Berichte

Vorstellung der Zukunftsmutigen (10/15)

  • Heute geht es los!

     

    Nachdem wir uns in den letzten Monaten bereits online kennengelernt haben, steht es nun endlich an: das persönliche Kennenlernen der Menschen, mit denen man in den letzten Monaten virtuell und auf Entfernung zusammengearbeitet hat.

    Ein guter Zeitpunkt für ein Treffen wie ich finde. In den letzten Monaten waren wir vor allem damit beschäftigt, uns in die nicht ganz trivialen Themenwelten von „Degrowth“ und „Postwachstum“ einzuarbeiten. In verschiedene Vorträgen von WWF Experten lernten wir genaueres über den Zusammenhang zwischen „Degrowth“ und Natur, Wirtschaft und Finanz. Dabei ist mir aufgefallen wie enorm groß und komplex das Thema ist, mit dem wir uns befassen. Degrowth und Postwachstum sind Themen die unsere gesamte Welt in allen Bereichen berühren können und eine enorme Vielfalt an möglichen Projektideen beherbergen.

    Geflutet mit neuen Ideen habe ich mir im Vorfeld viele Gedanken über mögliche Ansatzpunkte für eine Kampagne und Projekte zum Thema „Degrowth“ gemacht und bin mir ziemlich sicher, dass es allen Zukunftsmutigen so geht.

     

    Was soll dieses Treffen nun eigentlich werden?

    Ich denke: Ein Schnellkochtopf.

    Das Rezept:

    • Man werfe eine ausreichend große Menge an hoch motivierter junger Menschen mit großartigen Ideen zusammen in den „Garten Eden“ (das Hostel an dem das Treffen stattfindet), versorge sie mit veganem Essen und lasse sie vier Tage lang vor sich hin köcheln.

    Das Ergebnis: ein konkreter Plan für die Kampagne. So jedenfalls die Hoffnung.  

    Ich bin gespannt.

     

    Zeit um mich vorzustellen.

    Wer bin ich?

    Eine gute Frage, die ich mir in letzter Zeit häufiger stelle. Eine Antwort bleibe ich bis jetzt schuldig.

    Jedenfalls höre ich auf den Namen David und bin inzwischen 26 Jahre alt.

    Nachdem ich 2013 mein Abitur an der Freien Waldorfschule Engelberg gemacht habe, hat es mich in die Weiten Kanadas gezogen - wo ich mich schnurstracks in die Wildheit der Natur verliebt habe.

    Nach einigen Jahren, in denen ich mich mit vielen Dingen beschäftigt habe, studiere ich seit 2016 Medizin an der Universität zu Nijmegen in den Niederlanden. Hier habe ich unter anderem bereits im „Green Office“ der Universität mitgearbeitet, das versucht die Uni und den Campus nachhaltiger zu gestalten. Gleichzeitig habe ich im vergangenen Jahr zusammen mit weiteren Studierenden die „Vegan Student Association Nijmegen“ aufgebaut.

    Wenn neben Studium und den anderen Dingen noch etwas Zeit ist, verbringe ich diese gerne beim Sport und/oder draußen.

     

    Wieso möchte ich ein Zukunftsmutiger sein?

    Ganz einfach, ich möchte nicht zukunftsdepressiv sein.

    Was sich zunächst wie ein Begriff aus dem Lehrbuch für Psychologie und Psychiatrie anhört, ist für mich ein Phänomen, das ich bei immer mehr Menschen aus meinem Bekanntenkreis beobachte.

    Nicht selten sind in letzter Zeit bei Diskussionen rund um Klimawandel und Co. (gerade unter dem Einfluss der bestehenden Corona-Pandemie) Sätze gefallen wie: „Das bringt doch alles nichts mehr“ oder „Jetzt ist es auch schon zu spät um etwas am Klimawandel zu ändern.“

    Totale Zukunftsdepression.

    Das möchte ich nicht. Um jedoch eine Zukunft zu erleben und eine Welt für unsere Nachkommen zu hinterlassen, die lebenswert und ein Stückchen besser ist als die heutige, reicht es nicht zu hoffen, dass sich alles schon irgendwie finden und am Ende alles gut werden wird.

    Wenn ich das erreichen möchte, muss ich mutig sein - zukunftsmutig eben - und die Dinge selbst mitgestalten.

     

    Wie passt „Degrowth“ und „Postwachstum“ für mich dazu?

    Eine kleine Anekdote:

    Vor einigen Jahren habe ich mit zwei meiner jüngeren Geschwister einen „ewigen Garten“ in einer Flasche angelegt.

    Als dieser fertig war und wir davor saßen, sagte meine Schwester, 6 Jahre alt: „Das ist ja voll doof! Die Pflanzen da drinnen können ja gar nicht richtig groß werden. Da ist ja das Glas im Weg“.

    Mein Bruder, ein wenig älter als sie, hat noch hinzugefügt, dass da ja auch viel zu wenig Wasser drin sei, als dass die Pflanzen unendlich groß werden könnten, denn irgendwann hat die Pflanze ja das gesamte Wasser aufgenommen.

    Simple und richtige Aussprüche, die mich zum Nachdenken angeregt haben.

     

    Dies lässt sich problemlos auf unsere Erde projizieren.

    Wir leben in einer Welt, in der es planetare Grenzen gibt.

    Trotzdem setzen wir in unserer Gesellschaft auf ein System, in dem unbegrenztes Wachstum das Ziel ist.

    Die Schlussfolgerung: das geht nicht gut auf Dauer.

    Wir brauchen einen neues System, in dem nicht auf unendliches Wachstum gesetzt wird.

    Postwachstum eben.

     

     

     

     

     

Kommentare

3 Kommentare
  • stellasophies
    stellasophies Viel Spaß & Erfolg Bin schon gespannt auf eure Erzählungen!
    13. Sep. - 2 gefällt das
  • lenalotta
    lenalotta Ohh David, vielen vielen Dank für diesen schönen Text! Dein Vergleich mit dem Schnellkochtopf hat mir sehr zum Lachen gebracht. Ich bin ja gerade beim Treffen der Zukunftsmutigen und so fühle ich mich tatsächlich gerade: gesättigt mit dem besten...  mehr
    14. Sep. - 1 gefällt das
  • SteffiFr
    SteffiFr Ich bin schon gespannt, was an Aktionen rauskommt, nachdem ihr 4 Tage gekocht seid ;-)
    15. Sep.