Berichte

Ein Dorf in Aufruhr

  • Capanema, das kleine Dorf im südlichen Teil Brasiliens, ist bekannt für seine Revolten. „Chega!“ zu deutsch: „Es reicht!“ ist der Name der Kampagne von einigen hundert Biobauern, die inzwischen international auf sich aufmerksam gemacht hat. Die Bauern wollen auf die Verunreinigung ihrer Felder durch das Pestizid Endosulfan, welches seit rund 20 Jahren für seine extreme Schädlichkeit bekannt ist und durch den Wind von konventionellen Bauern auf die Felder gelangt, aufmerksam machen. Die Folgen für die Bauern sind existenziell. Denn als Bioprodukt kann das Soja nicht mehr verkauft werden.

    Gebana, eine Fairtraidorgasination die in den 70er ihren Ursprung fand, unterstützt die Kleinbauern in ihrem Anliegen, ein sofortiges Verbot des Schädlingsbekämpfungsmittels Endosulfan einzuführen. Die Biobauern sind Opfer dieser Pestizide und somit wird ihre Lebensgrundlage, der ökologische Anbau von Soja, zerstört. Sie können rein gar nichts für die Verunreinigung, doch ein Verbot für das Jahr 2013 kommt viel zu spät, so Adrian Wiedmer, Geschäftsführer von gebana, der sich vor Ort für die Bauern einsetzt.

    Es ist allerdings der Schritt in die richtige Richtung. Neben dem Verbot des Pestizids hat auch das Unternehmen Bayer Cropscience ihr Produkt vom Markt genommen. Allerdings verbleiben die örtlichen Anbieter, die ihr Produkt deutlich billiger anbieten, welches wohl aus dem Verbot hervor geht.

    Der Einsatz von gebana vor Ort ermöglicht es den Bauern sich zu informieren. Denn Informationen über das Produkt und dessen Auswirkungen gibt es kaum. Normalerweise muss jeder Bauer eine Deklaration einholen, in der diese einen Nachweis für ihre Schulung über die Gefährdung durch das Pestizid vorhanden ist. Dies geschieht aber in der Regel nicht und somit wird fleißig weiter ein Pestizid angewandt, welches die Grundlage der Bauern nachhaltig zerstört.

    Wer das Problem bei den Bauern vor Ort sucht liegt falsch. Vielmehr sind die rücksichtslosen Hersteller solcher Pestizide, die ihre Waren an die Ärmsten verkaufen um soll ihren Profit zu erzielen, zu verantworten. Hinzu kommt ein bürokratisches Wirrwarr, welches den Bauern kaum einen biologischen Anbau ermöglicht, so Adrian Wiedmer.

    Das 1952 in Zeiten der landwirtschaftlichen Expansionspolitik gegründetem Dorf, gelang es bereits 1957 gegen skrupellose Holzkonzerne vorzugehen. Diese beanspruchten Land für sich. Morde, Plünderungen und Brandstiftungen waren die Folgen! Die Siedler waren auf sich selbst gestellt und setzten sich erfolgreich gegen die skrupellosen Konzerne durch.

    Derzeit scheint sich eine ähnliche Lage, wenn auch nicht mit solchen Auswirkungen der Plünderungen, zu vollziehen. Nur haben sie diesmal die Stimmen der Welt hinter sich!

    Eure Unterschrift hilft. Durch diese wird das Recht der Bauern vor Ort gestärkt. Die Kampagnen-Webseite von Chega erläutert euch noch einmal alle Fakten. Dort ist auch die Petition zu finden.

    Quelle: http://www.chega.org/de/chega/ein-dorf-wehrt-sich/

    Bild: Brasilianischer Biobauer © Edward Parker / WWF-Canon

Kommentare

5 Kommentare
  • Gluehwuermchen
    Gluehwuermchen Leider gibt es dieses Problem weltweit, überall. Und solange immer das Geld im Spiel ist - wie immer - tun sich die Leute mit einer vernünftigen Lösung ziemlich schwer.
    22. November 2010
  • Professor
    Professor Das ist echt hart dagegen muss man vorgehen! (toller bericht)
    23. November 2010
  • Schneerose
    Schneerose Super Bericht, ich werde direkt unterschreiben. Nur finde ich beim Herkunftsland irgendwie Deutschland nicht, nur die Schweiz.
    28. November 2010
  • Schneerose
    Schneerose Ahhh habs doch gefunden unter G wie Deutschland xDDDD
    28. November 2010