Berichte

Wir leben auf Pump!

  • Sieht man gar nicht von oben, die ganzen Menschen auf der Erde... Trotzdem verlangen sie ihrem Planeten so viel ab, dass er nicht mehr genug bieten kann. Der Mensch hat es geschafft: Er bräuchte einen weiteren, am besten sogar noch einen dritten Planeten! So lässt sich unsere Story kurz zusammenfassen - von außen betrachtet. Das Problem ist nur: wir stehen nicht außen, wir stecken mitten drin.

    Die Menschheit lebt über ihre Verhältnisse, dies ist die zentrale Botschaft des "Living Planet Reports 2010“, den der WWF heute vorgestellt hat. Der Bestand von 2.500 ausgewählten Tierarten, die charakteristisch für die unterschiedlichen Land-, Meeres- und Süßwasserökosysteme der Erde sind, ist seit den 70er Jahren im Schnitt um rund 30 Prozent zurückgegangen. In den Tropen ist der natürliche Reichtum sogar noch stärker eingebrochen. Hier gingen die Populationsgrößen um fast 60 Prozent zurück.

    Der Living Planet Report dokumentiert, dass die Ursache für den Artentod im wachsenden Hunger nach Rohstoffen und natürlichen Ressourcen liegt. Um die Nachfrage nach Nahrung, Energieträgern und anderen natürlichen Rohstoffen zu decken, bräuchte man schon jetzt einen zweiten Planeten.

    Der scheinbare Wohlstand in den Ländern mit hohem Einkommen wird mit dem biologischen Reichtum - zum Beispiel dem der Tropen - erkauft. Auch Deutschland gehört zu den ökologischen Schuldnerländern.

    Der "Living Planet Report" des WWF ist eine umfassende Langzeituntersuchung zur Entwicklung der biologischen Vielfalt in den vergangenen 40 Jahren. Er erscheint alle zwei Jahre. Neben der "Volkszählung" ausgewählter Arten analysiert die Studie den so genannten "ökologischen Fußabdruck" der Menschen in den verschiedenen Regionen der Welt. Dabei wird der Verbrauch an nachwachsenden Rohstoffen in die zur Produktion notwendige Fläche umgerechnet. Der Landverbrauch für die Nahrungsmittel- und Holzproduktion wird ebenso berücksichtigt wie die für Städte, Straßen und andere Infrastruktur benötigten Gebiete. Zudem bezieht die Modellrechnung die Waldfläche ein, die nötig ist, um das Treibhausgas CO2 aufzunehmen.

    Verteilt man die natürlichen Schätze gerecht, stünden bei der aktuellen Weltbevölkerung jedem Erdenbürger maximal 1,8 Hektar zu. Doch die Realität sieht anders aus: In den reichen Staaten ist der ökologische Fußabdruck der Menschen rund fünf Mal so groß wie in den ärmeren Ländern. Deutschland steht mit rund fünf Hektar pro Kopf im Mittelfeld. Besonders verschwenderisch leben die Menschen unter anderem in den Vereinigten Arabischen Emiraten und den USA mit einem Pro-Kopf Verbrauch von nahezu zehn Hektar.

    Negativ schlägt vor allem der hohe Energieverbrauch mit dem damit verbundenen CO2-Ausstoß zu Buche. Mittlerweile geht fast die Hälfte des ökologischen Fußabdrucks auf die Bereitstellung von Energie zurück. Das gilt auch für Deutschland. Dieser Anteil hat sich in den vergangenen 50 Jahren mehr als verzehnfacht.

    Der Raubbau an den natürlichen Ressourcen wird auch auf anderen Gebieten deutlich: Die industrielle Fischerei hat 70 Prozent der Fischgründe weltweit stark geschädigt. Weil die großen Fische immer seltener werden, konzentrieren sich die Fangflotten auf kleinere Fische und Krill. Weltweit sind dadurch 520 Millionen Menschen gefährdet, die von der Fischerei abhängig sind.

    Ähnlich die Situation der Wälder: Jährlich gehen 130.000 Quadratkilometer Waldflächen durch die Umwandlung in Weide- und Anbauflächen verloren. Das entspricht etwa der 1,5-fachen Fläche Österreichs.

    Der WWF Report macht deutlich, dass die OECD-Staaten derzeit mit 40 Prozent noch den größten Anteil am ökologischen Fußabdruck haben. Durch die hohe Bevölkerungszahl in China, Indien, Brasilien und Russland und den wachsenden Konsum wird der Fußabdruck dieser Länder ebenfalls immer tiefer.

    Was kann man tun? Der WWF setzt sich an allen Fronten für Nachhaltigkeit und Umweltschutz ein. Je mehr den WWF unterstützen, desto stärker ist seine Stimme in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Wenn Du noch nicht Mitglied bist - überleg's dir.

    Außerdem kannst Du Deinen eigenen Lebensstil umweltgerechter machen. In unserer Rubrik "Leben" findest Du inzwischen hunderte Tipps, wie Du Energie sparen, Dich ökologisch ernähren und Deinen ökologischen Fußabdruck verringern kannst.

    Alle Fakten inkl. Infographiken und Filme haben wir auf unserer Seite "Entdecken" zusammengestellt. Klick dich am besten gleich durch.

Kommentare

9 Kommentare
  • snowyowl
    snowyowl Urmeli - Nein! :P

    Schade,dass diese Bilder von der wahren Erde nur wenige erreichen...ich veröffentliche das mal bei fb und twitter.
    23. Oktober 2010
  • Philip89
    Philip89 Echt erschreckend was wir, der Mensch, mit unserer schönen Erde anrichten, einfach schade. Da gibt es u.a. auch politisch die Möglichkeit, etwas am Fußabdruck zu ändern und in erneuerbare Energien zu investieren und so den CO2 Ausstoß generell zu verringe...  mehr
    23. Oktober 2010
  • Schmusetigerle
    Schmusetigerle Ich meine auch... Reden hilft da nichts mehr! Die Zahlen sind bekannt und so erschreckend dass wir uns nicht davon lähmen lassen dürfen! Wir müssen was tun!
    Ich werd das jetzt auch mal in facebook veröffentlichen
    24. Oktober 2010
  • Nyuuchan
    Nyuuchan Das ist alles total schrecklich, aber wir (alle die hir schreiben) verbrauchen doch alle den Strom der schetlich ist um ihr zu schreiben.
    Wir Menschen sind das problem!!! Doch viele sind sich ihrer Schuld garnicht bewusst.Indem mehr für Wind und Solarener...  mehr
    27. Oktober 2010