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Eine ungerechte Welt? - Klimagerechtigkeit

  • Seit 1900 ist die Welt bereits mehr als 1°C heißer geworden – und werden keine ausreichenden Maßnahmen getroffen, dann werde ich eine Welt erleben, die von einen Temperaturanstieg von 4°C oder mehr geprägt sein wird. Das ist ein Leben, was wir uns gerade hier als privilegierte Menschen in einem Industrieland nicht vorstellen können, aber manchmal auch nicht vorstellen wollen. 
     
    Doch damit verschließen wir gleichzeitig die Augen - die Augen davor,  dass die Klimakrise nicht mehr ein Problem unserer Zukunft ist. 
    Denn bereits heute werden Menschen im globalen Süden tagtäglich mit den Auswirkungen des globalen Klimawandels  konfrontiert. 
     
    Es sind die Menschen, die die Konsequenzen des Klimawandels am härtesten und als erstes zu spüren bekommen, während sie am wenigsten dazu beitragen.
    Der Begriff „Globaler Süden“ beschreibt alle Gebiete, welche gesellschaftlich, politisch oder wirtschaftlich benachteiligt sind. 
    Der "Globale Norden" beschreibt hingegen privilegierte Länder und Gesellschaften, die vor diesem Hintergrund Vorteile besitzen.
    Dies sind überwiegend Länder, welche einen massiven Kohlenstoffdioxidverbrauch haben. 
    Kurz gesagt: Diese Länder und Staaten sind die Hauptverursacher der Klimakrise. 
    Die Folgen müssen aber die Länder im globalen Süden tragen.
     
    Ich habe das Glück, dass ich in einem privilegierten Land wie Deutschland aufgewachsen bin. 
    Du und ich, wir können glücklich sein, dass wir diese grausame Realität nicht tagtäglich an uns selber erfahren müssen. 
     
    Ich muss nicht wegen anhaltender Dürren die Schule abbrechen, um auf immer länger werdenden Wegen Wasser zu holen.
    Ich muss nicht infolge von Dürren und Überschwemmungen, wie sie im letzten Jahr besonders in der Region Tschad auftraten, unter starkem Hunger leiden.
    Ich bin kein Opfer von grausamen Landkonflikten geworden, die bedingt durch die Klimakrise entfacht wurden. 
    Und ich muss neben einer Pandemie nicht auch noch gegen Stürme Maßnahmen ergreifen, wie die Salomonen und Fidschi es tun müssen, und Angst vor den massiven Schäden haben. 
     
    Doch das zeigt auch einen Teil der Welt, in welcher wir leben. Eine ungerechte Welt. 
    Du und ich, wir müssen die Konsequenzen vielleicht  jetzt noch nicht tagtäglich erleben. 
    Aber wir tragen Verantwortung.
    Wir tragen Verantwortung, dass wir die Verantwortlichen zur Verantwortung ziehen.
    Wir tragen Verantwortung, was für eine Gesellschaft wir erschaffen wollen.
    Wir tragen Verantwortung für das Erreichen des 1.5 °C Pariser Klimaabkommens und den Erhalt einer lebenswerten Zukunft für die zukünftigen Generationen!
    Es ist die Verantwortung, dass wir uns nicht unserer Verantwortung entziehen. 
     
    Deshalb möchte ich mich korrigieren. 
    Ja, wir leben in einer teilweise schrecklichen und ungerechten Welt. 
    Aber es ist gleichzeitig auch eine, in der immer mehr Menschen ihre Verantwortung wahrnehmen und eine andere Welt einfordern. Menschen, die die Hoffnung auf eine bessere Zukunft teilen. 
    Eine gerechtere Welt ohne Diskriminierung, ohne systematische Ungerechtigkeiten. Eine Welt ohne Menschenrechtsverletzungen. 
    Solange diese Hoffnung existiert, werde ich, werden wir nicht aufgeben. 
    Jetzt ist es noch möglich den Weg zu wählen, immer und tagtäglich, den wir gehen wollen. Wir können jetzt den Weg noch einschlagen. 
    Solange wir Möglichkeiten sehen, solange wir noch handeln können, geben wir nicht auf und laden alle ein, diesen Weg mit uns zu gehen. 
    Noch können wir unsere Zukunft  beeinflussen – also lasst uns diese Chance gemeinsam nutzen. 
     
    „We are unstoppable, another world is possible“ 

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