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Negativemissionen und ihre Vorteile (Teil 1/2)

  • Der Klimawandel spielt eine immer wichtigere Rolle in der Gesellschaft unserer Zeit. Daher stellt sich Vielen die Frage: Wie kann man ihn stoppen und die Erderwärmung möglichst stark, im Idealfall auf 1,5 Grad Celsius oder noch weniger, begrenzen?

    Eine Methode ist die Kohlendioxidabscheidung (auf Englisch Carbon Dioxide Removal oder kurz CDR). Dabei wird der Atmosphäre CO2 entzogen und dauerhaft gespeichert. Da hierbei das Gegenteil von Emissionen erzielt werden soll, werden die Technologien oder Verfahren häufig auch als Erzielung „negativer Emissionen bezeichnet“. Ziel ist es, beim Emissionen netto auf null zu kommen – oder einfacher gesagt: Alle durch Menschen verursachte Treibhausgas Emissionen müssen durch Reduktionsmaßnahmen wieder aus der Atmosphäre entfernt werden. Hierbei gilt, je früher dieses Ziel erreicht wird, desto weniger Kohlendioxidabscheidung ist Notwendig.

    Es gibt viele verschiedene Ansätze und Verfahren, CO2 aus der Atmosphäre zu ziehen und zu speichern. Diese Verfahren werden hauptsächlich in zwei große Gruppen unterteilt: die technologische CO2 Abscheidung und die biologische CO2 Abscheidung.

    Beispiele für technologische CO2 Abscheidung sind unter anderem die Verbrennung von Biomasse in Kraftwerken und das sofortige Abscheiden und Speichern des Kohlenstoffs  (auf Englisch Bio Energy with Carbon Capture and Storage, kurz BECCS). Oder auch die direkte Trennung und Speicherung von CO2 aus den Abgasen, die durch industrielle Prozesse verursacht werden (auf Englisch Direct Air Capture with Carbon Storage, kurz DACCS).

    Beispiele für biologische CO2 Abscheidung sind die Aufforstung, also das großflächige Anpflanzen von Bäumen, die CO2 in Böden und Biomasse speichern. Zum weiteren gibt es noch die Steigerung der dauerhaften Bindung von Kohlenstoff aus atmosphärischen Co2 in der Erde (u.a. durch die Renaturierung von Mooren) oder auch die Pyrolyse von Biomasse zu Holzkohle, die den Kohlenstoff über Jahre in der Kohle bindet.

    Die Kohlendioxidabscheidung bietet neben dem Entziehen und Speichern des Kohlenstoffs noch weitere Vorteile. Aktuell nehmen die Ozeane/Meere und die Biosphäre rund die Hälfte aller durch den Menschen verursachten CO2 Emissionen auf. Dadurch dämpfen sie zwar den Anstieg der CO2 Konzentration in der Atmosphäre, jedoch kommt es dadurch auch zur Versauerung der Ozeane und zu negativen Wirkungen auf das Pflanzenwachstum. Die Verfahren der Kohlendioxidabscheidung wirkt diesen beiden Effekten entgegen.

    Diese verschiedenen Verfahren sind eine wichtige und nicht zu unterschätzende Hilfe, den Klimawandel zu verlangsamen und zu stoppen. Ohne die Weiterentwicklung und Verwendung der Verfahren zur Kohlendioxidabscheidung ist, nach aktuellem Stand, das Erreichen des 1.5 Grad Ziels nicht in greifbarer Nähe. Aus diesem Grund sollte man das Potential der Kohlendioxidabscheidung keinesfalls vernachlässigen und die Weiterentwicklung der Technologien mit allen Mitteln fördern – zum Wohle unseres Planeten und der Gesellschaft.

     

    Quellen: 

    https://www.myclimate.org/de/informieren/faq/faq-detail/was-sind-negativemissionen/

    https://www.myclimate.org/de/informieren/faq/faq-detail/was-bedeutet-netto-null-emissionen/

    https://www.kfw-entwicklungsbank.de/PDF/Download-Center/PDF-Dokumente-Development-Research/2020_12_14_EK_Negativemissionen_DE.pdf

    https://www.umweltbundesamt.de/themen/nachhaltigkeit-strategien-internationales/umweltrecht/umweltvoelkerrecht/geoengineering-governance#was-ist-geoengineering

     

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