Berichte

Gewinner und Verlierer 2010

  • Wir schreiten mit immer größeren Schritten in Richtung 2011. Wer hatte 2011 die Nase vorn? Vettel gewinnt die Formel 1 und Dortmund ist Herbstmeister - aber wie sieht's außerhalb der Stadien und Rennbahnen aus? Denn auch in der Tierwelt gibt es Gewinner und Verlierer.

    Während es beim Tiger, Wolf und Dorsch tolle Neuigkeiten gibt, wird die Lage für Nashörner, Haie, Schuppentiere und Wale immer bedrohlicher. Das menschenverursachte Artensterben geht unvermindert weiter!

    Die Verlierer:

    Von Hörnern, Hunger und hässlichem Schmuck

    © Martin Harvey / WWF-CanonDieses eine Nashorn war eins von 230 in Afrika, die der Wilderei zum Opfer gefallen sind. Die pure Gier nach den Hörnern verstärkt die Wilderei zunehmend. „Die Hörner gehen vor allem nach Asien, wo sie in geriebener Form als dubiose Allheilmittel eingesetzt werden“, sagt WWF-Artenschutzexperte Stefan Ziegler.

    Dieser Trend wird in naher Zukunft auch nicht abnehmen. Ein Blick nach Doha (Katar), genügt um dies fest zu stellen. Als im März 2010 die UN-Artenschutzkonferenz begann, waren die Erwartungen groß. Es musste dringend ein Beschluss her, der Haie, Thunfisch und die Rote Koralle vor der weiteren Ausbeutung schützt. Doch nichts geschah.

    © Jürgen Freund / WWF-CanonAlle Anträge zum Schutz der Meeresbewohner sind durchgefallen. Der Blauflossenthunfisch wird weiterhin als Sushi-Delikatesse in Japan verkauft. Und das obwohl die Population um 85 Prozent eingebrochen ist! Bei den Haien sieht es auch nicht besser aus.

     


    © Helene Petit / WWF-CanonDer Weißspitz-Hochseehai sowie der Hammerhai werden weiterhin unerbittlich gejagt und landen später in der Suppenschüssel. Ähnlich ergeht es Finn- und Seiwalen!

      

     

    © Michel Gunther / WWF-CanonUnd die Rote Koralle? Die wird, ähnlich dem Nashorn, als Wundermittel in der Medizin verkauft sowie als Schmuck für die Reichen dieser Welt.

    Insgesamt zieht Volker Homer, Leiter für Artenschutz beim WWF eine schlechte Bilanz für Doha: „Doha war ein Kniefall vor der Fischereilobby.“

     

    Neben diesen schrecklichen Fakten, gibt es aber auch erfreuliches. Manche Arten befinden sich wieder auf dem Vormarsch, auch Dank des WWF.

    Die Gewinner:

    Von Heimkehrern, Schwärmen und Raubkatzen

    © Steffan Widerstand / WWFEr schlendert wieder durch sein Revier. Der Wolf! In der Lübtheener Heide wurde dank einer WWF-Fotofalle Aufnahmen eines vermutlich männlichen Wolfes gemacht. Aber nicht nur dort. Auch in Bayern ist der Wolf wieder heimisch. Insgesamt gibt es Deutschlandweit rund 60 Wölfe! Einen Großteil in der sächsischen Lausitz.

     

    © Wild Wonders of Europe / Magnus Lundegren / WWFFisch, soweit das Auge sieht. So soll es bald sein, nur bis dahin ist es noch ein weiter weg. Aber der Anfang ist gemacht. So hat sich der Bestand des Dorschs seit 2006 auf das Dreifache vermehrt. Ein wirkungsvoller Wiederaufbauplan, eine Verkleinerung der Fangflotte sowie die konsequente Eindämmung der illegalen Fischerei in der Ostsee führten zu diesem erfreulichen Ergebnis. Dennoch müssen Regierungen in Zukunft darauf achten, eine strenge Fischquote zu haben. Denn lassen wir den Fischern wieder freien Lauf, führt das wieder zur Überfischung und somit zur Gefährdung der Fische.

     

    © Klein und Hubert / WWFDas Jahr des Tigers neigt sich dem Ende zu – für den Tiger war es ein gutes Jahr. Weltweit leben noch rund 3200 Tiger in freier Wildbahn. Anlässlich dieser Zahlen trafen sich Staats- und Regierungschefs aller dreizehn Tiger-Verbreitungsstaaten im November in St. Petersburg. Dort bekannten sich zum globalen Tiger-Rettungsplan, welcher unter anderem eine Verdoppelung der Art bis zum Jahr 2022 vorsieht. Es war ein Erfolg auf ganzer Linie, auch Dank des WWF!

    Diese wenigen Beispiele zeigen uns: Es gibt Grund zur Hoffnung. Und trotzdem bedrohen Wilderei, Überfischung und die Zerstörung des Lebensraums viele Reichtümer der Natur. Doch der WWF zeigt jedes Jahr aufs Neue, dass sich Kämpfen lohnt!

    Er schlendert wieder durch sein Revier! Der Wolf.

    Bilder: Thunfisch © Jürgen Freund / WWF-Canon; Nashorn © Martin Harvey / WWF-Canon; Hammerhai © Helene Petit / WWF-Canon; Rote Koralle © Michel Gunther / WWF-Canon; Wolf © Steffan Widerstand / WWF; Dorsch © Wild Wonders of Europe / Magnus Lundegren / WWF; Tiger © Klein und Hubert / WWF; Tiger – Groß © Anup Shah / WWF

Kommentare

6 Kommentare
  • midori
    midori Schöner Artikel! :o) Der Handel mit den Nashörner ist wirklich schlimm. Es sollte viel mehr Ranger geben, die die Hörner vorsorglich entfernen. Und diese hässlichen Schmuckketten sind auch das reinste Höllenzeug. Ich habe auch auf dem Weihnachtsmarkt in ...  mehr
    23. Dezember 2010
  • Peet
    Peet Du meinst wahrscheinlich das Nashorn in Vietnam. Ich suche mal Infos dazu raus und schicke es Dir! :)
    23. Dezember 2010
  • SaySakura
    SaySakura Das mit Doha ist schon schlimm, aber wenigstens merkt man, dass sich das kämpfen lohnt und man einfach nur nicht aufgeben darf !
    25. Dezember 2010
  • Nivis
    Nivis Das Problem, das der Hai wahrscheinlich hat,ist sein Ansehen. Warum sollteman sich für den ach so bösen Hai einsetzen, wenn man stattdessen süße Tigerbabys unterstützen kann?!
    Ich hoffe, dass sich dieses Denken in den nächsten Jahren wandeln wird.
    Aber na...  mehr
    5. Januar 2011