Berichte

Ergebnisse der Gebäudegruppe des 2°Campus 2019

  • Dämmung aus nachwachsenden Rohstoffen

     

    Etwa 75% der gesamten Energie, die im Haushalt verbraucht wird, wird für Raumwärme genutzt. Wenn man ungedämmte und schlecht gedämmte Gebäude dämmen würde, könnte man sehr viel Energie einsparen.

    Im Sommer 2019 haben wir uns als die Gebäudegruppe des diesjährigen 2°Campus in Wuppertal getroffen, um an der Bergischen Universität Wuppertal Dämmung aus nachwachsenden Rohstoffen zu erforschen, da Kenntnisse darüber wenig verbreitet sind, wie wir aus geführten Interviews schließen konnten. Konkret wollten wir herausfinden, welchen Beitrag Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen, verglichen mit konventionellen, unter Berücksichtigung von Ökologie und Ökonomie zur Erreichung der Klimaschutzziele leisten können.

     

    Die Gebäudegruppe ©WWF/Arnold Morascher

     

    Wir haben die Dämmstoffe aus nachwachsenden Rohstoffen Hanf, Kork, Schilf und Holzfaser mit dem konventionellen Dämmmaterial Polystyrol (EPS) verglichen.

    Um die verschiedenen Dämmstoffe zu testen haben wir einen „Klimaschrank“ gebaut. Der Klimaschrank besteht aus einem Gefrierschrank und hat statt einer gewöhnlichen Tür einen Holzrahmen vorgespannt, den wir mit dem jeweiligen Dämmmaterial gefüllt haben.

    Skizze Versuchsaufbau "Klimaschrank" ©Karl Walther

     

    Versuchsaufbau "Klimaschrank" ©privat

     

    Wir haben mithilfe von Temperaturmessgeräten innerhalb und außerhalb des Gefrierschranks die Herstellerangaben bezüglich der Bauteileigenschaften und der Wärmeleitfähigkeit überprüft.

    Polystyrol hat mit 0,035 W/mK die geringste Wärmeleitfähigkeit und eignet sich somit am Besten zum dämmen. Jedoch liegen Holzfaser mit 0,036 W/mK und Kork mit 0,039 W/mK sehr nah an der Wärmeleitfähigkeit von Polystyrol. Der Preis für Polystyrol ist 93 €/m² und der Preis für Holzfaser 170 €/m². Kork kostet mehr als viermal soviel Polystyrol. Wir können mit unseren Berechnungen aber zeigen, dass es sich lohnt ein Gebäude mit nachwachsenden Rohstoffen zu dämmen, obwohl die Kosten am Anfang höher sind, als ein konventioneller Dämmstoff.

    Außerdem haben wir Berechnungen durchgeführt bei denen wir die Dämmmaterialien auf Gebäude angewandt haben und diese dann auf den deutschen Gebäudebestand der Typenhäuser übertragen.

     

    Programm "Casanova" zur Berechnung der Energieeinsparung

     

    Dann haben wir das CO2-Minderungspotential berechnet, indem wir die Energieeinsparung aller Typenhäuser in Deutschland auf 50 Jahre mit und ohne Dämmung berechnet haben und davon den Energieaufwand der Dämmstoffe während ihres Lebenszyklus (Produktion, Entsorgung etc.) abgezogen haben.

    Zum Schluss wollten wir noch zeigen, dass es sich trotz der höheren Kosten lohnt ein Gebäude mit nachwachsenden Rohstoffen zu dämmen, obwohl der Preis dafür höher ist als für konventionelle Dämmmaterialien. Dazu haben wir einen 1484 m² Gebäudeblock „saniert“. Der Preis für eine Dämmung mit Hanf lag dafür bei 37.100€. Nach dieser Sanierung hatte man dann aber eine Einsparung von 7162,12€ pro Jahr, wodurch man das Geld schon nach fünf Jahren „zurückgewonnenhat.

    Insgesamt kann man sagen, dass die Dämmwirkung nachwachsender Rohstoffe vergleichbar mit der Dämmwirkung konventioneller Materialien ist. Wenn man die Gebäude in Deutschland mit nachwachsenden Rohstoffen dämmen würde, würde das einen großen Beitrag zur Erreichung der Klimaschutzziele leisten!

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