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Neu entdeckte Spezies hat bereits Plastik im Körper!

  • Forscher der Universität Newcastle haben im Marianengraben, dem tiefsten Punkt der Erde, eine neue Tiefsee-Spezies entdeckt. „Eurythenes plasticus“ wurde die Flohkrebs-Art vom Leiter der Forschungsmission, Dr. Alan Jamieson, getauft. “Mit dem Namen wollen wir ein starkes Zeichen gegen die Meeresverschmutzung setzen und deutlich machen, dass wir dringend etwas gegen die massive Plastikflut tun müssen“, erklärt Jamieson. Denn: In dem nur fünf Zentimeter großen Tier wurde schon bei der Entdeckung Polyethylenterephthalat (PET) gefunden, ein Stoff, der in vielen Alltagsgegenständen wie Einwegtrinkflaschen und Sportkleidung enthalten ist.

    Pro Jahr landen etwa im Durchschnitt acht Millionen Tonnen Plastikmüll in den Ozeanen. Sonne, Wind und Salzwasser zersetzen das Plastik zu Mikroplastik. Dieses verteilt sich im Meer und wird von den dort lebenden Tieren aufgenommen. Die besondere Gefahr, die von Mikroplastik ausgeht, besteht darin, dass der Kunststoff sich mit langlebigen organischen Schadstoffen verbindet. Diese gelangen mit den Mikroplastikpartikeln in den Organismus, wenn Tiere das Plastik zu sich nehmen, und können die Fortpflanzung beeinträchtigen. Sie tragen daher möglicherweise langfristig zum Aussterben der betreffenden Arten bei. Die Tatsache, dass die durch uns verursachte Vermüllung der Ozeane selbst bis zum tiefsten Punkt der Erde reicht ist schockierend. "Eurythenes plasticusin" lebt in rund 6500 Metern Tiefe im Pazifischen Ozean und er hat trotzdem Plastik im Körper. „Die neu entdeckte Spezies (...) zeigt, wie weitreichend die Folgen unseres laxen Umgangs mit Plastik sind. (...). Plastik ist in der Luft, die wir atmen, dem Wasser, das wir trinken und in den Tieren, die fernab der menschlichen Zivilisation leben“, kommentiert Heike Vesper, Leiterin des WWF-Zentrums für Meeresschutz.

    Deutschland ist nach den USA und Japan weltweit der drittgrößte Exporteur von Plastikmüll. Der Plastikmüll endet oft in südostasiatischen Ländern mit schlechtem oder keinem Abfallmanagement. Dort kann er häufig nicht recycelt werden, sondern wird verbrannt oder landet auf Deponien – und gelangt auch von dort aus ins Meer. „Um die globale Plastikflut zu stoppen, braucht es eine globale Lösung. Der WWF setzt sich daher für ein internationales Abkommen ein, das weltweit die Müllreduktion und ein verbessertes Abfallmanagement gesetzlich vorschreibt. Deutschland gehört zu den Top-Verursachern von Verpackungsmüll in der Europäischen Union. Die Bundesregierung trägt deswegen auch eine besondere Verantwortung, ein solches Abkommen voranzutreiben”, so Vesper.

    Um die ungeheure Plastikflut endlich einzudämmen, hat der WWF eine weltweite Petition gestartet. Unter https://www.wwf.de/plasticus/ könnt ihr die Staatsoberhäupter der Welt auffordern, sich für ein internationales Abkommen gegen den Plastikeintrag in die Meere einzusetzen. Es muss sich endlich etwas ändern!

    Quellen:

    Bild 1: Neu entdeckte Tiefsee-Spezies © WWF Deutschland

    Bild 2: © Melanie Gömmel / WWF

    https://www.wwf.de/2020/maerz/im-namen-des-plastiks/ (Stand: 05.03.2020 12:28 Uhr)

    https://www.wwf.de/plasticus/ (Stand: 05.03.2020 12:30 Uhr)

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