25.777 MW
    Prognose für 2050: 36.400 MW
    Differenz: 10.623 MW

    Anstieg 2008 – 2009: 1880 MW

    Der Präsident des „Bundesverbandes WindEnergie e.V.“ erklärte dagegen, diese Leistung könne bereits 2015 erreicht werden. Dies ist eine nachvollziehbare Prognose angesichts der Zahlen des Bundesumweltministeriums (BMU).
    Die pessimistische Prognose für 2050 des Gutachtens, auf das sich die Regierung gestützt hat, lässt sich damit erklären, dass es von der Atomindustrie finanziert wurde.

    So viel zu diesem „Gutachten“. Interessant ist auch die Berechnung der Verlängerung: Es hieß zunächst, dass ältere Meiler 8 Jahre, neuere 14 Jahre länger laufen. Das sieht aber anders aus: Im Atomausstiegsvertrag vom 14.06.2000 wurde eine sogenannte „Reststrommenge“ festgehalten. Das heißt, für jedes Atomkraftwerk wurde eine Menge an Strom vereinbart, die das Kraftwerk noch erzeugen soll. Daraus folgt:
    - Jeder Stillstand verlängert die Laufzeit
    - Jede Drosselung der Leistung verlängert die Laufzeit

    Dadurch können laut dem „Deutschen Naturschutzring“ (DNR) Laufzeiten von bis zu 50 Jahren (!) entstehen, für die die Meiler gar nicht ausgelegt sind!

    Aber Atomstrom ist ja so billig, auf unsere „Brückentechnologie“ können wir gar nicht verzichten! Die Erneuerbaren Energien sind dagegen sehr teuer, das dauert noch.

    Laut des Forums Ökologisch–Soziale Marktwirtschaft (FÖS) erhielt die Atomindustrie seit 1950 rund

    - 60,8 Milliarden Euro Finanzhilfen
    - 64,8 Milliarden Euro Steuervergünstigungen
    - 39,1 Milliarden Euro Förderwert budgetunabhängiger staatlicher Regelungen

    Darüber hinaus flossen über der EURATOM-Vertrag seit 1957 ca.

    - 400 Milliarden Fördermittel in die Atomindustrie

    Zusätzlich besitzen die Betreiber noch weitere „Einsparmöglichkeiten“ bei der Haftpflichtversicherung: Die Haftungssumme liegt laut FÖS bei 2,5 Milliarden Euro.
    Nach den Berechnungen des Bundeswirtschaftsministeriums liegen die Kosten eines GAUS bei 5000 Milliarden Euro. Aber nach den Paragraphen 34 und 36 des Atomgesetzes haften auch die Bundesländer bei einem Atomunfall, weshalb wir das Geld bekommen, alles kein Problem!

    Quellen: Umweltinstitut München e.V. (www.umweltinstitut.org/atom-luegen) Broschüre „In Wahrheit ist alles gelogen“
    Zeitschrift „Natur & Heilen“, Ausgabe 11/2010, S.66 P.S. von Uwe Schlegelmilch