Berichte

Die Zukunftsmutigen - das allerzweite Treffen

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    Auch wenn es gar nicht so einfach ist, in Kathis kreative Fußstapfen von letzter Woche zu treten, gebe ich an dieser Stelle auf jeden Fall mein bestes und hoffe, dass euch der Bericht gefällt. Denn vergangenen Freitag haben sich wir uns wieder getroffen, wobei es viel zu besprechen gab und die meisten von unszum Glück nur noch halb so aufgeregt wie letztes Mal waren.

    Nachdem zuerst ein paar organisatorische Dinge geklärt wurden, haben Anne und Laura vorgeschlagen „Buddy Pairs“ zu bilden. Dabei tun sich immer zwei von uns zusammen (just married) und passen für die Dauer dieses Projekts, also für ein Jahr, aufeinander auf. Mit deinem Buddy kannst du Sorgen und Nöte besprechen und dich austauschen, wenn dir die große Gruppe vielleicht zu groß dafür vorkommt. Ich finde es eine tolle Idee und freu mich schon darauf meinen Buddy (was ist eigentlich die weibliche Form davon?) besser kennenzulernen. Und weil „Self care“ sowieso sehr groß geschrieben wird, haben wir uns danach erstmal darüber ausgetauscht, wie es uns geht und was wir momentan so machen. Von Klausurenstress, Arbeit und Wanderbäumen aufstellen (das sind Bäume, die von Zeit zu Zeit ihren Standort wechseln, um zu zeigen, wie es an diesen Orten aussehen würde, wenn dort mehr grün wäre), war alles dabei. Auf jeden Fall waren aber alle glücklich, wieder dabei sein zu können. Wir haben dann damit begonnen, noch einmal die Zweifel und Hoffnungen von letzter Woche zu reflektieren und es geschafft, die großen Sorgen auszuräumen. Denn man darf ja auch nie vergessen, dass kritisches Hinterfragen trotzdem immer wichtig ist. Als nächstes folgten wieder Break-Out Sessions in Kleingruppen, um unsere Hausaufgaben, die wir eher Einladungen nennen, zu besprechen. Wir haben uns auf einem reellen Spaziergang virtuell vorgestellt, wie es an diesem Ort aussehen würde, wenn unsere Gesellschaft nicht auf Wachstum sondern auf Erhaltung ausgelegt wäre und Umweltschutz größer schreiben würde. Kommentiert doch mal, falls ihr Lust habt, was eure Ideen dazu sind.Wir waren uns zum Beispiel darüber einig, dass Straßenverkehr in der Zukunft der Vergangenheit angehören wird und Straßen eher für Menschen, Fahrräder, Blühstreifen und öffentlichen klimaneutralen Nahverkehr genutzt werden. Dass die Menschen entspannter und freundlicher sind, weil man sich von der 40-Stunden-Woche abgewandt hat und so viel mehr Zeit für Kindererziehung, Haushalt und andere Dinge hat, die heute nicht einmal als Arbeit wertgeschätzt werden. Alle anderen besprochenen Punkte überlasse ich an dieser Stelle eurer Fantasie…

    Wenn man nun über Zukunft spricht, ist es wichtig, sich auch ein fundiertes Grundwissen zu spezifischen Themen anzulegen. Darum haben wir danach darüber gesprochen, was eigentlich Wirtschaftswachstum ist, wie es definiert und erfasst wird, was das BIP misst und was es nicht misst (z.B. so wichtige Dinge wie Zufriedenheit und Glück einer Gesellschaft…), warum die Wirtschaft eigentlich angeblich immer wachsen soll und was die Postwachstumsökonomie als Gegenentwurf möchte und vorschlägt. Ich habe an dieser Stelle auf jeden Fall etwas dazugelernt und denke, dass es meinen Mitstreiter*innen ähnlich ging.

