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Wie man den Wandel in die Welt bringt - Intervention entwickeln

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    Liebe alle, es wieder Mittwoch, und in Absprache mit Alfred Schumm, dem Direktor des Departments Innovation, Science, Technologies & Solutions beim WWF, habe ich beschlossen, euch an dieser Stelle circa wöchentlich die Arbeit dieser Abteilung näher zu bringen, indem ich jeweils einen interessanten Bericht über das eine oder andere Paper verfasse. Ich hoffe ihr habt Spaß am Lesen! Solltet ihr Fragen haben, schreibt sie gerne hier in die Kommentare.

    Vor zwei Wochen habe ich bereits einen kleinen Bericht über nachhaltiges sozial-ökologisches Wirtschaften innerhalb der planetaren Grenzen veröffentlicht; bezogen war er auf ein Paper, das die Abteilung veröffentlich hat. In diesem und einigen nachfolgenden Berichten möchte ich nun näher auf den dort genannten Punkt der Gesellschaft eingehen. Denn eine Gesellschaft, die den Wandel trägt und positiv befürwortet, ist für unsere Zukunft unverzichtbar. Es sind Menschen wie du und ich, die sich vielleicht schon oft gefragt haben, wie sie den Wandel in die Welt bringen können, wie sie andere Menschen überzeugen können und was sie tun können, außer an sich selbst zu arbeiten. Eine Herangehensweise, um langanhaltenden, systemischen Wandel zu erreichen, ist die Verhaltenswissenschaft. Menschliches Verhalten und besonders unser Umgang mit der Natur sind komplex. Wenn wir diese Komplexität aber beginnen zu verstehen, hilft das Lösungen für aktuelle Umweltkrisen zu finden. Das Paper „Save Nature please“ (sobald es an öffentlicher Stelle zu finden ist, werde ich es euch verlinken), an dem wahnsinnig viele Menschen mitgewirkt haben und das vom WWF International veröffentlicht wurde, versucht daher, einen Rahmen für Verhaltensänderungen herzustellen. Es kreiert ein tiefes Verständnis zum Thema der Verhaltenswissenschaften, hilft diese Theorie in die Praxis umzusetzen und schafft es, die Schlüsselprinzipien leicht erinnerbar und adaptierbar zu gestalten. Diese Schlüsselprinzipien umfassen: Intervention entwickeln,  Prinzipien liefern sowie Messen und Skalieren.

    Heute möchte ich mich mit dem ersten Schritt „Intervention entwickeln“ beschäftigen. Er bildet die Basis für jegliches weitere Vorgehen, indem bereits bekanntes Wissen sowie bekannte Daten gesammelt werden mit dem Ziel dadurch auch starke Partner ins Boot zu holen (je nach Ebene können das Freunde aber auch große Unternehmen sein). Am Ende sollten die 6 W´s (Warum, Was, Wer, Wann, Wo und Wie?) beantwortet werden können. Wie geht man also vor? Erstens: grenze Problem und Ziel ein. Informiere dich dafür so umfassend wie möglich über ein Problem, versuche zu verstehen, wie Markt, Politik und sozialer Kontext das Problem beeinflussen und stecke dir am Ende ein spezifisches Ziel. Zweitens: verstehe Zielgruppe und Verhalten. Definiere dafür priorisierte Zielgruppen und versuche ihr Verhalten zu verstehen. Überlege dir spezifische Verhaltensziele für jede Zielgruppe und identifiziere alle möglichen Hindernisse/Vorteile, die Verhalten, Motivationen und Vorurteile mit sich bringen könnten (weiter unten seht ihr eine Abbildung zu den 14 Motivatoren menschlichen Verhaltens nach Drummond et al. 2008). Drittens: stelle die bevorzugte Zukunft vor. Ein klares Bild von einer besseren Zukunft zeichnen zu können hilft, Menschen von dieser Zukunft zu überzeugen. Überlege dir auch, welche Schritte es bräuchte, um sie zu erreichen. Und viertens: engagiere Mitbürger, Influencer, Stakeholder, Unternehmen oder andere. Das hilft dabei, Lücken in deinem Wissen zu schließen, diverse Meinungen mit einzuschließen, Optionen zu entwickeln und schlussendlich auch mehr Menschen zu erreichen.

    So viel also zum ersten Schritt „Intervention entwickeln“. Ich hoffe, dass ihr den ein oder anderen Aha-Moment beim Lesen hattet. Zum Schluss möchte ich euch noch ein Zitat von Hartmut Rosa mit auf den Weg geben: „Wir beginnen Dinge zu verändern, wenn wir darüber nachdenken, was uns wichtig ist“.

    Bis nächste Woche :)

                                                    

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