Berichte

Lebend gerupfte Gänse - vielerorts Realität

  • Als ich am Sonntag mit der Bahn nach Hause gefahren bin, habe ich einen Blick in die Bild am Sonntag geworfen und einen ziemlich erschreckenden Artikel über die Prozedur des Gänselebendrupfes gelesen.

    Da die Bild am Sonntag vielleicht nicht gerade die sachlichste Informationsquelle ist, habe ich heute noch ein bisschen im Internet recherchiert und es stimmt anscheinend wirklich: In vielen Ländern, u.a. China, Ungarn oder Polen, gibt es große Gänsefarmen, auf denen die Gänse zunächst mehrmals "abgeerntet" und zum Schluss mit ziemlich ekelhaften Methoden gemästet werden, um die große Nachfrage nach Daunenfedern und nach Gänsestopfleber befriedigen zu können. (Nebenbei bemerkt ist es schon komisch, dass ein krankes Organ wie eine Fettleber eine solche Delikatesse ist...)

    Für eine Daunendecke benötigt man ungefähr die Menge von 200 Gänsen! Zwar ist das Lebendrupfen gegen die zumindest europaweit geltenden Tierschutzbestimmungen, aber trotzdem wird das Verfahren anscheinend noch ziemlich häufig angewandt. Auch in Deutschland entdeckte ein Tierschützer von "Vier Pfoten" bei verdeckten Ermittlungen eine Gänsefarm, auf der den Tieren bei lebendigem Leibe mit einer Maschine die Federn ausgerissen wurden - mit teilweise tödlichen Folgen für die Tiere.

    Und daran wird sich so lange nichts ändern, bis es überall schärfere, unangekündigte Kontrollen gibt und vor allem: bis die Nachfrage nach Daunen sinkt. Leider gibt es (noch) kein Siegel, dass zeigt, ob die Daunen von toten oder von lebenden Tieren stammen - der globale Markt ist außerdem ziemlich undurchsichtig.

    Das Gute ist: Niemand muss Produkte mit Daunen kaufen, denn es gibt genug synthetische Alternativen mit vergleichbarer Qualität. Sagt das ruhig weiter, denn ich wusste nicht, dass Daunen eine solch schmutzige Geschichte haben können...

    Es ist gut, dass es Medien gibt, die solche Dinge aufdecken, denn dadurch kann einiges bewegt werden. So wird sich die EU nach dem Bericht eines schwedischen Fernsehsenders mit dem Thema auseinander setzen, damit künftig die Tierschutzgesetze in ganz Europa besser eingehalten werden...

    Man wird sehen, was daraus wird. Der sicherste Weg ist wie gesagt, gar keine echten Daunen mehr zu kaufen.

     

    Wer noch weiterlesen will:

    http://www.bild.de/BILD/news/vermischtes/2008/11/02/gaense-hoelle/arbeiter-reissen-gaense-federn-vom-lebendigen-leib.html

    http://www.abendblatt.de/region/harburg/article1086732/Zuechter-quaelt-Gaense-mit-einer-Rupfmaschine.html

    http://www.vierpfoten.at/website/output.php?id=1171&idcontent=2360&language=1

     

Kommentare

11 Kommentare
  • Gorilla
    Gorilla ich weiß nicht wie man oder wie einer so was macht hätte ich denn jenigen gesehen wär ich auf in los gegangen aber gnadenlos
    8. Juli 2009
  • HannaS
    HannaS Früher haben die Bauern auch manchmal Gänse lebend gerupft - aber dann wurde Rücksicht auf die sowieso stattfindende Mauser der Gans genommen, was in der Industrie gar nicht der Fall ist.
    Die Federverarbeitende Industrie will das Ganze natürlich nicht wa...  mehr
    8. Juli 2009
  • Janine
    Janine Hey Hanna!
    Auch ich habe mir bisher leider noch nicht so viele Gedanken über das Thema gemacht. Da sieht man mal wieder, dass man Einkäufen, die mit Tierprodukten verbunden sind, immer wieder mit Vorsicht und Wachheit gegenüberstehen muss. Es ist echt ver...  mehr
    9. Juli 2009
  • tomander
    tomander Ist mir schlecht. Ich will keine Daunenprodukte mehr.
    16. Juli 2009