Berichte

Kleidung spenden, sinnvoll oder Förderer der Armut?

  •  Überall stehen sie, die riesigen, hässlichen Container die unsere alten Klamotten wollen. Fast wie ein großes, stilles Monster, mit einem großen Mund was alles schluckt was ihm in die quere kommt. Der Nutzen dieses Kleidercontainer ist vom Prinzip her sehr sinnvoll, den Leuten in armen Ländern der Welt Kleidung zukommen zu lassen. Eine Geschenk soll es sein und uns Leute im Industrieland die Gewissheit geben, dass wir „helfen.“ Gespendete Kleidungsstücke, wie deutsche Abi-T-Shirts, oder Trikots von Kreisklasse-Fußballteams, gesponsert von irgendeinem Getränkehändler werden verschifft und direkt in der Bevölkerung verteilt.
    Warum soll dies also schlecht sein?
    Eine monokausale Deutung, das bedeutet eine Rückführung auf nur eine Ursache, ist kaum möglich. Es handelt sich um eine Mischung verschiedener Ursachen. Einerseits werden noch gut erhaltende Kleidungsstücke nicht nach Afrika oder Asien transportiert, sondern bleiben hier und werden uns in second hand shops verkauft. Zudem spielt die Übersättigung der Klamotten eine große Rolle für die lokale Wirtschaft. Die Textilindustrie ist völlig eingefroren, die Produktion von heimischen Klamotten ist teurer als die Spende der reichen Industrieländer. Somit ist für heimische Textilläden das Geschäft äußerst unökonomisch. Heutzutage gibt es in Afrika kaum mehr Färbereien, Nähereien oder eine eigene Mode. Um sich aus der Armut zu retten, benötigen die Menschen eine Existenzgrundlage an der sie verdienen. Es muss ein Markt geschaffen werden, ihre Existenzgrundlage wird ihnen somit beraubt. Nun müssen wir uns die moralische Frage stellen, ob wir uns dieser Verantwortung stellen, oder zulassen das wir weiterhin noch mehr Armut schaffen.

Kommentare

10 Kommentare
  • MonaR
    MonaR hm, guter Bericht, der einen zum Nachdenken anregt... ;)
    19. Oktober 2010
  • snowyowl
    snowyowl Wir schmeißen monatlich alte Klamotten in solche Kontainer,wohin denn sonst?
    Dann müsste man ja eigentlich alles in einen "schlechten Zustand" bringen,damit die 2-handshops die Klamotten nicht bekommen und alles auch wirklich in arme Länder geschickt w...  mehr
    23. Oktober 2010
  • MarcelB
    MarcelB "Nunja es gäbe alternativen. Man könnte sich mit einheimischen Designern zusammensetzen und die Mode mit den Spenden kombinieren, zudem gibt es kleinere Organisationen die Kleidung "richtig," dass heißt sinnvoll ohne Probleme spenden. Hierzu muss man auf ...  mehr
    23. Oktober 2010
  • MarcelB
    MarcelB http://www.wdr.de/tv/servicezeit/familie/sendungsbeitraege/2010/1020/02_altkleiderspende.jsp

    Hier ist dazu n guter Beitrag, ich weiß nicht mehr genau welche Organisationen. Die waren alle auf einer "Fairwertungs"-liste aufgeführt. Im Bericht wird d...  mehr
    23. Oktober 2010