    Als Vorbereitung für nächste Woche haben wir uns vorgenommen, einen Text zu Mythen des Postwachstums zu lesen und sie in unserer kommenden Session vorzustellen. Ich für meinen Teil bin auf jeden Fall schon gespannt, was ich dabei dazulernen kann und freue mich jetzt schon auf unser Treffen.

     

     

     

     

    In dem Bild dort seht ihr übrigens die Person hinter diesem Text. Das bin ich, Christina 20 Jahre alt und ursprünglich eine echte Dorfkartoffel. Mittlerweile wohne ich jedoch in der Universitätsstadt Göttingen in Südniedersachsen und studiere Biologie im 4. Semester. Zumindest theoretisch, denn in diesem Semester habe ich mich entschieden, über den Tellerrand zu schauen und Module wie Bioklimatologie, Umweltrecht und Bioethik zu belegen. Durch den ganzen tollen Input fühle ich mich auch immer mehr in meiner Meinung bestätigt, dass wir als Gesellschaft dringend etwas ändern müssen und finde es daher grandios, in dieser tollen Kampagne mitarbeiten zu dürfen. Wenn ich mal nicht gerade ein fleißiges Bienchen bin, liebe ich es, mich mit meinen Mädels zum Kochen (meistens vegan und auf jeden Fall immer 100% lecker), zum Weinchen trinken oder zum Quatschen zu treffen. Ich lese gerne (Auto-)biographien, weil es einfach so viele interessante Menschen gibt, gehe spazieren oder mache Sport. Früher war ich im Karate sehr aktiv, mittlerweile habe ich von Baseball über Lacrosse, zu Frühschwimmen alle möglichen Sachen ausprobiert, Hauptsache es ist ein bisschen Nervenkitzel dabei und eine große Portion Spaß. Ansonsten bin ich ein absoluter Reisefan. Letzten Sommer habe ich Südwesteuropa mit dem Interrail Ticket entdeckt (kann ich nur empfehlen) und festgestellt, dass man für außergewöhnliche Plätze gar nicht lange um die Welt fliegen muss. Ich war aber auch schon auf Sansibar, Sumatra und den Fiji-Inseln um dort Freiwilligenarbeit im Umweltschutz zu leisten und mich ehrenamtlich zu engagieren. Ich habe die Flüge im Nachhinein zwar auch durch eine Spende CO2-technisch kompensiert, bin aber mittlerweile der Einstellung, dass man wirklich mindestens fünfmal überlegen sollte, bevor  man in so ein Gefährt steigt. Ich denke, dass das jetzt erstmal genug von meiner Seite war und hoffe, dass ihr Spaß beim Lesen hattet. Ich beim Schreiben auf jeden Fall. Bleibt alle gesund und genießt die Woche, sie wird bestimmt toll!

Kommentare

6 Kommentare
  • SteffiFr
    SteffiFr Wieder ein toller Einblick in eure Arbeit und Treffen!
    Ich wünsche euch weiterhin viel Spaß und Erfolg dabei und bin gespannt, was ihr alles auf die Beine stellen werdet.
    Und, ihr habt mich dran erinnert, nächsten Freitag an die Fahrraddemo zu denken!...  mehr
    23. Juni - 1 gefällt das
  • Laura
    Laura Liebe Christina, das hast du so schön geschrieben! Ich finde es auch grandios mit so tollen Menschen in der Kampagne arbeiten zu dürfen
    23. Juni - 1 gefällt das
  • annewi
    annewi Vielen Dank auch von mir für den Einblick Christina! "Buddy" hab ich bisher auch als genderneutral gedacht
    24. Juni - 1 gefällt das
  • AntoniaB
    AntoniaB Danke für den tollen Einblick in eure Arbeit und cool, dass du dieses Semester dir zeit genommen hast über den Tellerrand zu schaune und ein paar andere Kurse belegt hast!
    bin schon gespannt mehr von eurer Arbeit zu hören