Berichte

Protestpicknick der WWF-Jugend am Aachener Weiher in Köln

  • Ein sechs Meter langer Wal, Unterschriftensammler, geschminkte Kinder, jede Menge plastikfreie Köstlichkeiten – wo kamen alle diese Dinge zusammen?


    Ganz genau: am 16.06. am Aachener Weiher in Köln beim Protestpicknick der WWF Jugend. Bianca Fischer-Classon, eine Kölner Studentin, arbeitete mit der Kita Zebra Verde zusammen, um den eindrucksvollen Wal zu konstruieren und dessen Bauch mit Plastikmüll zu füllen – ihre Aktion wurde dann unterstützt von Dialogern, Meeresverbündeten und Mitgliedern der WWF Jugend sowie von Bernhard Bauske, dem Plastik-Experten des WWF, und hat sich so eingereiht in die deutschlandweite Bewegung der Picknicke gegen Plastikmüll. Unermüdlich wurden Gespräche mit Erwachsenen sowie Kindern geführt, Essen geteilt, die Sonne genossen (oder sich vor dem Platzregen geschützt – wetterlich war wirklich alles dabei) und viel gelacht.

     c Bernd Lauter

    Um 12 Uhr ging es mit dem Aufbauen los – auch wenn das Paket mit den Flyern und Infomaterialien nicht ankam, das uns aus Berlin hätte zukommen sollen – und schnell waren die zwei Pavillons aufgestellt, das Banner gespannt, die Picknickdecken ausgelegt; alles lange bevor die Aktion offiziell starten sollte. Aber auch die Hauptattraktion des Tages, der sechs Meter lange Plastikwal, kam dann schnell dazu und sorgte bei Passanten für Aufmerksamkeit. Die Kinder aus der Kita begannen damit, den Bauch des Wals, der aus durchsichtigem Maschendraht gefertigt war, mit Plastikmüll zu füllen, den sie im Park um den Weiher fanden. Von ihren Familien wurden sie dabei mit süßen und herzhaften Snacks versorgt – natürlich nicht in Einwegplastik verpackt, versteht sich.

    c Bernd Lauter

    Bei all der Aufmerksamkeit, die das Ufer des Weihers bekam, verirrten sich auch immer mehr Menschen zum WWF-Jugend-Stand, der etwas weiter oberhalb aufgebaut war. Zugegeben, wenn man direkt am Weiher gewesen wäre, hätte es womöglich mehr Menschen zu unserem Stand verschlagen, deshalb war die Devise: wenn die Leute nicht zu uns kommen, müssen wir eben auf die Leute zugehen! Viele Dialoger waren im Einsatz, die mit Herz und Charme jeden ansprachen, der nicht bei drei auf den Bäumen war. So kamen sie mit allen ins Gespräch über Plastik, den WWF und wie man Müll reduzieren und umweltfreundlicher konsumieren kann. Die meisten Menschen waren sehr offen und empfänglich für Alternativen zum schädlichen Einwegplastik.

     

     Nachmittags kam uns dann noch Bernhard Bauske besuchen, der Plastik-Experte des WWF, der mit viel Wissen und Erfahrung alle Fragen sowohl des Teams als auch von Passanten beantworten konnte. Damit kündigte sich auch der Höhepunkt des Tages an: ab 15 Uhr ging das Event offiziell los. Am Ufer des Weihers hinter dem Plastikwal tummelten sich Picknicker und Interessenten, in unseren Pavillons teilte man sich Kuchen, Muffins und selbstgemachte Dips, am Upcycling-Tisch stellten Eltern mit ihren Kindern Unikate her und gaben so aussortierten, alten Dingen ein neues Leben. Egal ob Pappen oder Dosen, Tüten oder Gläser: alles wurde fröhlich bemalt, beschriftet und so zu Blumentöpfen, Stiftehaltern oder Protestplakaten umfunktioniert. Auch die Band Mikroschrei sorgte mit Livemusik für gute Stimmung.

    c Bernd Lauter

     c Bernd Lauter

     

    Ganz nebenbei füllten sich währenddessen die Seiten, auf denen wir Unterschriften für unsere Petition sammelten: Blatt um Blatt brachten die Dialoger vollgefüllt wieder zum Stand zurück. Wofür wir warben? Dass Köln in die Fußstapfen von Städten wie San Francisco, Vancouver und Kiel treten und zur Zero-Waste Stadt werden soll. Dazu würde man sich bemühen, die Kreisläufe der Stadt zu schließen und zum Beispiel den organischen Müll in Kompostanlagen zu Dünger zu verarbeiten – so fällt weniger Müll an, und die Kosten für die Landwirtschaft nehmen auch ab.


    Viele waren für diese Idee offen und hörten aufmerksam zu. So hoffen wir, dass wir die Politik in die Pflicht rufen konnten und einen wichtigen Schritt in Richtung Müllreduktion gehen konnten.

     

     

    Kurz nach sechs begannen wir dann mit dem Abbau und auch der große, gefüllte Wal wurde vom Weiher weggetragen – nicht ohne von zahlreichen Kameras verfolgt zu werden! Wir ziehen eine positive Bilanz: vielen waren die mit Plastik zusammenhängen Probleme bekannt, viele waren interessiert, wie man noch mehr helfen kann… sowohl der Wal als auch das Protestpicknick haben also ihren Zweck mehr als nur erfüllt!

    So ging ein schöner und vor allem erfolgreicher Tag zu Ende – an diesem Abend konnten wohl die Seevögel, Meeresschildkröten und Fische ein bisschen besser schlafen.

    c Bernd Lauter

Kommentare

3 Kommentare
  • TobiS
    TobiS Kann dir nur zustimmen: ein schöner und erfolgreicher Tag! Danke an all die Menschen, die das möglich gemacht haben und Danke, dass du diese Eindrücke mit uns hier teilst ☺️
    24. Juni 2019 - 2 gefällt das
  • Cookie
    Cookie Danke für Euren tollen Einsatz und diesen schönen Bericht darüber! Ich bin total beeindruckt von dem Wal! Den hatten wir bei der Earth Hour in Frankfurt gebraucht! Wisst ihr, was jetzt damit gemacht wird?
    25. Juni 2019 - 1 gefällt das
  • TobiS
    TobiS Da musst du dich wahrscheinlich an Bianca wenden. Stella müsste die Kontaktdaten haben.
    25. Juni 2019 - 1 gefällt das