Berichte

Green IT - Kampf gegen den Stromfresser PC

  • So, ich hab nun auch endlich zu Euch gefunden :)
    Und nach der Deadline in Köln hab ich mich nun mal aufgerappelt und mir ein Thema ausgesucht über das ich gern mal einen Bericht schreiben würde :)
    Da das Thema doch ein größeres ist und ein zu langer Bericht doch eher nervig ist, habe ich beschlossen meinen Bericht in 2 Teile zu teilen.
    Im ersten werde ich die Problematik an sich erläutern und erklären warum überhaupt Handlungsbedarf besteht. Im zweiten werde ich Euch
    dann Lösungsansätze zeigen und welche Maßnahmen schon ergriffen wurden.

    So nun genug geplaudert, hier nun der Bericht:

    Jeder von uns hat mindestens einen PC, ein Notebook oder Netbook oder ein Smartphone.
    Die jahrelange Integration von technischen Helfern in unser tägliches Leben ist auf einem Hochpunkt angekommen.
    Doch bei all dem High-Tech in der IT-Branche stellt sich die Frage welche Maßnahmen IT-Unternehmen, sowie Hersteller von IT Produkten ergreifen um
    die Schadstoffemmision und -verwertung sowie den Energieverbrauch zu senken und auf der anderen Seite die Energieeffizienz zu steigern.
    Eine Antwort auf diese Fragen ist bereits im Anmarsch: GreenIT

    Wer sich jetzt vielleicht denkt: "Wieviel Strom können schon PCs verbrauchen?" der wird bei den nächsten Zahlen nicht schlecht staunen.
    Im Jahre 2008 belief sich die Zahl aller PCs auf rund eine Milliarde. Eine Milliarde sind 1000 Millionen. Eine unvorstellbare Zahl. Nimmt man einen durchschnittlichen PC mit einer Gehäusehöhe von 50cm und berechnet 3/4 aller PCs als Desktop PCs also "Nicht-Laptops", dann wüden alle diese PCs übereinander einen 375.000 Kilometer hohen Turm bilden. Zum Vergleich: die Mittlere Entfernung zum Mond beträgt von der Erde aus ca.
    384.000 Kilometer. Doch damit nicht genug. Der Zuwachs an Geräten beträgt rund 12%, das heißt dass ca. im Jahre 2014 die Zahl aller Computer die 2 Milliarden Grenze überschreitet.
    Somit hätten wir auch eine Rückfahrkarte vom Mond sicher. Doch wozu das ganze Zahlenspiel? Die ganze Rechnerei ist eigentlich nur für diejenigen gedacht,vielleicht geht es aber auch nur mir so, die die folgende Tatsache für Absurd halten: Die CO2 Emision der gobalen IT-Branche entsprach 2007 in etwa dem CO2 Ausstoß des gesamten internationalen Luftverkehrs. Unvorstellbar, aber wahr. Allein dies sollte Anlass genug sein Umweltfreundliche Techniken in diesem Bereich zu nutzen und zu entwickeln.

    Angefangen sollte man bei den größten Stromfressern, den Serverzentren.
    Sie machen einen Großteil des Energieverbrauchs der gesammten Brache aus. Doch fließt der Strom nicht nur in die Server selbst. Größere Anteile des Verbrauchs, nämlich 35-50%, werden auch zur Kühlung der Gebäudekomplexe benötigt, da die enorme Rechenleistung der Rechenboliden zwangsläufig zu hoher Wärmeabage führt. Um auch hier wieder einmal die Dimensionen des Verbrauchs zu Veranschaulichen nocheinmal ein paar Zahlen:
     

    Dimension eines typischen Rechenzentrums

    Nach einer BITCOM Studie im Jahre 2008 stellte man  fest, dass der Stromverbrauch aller Rechenzentren, also keine Privat-PCs, sich auf 10,1 Terrawattstunden, 2010 sogar auf 13Terrawattstunden belief. Damit macht der ständige Betrieb von Servern knapp 2% unseres Stromverbrauchs in Deutschland aus. Dieser Energiehunger verursache im selben Jahr Kosten in höhe von ca. 1,1 Milliarden Euro.
    Um ein solchen Energiebedarf zu deken benötigt man etwas mehr als 4 mittelgroße Kohlekraftwerke.

    Doch auch beim heimischen PC oder Laptop gibt es defizite im Energiehaushalt.
    Einen großen Energiehunger hat Microsofts Betriebsystem Windows. Es bietet dem Anwender kaum, oder unzureichende Möglichkeiten zur regulierung des Stromverbrauchs und geriet aufgrund dieser Tatsache ins Kreuzfeuer der Kritik. Untersuchungen ergaben, dass stupide Codefehler in der Programmierung von Windows XP weltweit zur Freisetzung von 225 Millionen Tonnen CO2 führeten. Die Kosten für diese Fehler betrugen Schätzungen zufolge 25 Milliarden  Dollar.

    Doch auch wer WLAN benutzt frisst Energie. Momentan beträgt die Zahl derer, die Wlan als Verbindung zu ihrem Router wählen ca. 50%. Dabei entsteht ein Energiebedarf von 100MW. Das entspricht ca. 1/15 der Bruttoleistung des AKW Brokdorf. Durch zugang per Kabel würde dieser Anteil wegfallen.

    Man merkt, dass im IT-Sektor, ob Daheim oder in Rechenzentren, enorme Energiemengen konsumiert werden um IT-System am laufen zu halten.
    Im nächsten Teil werde ich euch berichten, welche Maßnahmen Unternehmen treffen, treffen könnten und was Ihr selber tun könnt.


    P.S.: Rechtschreibfehler bitte per PM an mich :)
    Gerne konstruktive Kritik ;D
    _______________________________________________________

    Quellen:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Kernkraftwerk_Brokdorf
    http://de.wikipedia.org/wiki/Green_IT
    http://www.treehugger.com/files/2006/11/how_windows_xp.php
    http://www.bitkom.org/files/documents/Energieeinsparpotenziale_von_Rechenzentren_in_Deutschland.pdf
    http://enterprise.amd.com/Downloads/svrpwrusecompletefinal.pdf

    Bilder:
    http://www.greenzer.fr/blog_image_store/2009/03/green-it.jpg
    http://thefinanser.co.uk/.a/6a01053620481c970b0120a6232cfc970c-800wi
    http://www.gute-aussicht.de/tl_files/images/blog/2008/10/greenit.jpg

Kommentare

24 Kommentare
  • pWny
    pWny hmm
    Also ich habe 2 Monitore auf FULL HD nen sehr guten PC 750 watt netzteil ne graka die viel bringt also auch viel frisst aber ganz ehrlich der eine PC mehr der macht den braten auch nicht mehr fett klar dass mehrere so denken. aber s...  mehr
    16. November 2010
  • Diiiescher
    Diiiescher @ pWny es war ja auch nicht die rede davon alles abzuschalten ;)
    16. November 2010
  • kathat
    kathat Könnte man nicht die Wärme, die die Serverzentren erzeugen, weiterleiten und sozusagen als Heizung verwenden?
    20. November 2010
  • SirLovealot
    SirLovealot Ein CPU sollte die 55°C nicht überschreiten, da es sonst zu Schäden kommen kann, deswegen ist eine Kühlung notwendig, da diese auch die Leistung noch verbessern kann. Ein Rechner läuft durch die Kühlung meist nicht über 40°C und ist zum Heizen somit nutzl...  mehr
    20. November 2010