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Zukunft oder Hype? Das E-Book

  • Großes Thema auf der buchmesse: Das E-Book. Die technologischen Fortschritte der letzten Jahre sind immens. Dabei spielt, zumindest teilweise, auch die Umweltverträglichkeit elektronischer Produkte eine Rolle. Nun macht die technologische Entwicklung auch vor dem klassischen Buch nicht Halt.

    Ebooks sind ein Trend, der sich mehr und mehr durchzusetzen scheint. Bisher macht der Buchhandel nur 1 Prozent des Umsatzes über Ebooks, doch kann man davon ausgehen, dass diese Zahl steigen wird.

    Will man ein Ebook auf gleiche Weise lesen wie ein Buch, das heißt gemütlich auf der Couch oder draußen im Garten und nicht vor dem Bildschirm am PC, braucht es ein entsprechendes Lesegerät, einen Ebook-Reader. Diese Ebook-Reader werden zurzeit auch verstärkt auf der Frankfurter Buchmesse ausgestellt und angepriesen. Ein dabei immer wieder auftauchendes Argument für die Ebook-Reader im Vergleich zum gewöhnlichen Buch ist die CO2 Bilanz.

    Eine von der Cleantech Group durchgeführte Studie soll demnach zu dem Schluss gekommen sein, dass die im Laufe des Lebenszyklus eines Ebooks* (d.h. Produktion, Gebrauch und Entsorgung) entstehende Menge an CO2 von ca. 168 kg nach einem Jahr Nutzung bereits wieder eingespart wird. Die Cleantech Group geht dabei von 22,5 gelesenen Büchern pro Jahr aus. Jedes weitere Jahr, in dem ein Ebook-Reader im Einsatz ist, würde somit die Emission weiterer 168 kg CO2 verhindern.

    Bei etwas mehr als 1 Millionen verkauften Geräten bis zum August 2009 haben die Ebook-Reader laut Cleantech Group noch keinen großen Effekt auf die Umwelt. Für das Jahr 2012 wurde jedoch bereits eine Zahl von 14,4 Millionen verkauften Geräten vorhergesagt, sodass sich dies bald ändern könnte.

    Dies lässt die Ebook-Reader als Buch-Ersatz zunächst in einem guten Licht dastehen. Bei meinen Recherchen habe ich jedoch auch an die, für die Herstellung von Kameras, Flachbildschirmen oder Handys benötigten, seltenen Metalle wie Tantal denken müssen.

    Manche dieser Metalle sind bereits so selten, dass ihre Reserven nur noch für wenige Jahre reichen sollen. Weil sie so selten sind, werden die Metalle auch in den entlegensten Regionen der Erde, wie zum Beispiel in den Lebensräumen der Gorillas im Kongo, abgebaut. Was das zur Folge hat, kann sich vermutlich jeder denken – die ohnehin bedrohten Gorillas sehen sich einer weiteren Bedrohung gegenüber. Zwar haben ich keine 100%ige Quelle gefunden, jedoch gehe ich davon aus, dass Metalle wie Tantal, die zur Herstellung möglichst kleiner und handlicher, elektrischer Geräte benötigt werden, auch in den Ebook-Reader zum Einsatz kommen.

    An dieser Stelle stellt sich mir dann die Frage, ob wir nicht einfach auf gewisse Geräte wie den Ebook-Reader verzichten können, ohne uns zu sehr einschränken zu müssen, damit der Natur nicht noch mehr Lasten aufgeladen werden.

    *getestet wurde der Ebook-Reader „Kindle“ von Amazon

    Quellen:

    Cleantech Group
    http://cleantech.com/news/4867/cleantech-group-finds-positive-envi

    FAZ
    http://www.faz.net/s/Rub68A2FB838B0C423DB5734236A5FFC821/Doc~E9574FE652FEC4FB299DB66BC270DFADF~ATpl~Ecommon~Scontent.html

    Welt Online
    http://www.welt.de/wirtschaft/article1494571/Seltene_Metalle_fuer_Handys_werden_knapp.html

    Spiegel Online
    http://www.spiegel.de/netzwelt/mobil/0,1518,549781,00.html
     

Kommentare

18 Kommentare
  • Philipp
    Philipp Ich lese selber lieber aus Büchern
    Das tolle an Büchern ist das zur Zeit immer mehr Bücher das FSC-Mix Siegel haben
    18. Oktober 2010
  • heikoko
    heikoko Hier noch eine kleine Ergänzung zu meinem Artikel - dabei geht es um die besagten seltenen Metalle, die zur Herstellung von Monitoren und kleinster Elektronik benötigt werden:
    http:/...  mehr
    22. Oktober 2010
  • Naturtier
    Naturtier Bei meinen Büchern wird auch nie der Akku leer, ist bei nem E-Book wohl schon manchmal der Fall, oder? ;D
    16. November 2010
  • SirLovealot
    SirLovealot manchmal nicht ganz, Naturtier. Der Kindle der 3. Generation hat eine Akkulaufzeit von etwa 3 Wochen. Also trifft \"selten\" wohl eher. (:
    17. November 2010