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Kognitive Dissonanz & Rebound-Effekt - Auswirkungen aufs Klima?

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    Kognitive Dissonanz kennen wir alle. In der Sozialpsychologie wird die kognitive Dissonanz als unangenehm empfundener Gefühlszustand bezeichnet. Er entsteht dadurch, dass ein Mensch unvereinbare Kognitionen hat (Gedanken, Meinungen, Einstellungen oder Wünsche). Kognitive Dissonanz tritt zum Beispiel auf, wenn wir nach mehreren Wochen des Jahres unsere Vorsätze Revue passieren lassen. Bespielsweise, wenn wir uns vorgenommen haben weniger Schokolade zu essen, nur um bald festzustellen, dass unser Konsum noch genauso hoch ist wie in der Weihnachtszeit.

    © flickr.com/luapramos

    Das Einfachste wäre zwar, weniger Schokolade zu essen, aber nur wenige Menschen besitzen tatsächlich diese Disziplin. Da wir schlechte Gewohnheiten nur ungern aufgeben, ist es leichter, die Tatsache zu ignorieren, uns abzulenken – oder gezielt Informationen zu suchen, die das dissonante Verhalten rechtfertigen. Gab es da nicht diese Studie, die zeigte, dass Kakao gut ist fürs Herz?

    Aber was genau hat kognitive Dissonanz mit Umweltschutz und dem Klimawandel zu tun? Tatsächlich treten sie vor allem bei Umwelt-und Nachhaltigkeitsthemen vermehrt auf. Klar wissen wir, dass fliegen schlecht für das Klima ist, aber auf Fernreisen wollen trotzdem die wenigsten verzichten. Es ist ja nur einmal im Jahr und dafür wird der Flug anderweitig kompensiert (z.B. mehr Fahrrad fahren) und damit wirkt sich die kognitive Dissonanz sehr wohl auf das Klima aus.

    © flickr.com/maltehempel_de

    An dieser Stelle kommt dann auch der Rebound-Effekt ins Spiel. Mit Rebound-Effekt werden in der Energieökonomie mehrere Effekte bezeichnet, die dazu führen, dass das Einsparpotenzial von Effizienzsteigerungen nicht oder nur teilweise verwirklicht wird. Die Effizienzsteigerung sorgt dafür, dass der Verbraucher weniger Ausgaben hat und deshalb weitere Produkte erwerben kann, was wiederum zu erhöhtem Energieverbrauch führt.

    Ein einfaches Beispiel: Wenn Pkw durch Effizienzsteigerungen günstiger werden, dann fällt beim nächsten Kauf die Entscheidung eventuell zugunsten des größeren Modells aus. Ein sparsamer Pkw verursacht geringere Treibstoffkosten pro gefahrenem Kilometer. Das wirkt sich zumeist auf das Fahrverhalten aus: Wege werden häufiger mit dem Pkw zurückgelegt, längere Strecken gefahren und öffentliche Verkehrsmittel oder das Fahrrad dafür weniger genutzt.

    Auch im 2°Campus wurde über dieses sehr wichtige Thema gesprochen. Was meint ihr: Inwiefern lässt sich der Rebound-Effekt im eigenen Alltag vermeiden?

     

Kommentare

2 Kommentare
  • TrafalgarLaw03
    TrafalgarLaw03 Sehr spannender Gedanke. Da der Wertekonflikt die Ursache ist, sollte man sich ganz klar machen, was man will: Das Klima schützen oder kurzfristige Glücksgefühle spüren. Dann muss man lediglich sein Verhalten ständig hinterfragen. Also z.B. ich...  mehr
  • TobiS
    TobiS Du sprichst in deinem Artikel die Energieökonomie an: Neben der im Artikel erwähnten Säule der Energieeffizienz beruht die nachhaltige Energieökonomie auch auf den Säulen Energiekonsistenz und Energiesuffizienz. Konsistenz bedeutet, dass der nicht...  mehr