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Es braucht endlich ein Lieferkettengesetz!

  • Lieferketten- Was?

    Jede und jeder von uns konsumiert täglich unzählige Produkte. Diese müssen hergestellt, angebaut und produziert werden. Für ein T-Shirt beispielsweise muss Baumwolle angebaut, der Stoff produziert und anschließend noch von Näher*innen zusammengenäht werden. Dann muss das fertige Produkt natürlich noch nach Deutschland oder in ein anderes Land transportiert werden. Viele, teils unzählige Schritte bis das fertige Produkt bei uns im Geschäft verkauft wird und wir es schließlich in den Händen halten.

    Jedes Produkt hat also einen gewissen impact auf verschiedene Prozesse. Bisher das größte Manko sind fehlende Umwelt- und Sozialstandards entlang der Lieferkette(n), also während der Herstellung und Entstehung des fertigen Produkts. Und jetzt? Klar ist, um im Klimaschutz voranzukommen und soziale Standards, nach europäischem Maßstab zu etablieren, braucht es ein Gesetz. Hier kommt das von vielen Initiativen und Umweltverbänden geforderte Lieferkettengesetz ins Spiel. Die Idee: die in der europäischen Union geltenden Standards auf die Herstellung der Produkte im Ausland zu übertragen, um so vor Ort Mensch und Umwelt vor Ausbeutung zu schützen. Warum dürfen zum Beispiel bestimmte Chemikalien im Ausland eingesetzt und verkauft werden, obwohl diese in der Europäischen Union längst verboten sind?

    Es ist also wichtig, dass die großen (deutschen) Unternehmen, auch global player genannt, weil sie global (weltweit) produzieren und vermarkten, mit Hilfe eines Gesetzes in die Pflicht genommen werden, Menschenrechte und Umweltschutzaspekte zu achten und durchzusetzen.

    Aus den vergangenen Jahren gibt es unzählige Beispiele, wie es nicht funktionieren darf, also wenn nur Profite und Gewinnmaximierung im Zentrum der Unternehmen stehen. In einer Zulieferfabrik des deutschen Textil­dis­counters KiK in Pakistan führte mangelhafter Brandschutz dazu, dass 258 Menschen qualvoll starben. Ein anderes Beispiel: Der deutsche Chemiekonzern Bayer verkauft in Brasilien hochgiftige Pestizide, die in der EU längst verboten sind. Anhand dieser krassen Beispiele zeigt sich, dass dringender Handlungsbedarf seitens der Politik besteht.

    Aber bis die Politik handelt, vergeht oft viel Zeit. Deshalb stellt sich die Frage, wie jede*r Einzelne schon jetzt, bevor es ein Lieferkettengesetz in Deutschland gibt, aktiv werden kann. Beim Einkauf kann auf das Fairtrade-Siegel geachtet werden und möglichst nur solche Produkte erworben werden. Dieses schreibt gewisse soziale Standards und Richtlinien vor, kann aber nur ein Anfang sein, bevor diese Anliegen per Gesetz geregelt werden.


    Weitere Infos zur Initiative Liferkettengesetz gibt es hier.

    Klar können einzelne Länder nur einen Teil zur Gesamtlösung beitragen, aber hier muss Deutschland seinen teil beitragen und mit gutem Beispiel vorangehen!

     

     

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