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1€ am Tag für Bus und Bahn- bald die Realität?

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    Stundenlanges Warten vor der roten Ampel. Der Verkehr staut sich auf mehrere Hundert Meter. Unzufriedene Autofahrer*innen beschimpfen sich gegenseitig. Jede*r möchte pünktlich bei der Arbeit sein.

     

    Verkehrsstau auf dem Weg zur Arbeit © pixabay/ Free-Photos

     

    Wer kennt es nicht? Den nervigen Innenstadtverkehr, der einen manchmal bis zur Weißglut treiben kann.Trotzdem nutzen immer noch die meisten Menschen das Auto als Fortbewegungsmittel. Ob aus Bequemlichkeit oder Gewohnheit, fast 85% der Wege werden in den deutschen Städten mit dem Auto zurückgelegt. Meistens für den Einkauf oder den Weg zur Arbeit. Für viele ist die Alternative, der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV), einfach zu unattraktiv. Verspätungen, überfüllte Transportmittel, unverschämt hohe Preise und die schlechte Fahrplantaktung sind häufige Gründe, die das Nutzen von Bus und Bahn unmöglich erscheinen lassen.

     

     

    Überfüllte öffentliche Verkehrsmittel  © pixabay/ Free-Photos

     

    Dabei ist es besonders wichtig in den nächsten Jahren die CO2 Emissionen im Bereich Verkehr zu verringern!Während in fast allen Sektoren wie Energie, Gebäude schon konkrete Pläne für die Treibhausgassenkung vorliegen, ist die Verkehrskommission noch zu keinem Ergebnis gekommen. Um die Pariser Klimaziele noch zu erreichen, müssen auch im Verkehr die Emissionen drastisch gesenkt werden. Das Ziel bis 2020 war es die Treibhausgasemissionen im Verkehrssektor im Vergleich zum Jahr 1990 um 20% zu senken. 2018 waren sogar größere Ausstöße zu verzeichnen als in 1990! So wird Deutschland die Pariser Klimaziele nie einhalten können.

     

    Es reicht nicht nur den Verkehr durch E-Mobilität zu elektrifizieren.In jedem Auto in Deutschland sitzen durchschnittlich 1,1 Personen. Alle fahren mit ihrem eigenen Auto, es werden kaum Fahrgemeinschaften gebildet.Die wachsende Autoanzahl verursacht nicht nur Probleme mit der Verkehrsführung und die altbekannten „Feierabend-Staus“. Vielmehr spitzt sich die Parksituation in vielen deutschen Großstädten derart zu, dass Einwohner*innen nur mit Glück einen Parkplatz in der Nähe ihres Wohnhauses finden. Fahrradwege werden zugeparkt und die Feuerwehr schafft es nicht zum Einsatzort, da Autos die Straße blockieren. Um diese Probleme zu lösen, muss die Anzahl der Autos reduziert werden.

     

    Parksituation in der Stadt © pixabay/ Henryk Niestrój

     

    In vielen europäischen Städten laufen schon seit einigen Jahren Projekte, die die Nutzung des Personennahverkehrs verbessern. In Bonn wurde nach dem Vorbild der österreichischen Hauptstadt Wien durch einen Zuschuss des Landes NRW ein 365€-Ticket eingeführt. In Luxemburg sollen die Einwohner ab Sommer 2019 kostenlos den ÖPNV benutzen dürfen.

    Die FridaysForFuture Ortsgruppe Hagen hat nun auch in ihrer Stadt einen Antrag eingereicht, um die Einführung eines 365€-Tickets prüfen zu lassen. In der Sitzung des Umweltausschusses wurde der Antrag mit einer Mehrheit angenommen und wird nun auch dem Stadtrat präsentiert. Mit dem Ziel die Autos möglichst aus dem Innenstadtbereich rauszuhalten, indem der ÖPNV attraktiver gemacht wird, freuen sich die Umweltaktivist*innen über die positive Rückmeldung des Rates. Schließlich ist es gerade für Hagen mit der hohen Feinstaubbelastung in der City wichtig, dass sich die Anzahl der Autos reduziert.

    Die Hagener Umweltaktivisten sehen positiv in die Zukunft: „ Wir hoffen, dass Hagen klimafreundlicher wird und sich das Autofahren bald schon nicht mehr lohnt!“

     

     

    FridaysForFuture Demo in Hagen

     

     

Kommentare

5 Kommentare
  • JuliusS
    JuliusS Sehr schöner Artikel
    Nur ein paar kleine Anmerkungen: das Ticket ist in Bonn meine ich aus Bundesmitteln finanziert. Es handelt sich hier um ein teil des Projekts zur Verminderung der stickstoffemissionen ohne Fahrverbote.

    Zum anderen muss man dazu...  mehr
    21. Mai
  • LeaJosepha
    LeaJosepha Das klingt sehr spannend, ich drücke euch die Daumen, dass das mit eurem 365 Euro Ticket klappt
    21. Mai
  • peacemeinfreund
    peacemeinfreund In Leipzig kann man eine ähnliche Bewegung wahrnehmen, obwohl der ein oder andere meint es handel sich hier um reine Wahlprogrammswerbung. Obwohl ich den Gegnerzustimmen muss die Bahnen könnten gerade in den Stoßzeiten umheimlich überlastet werden....  mehr
    21. Mai
  • TobiS
    TobiS Grundsätzlich unterstütze ich die Förderung des ÖPNV. Ob günstigere Tickets aber wirklich die Lösung sind bezweifle ich. Hier in NRW sind zu den Stoßzeiten die Züge jetzt schon voll ausgelasstet. Auf der Strecke, auf der ich zur Zeit pendle,...  mehr