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„Wer versteht, aber nicht handelt, der hat nicht verstanden!“

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    Wusstest du, dass der Wald für 99% der Menschengeschichte unser zu Hause war? Oder das der Wald Werte verändert? Kein Scherz! Fragt man Personen, was für sie besonders wichtig ist, hört man oft Dinge wie „Karriere“ und „Geld“; es geht um den ökonomischen Erfolg und die gesellschaftliche Anerkennung. Fragt man dieselbe Person erneut, nachdem sie einige Zeit im Wald verbracht hat, antwortet sie etwas, wie „Familie“ und „Zufriedenheit“. Durch die Zeit im Wald hat die Person zu sich gefunden und erkannt, dass Individualität und persönliche Erfüllung viel wichtiger sind, weil sie uns glücklich und zufrieden machen!

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    Die Natur verändert uns und unsere Werte. Genauso verändern wir die Natur, nur leider nicht im positiven Sinne. Der Wald galt lange Zeit als unser zu Hause. Mit seiner Artenvielfalt, mit Vogelgezwitscher und Brombeeren, mit Sonnenstrahlen, die durch die Blätter lugen, und mit kleinen Bächen, die sich vorsichtig ihren Weg bahnen. Lasst uns den Wald wieder zu unserem zu Hause und zu einem Rückzugsort machen und all diese kleinen Wunder bewahren!

    Dieter Kornfeld aus Gütersloh, NRW, ist vielen anderen Menschen einen Schritt voraus. Er achtet neben einem möglichst kleinen ökologischen Fußabdruck auf einen besonders großen ökologischen Handabdruck, indem er bei regelmäßigen Spaziergängen einen Beutel mitnimmt und herumliegenden Müll aufsammelt. Rund zwanzig gelbe Säcke voll hat er so im letzten Jahr gesammelt. Der Familienvater ist der Überzeugung, dass „jeder Einzelne etwas tun kann und sollte“. Dies muss keineswegs allein geschehen: Dieter bekommt oft Hilfe von seinen Töchtern und auch in Gütersloh haben sich größere Gruppen zusammengeschlossen, die Müllsammelaktionen starten und dabei mit Materialien, wie Zangen und Müllsäcken, von der Stadt unterstützt werden. Eisdielen tragen ebenfalls ihren Teil dazu bei, indem sie Eisgutscheine an die Schule vergeben, die bei einer Art Wettbewerb den meisten Müll sammelt.

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    Dieter gesteht, dass er eine „gewisse Wut“ spürt, wenn er spazieren geht und es drei Tage später wieder genauso aussieht, wie vor seinem letzten Spaziergang. Sogar ganze Müllsäcke lägen dann im Straßengraben. „Es ist schade, dass man so gut wie niemanden sieht, der den Müll aus dem Fenster schmeißt!“, findet Dieter. Stände er einmal so einem „Täter“ gegenüber, würde er den Mund aufmachen, denn nur durch „gegenseitiges Anstoßen“ sei eine nachhaltige Veränderung möglich.                                                                                                            

    Wie andere Menschen ihn wahrnehmen, ist ganz unterschiedlich: Im Feierabendverkehr sei eine Person mit Zange und Beutel am Straßenrand für einige mehr „ein Hindernis“ als ein engagierter Bürger, „aber viele zeigen auch den Daumen hoch oder halten sogar an“. Für sein vorbildliches Engagement hat der Westdeutsche Rundfunk Dieter als „besten Nachbarn“ ausgezeichnet und interviewt.

    Er ist der festen Überzeugung, dass die „größte Macht bei der Masse liegt“ und hofft, dass es bald mehr Menschen gibt, die den Müll sammeln, als jene, die ihn achtlos aus dem Fenster werfen. Frustrierend sei es zwar manchmal, „aber der Freiheitskämpfer Mahatma Gandhi hat auch weiter gemacht!“ und gilt heute als Weltveränderer und Idol für unzählige Menschen.

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    „Wer versteht, aber nicht handelt, der hat auch nicht verstanden!" In diesem Sinne: Fang an zu handeln! Es gibt unzählige Möglichkeiten, wie jeder einzelne von uns schon im Kleinen etwas Großes bewirken kann. Ein regelmäßiger morgendlicher Spaziergang durch den Wald mit einem Beutel für Müll beispielsweise, bringt nicht nur dich zurück zu dir selbst und deinen eigen Werten, sondern hilft dem Ökosystem, der Belastung „Mensch“ standzuhalten!

     

Kommentare

1 Kommentar
  • Jayfeather
    Jayfeather Echt toll, dass er so regelmäßig Müll sammelt! Es ist echt traurig, wie viele Menschen ihren Abfall einfach in die Natur werfen. Wer Lust hat, da was gegen zu tun kann uns gerne beim diesjährigen Clean Up Walk unterstützen
    19. Juni