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2040 - I can feel it!

  • Sollten wir in unserem Engagement häufiger darüber sprechen, wie wir uns fühlen?

    2040 wird es erst recht so sein, dass sich Menschen ehrenamtlich engagieren. Denn das ist eine der Ideen: weniger Lohnarbeit, von der man finanziell abhängt, und mehr Ehrenamt, für das man sich freiwillig entscheidet. Ehrenamt wird immer noch nötig sein, so wie jetzt auch. Und auch Aktivismus und radikale Formen des Protests wird es noch geben, denn eine der Grundlagen für eine gute Zukunft ist eine stabile Demokratie. Und was gehört zur Demokratie? Die Diversität von Perspektiven, Meinungen und Formen, diese zu vertreten.

    Vom Aufruf zur Blogparade inspiriert kam in mir die Frage auf, wie meine Gefühlswelt in Bezug aufs Engagement aussehen wird, wenn all die Wenden (Ernährung, Verkehr, Energie, ...) geklappt haben. Dafür habe ich „Emotionen“ gegoogelt und mich schlaugemacht, was man überhaupt alles so spüren kann. Laut Wikipedia gibt es eine Theorie, die von acht Basisemotionen ausgeht:

    1) Furcht / Panik
    2) Zorn / Wut
    3) Freude / Ekstase
    4) Traurigkeit / Kummer
    5) Akzeptanz / Vertrauen
    6) Ekel / Abscheu
    7) Überraschung / Erstaunen
    8) Neugierde / Erwartung

    Im Kontext von ehrenamtlichem Engagement für Umwelt- und Naturschutz: Womit verbinde ich diese Emotionen jetzt? Und was werde ich in 20 Jahren empfinden?

    1) Weswegen habe ich jetzt Panik? Vor der Klimakrise und ihren Auswirkungen.
    Und 2040? Auch. Aber dann nicht, weil wir sie weiter anheizen, sondern weil wir dann mit den Auswirkungen leben, die schon 2022 unvermeidbar sind.

    2) Was macht mich jetzt wütend? Politischer Unwille.
    Was macht mich 2040 in meinem Engagement wütend? Vielleicht wenn bei der Ausarbeitung einer Aktion meine Idee nicht gewinnt.

    3) Worüber freue ich mich 2022? Über ein Gefühl von Gemeinschaft.
    Und in Zukunft? Da erfreue ich mich des guten Lebens, das ich und alle führen.

    4) Was bereitet mir jetzt Kummer? All die verpassten Chancen und der wehmütige Blick darauf, wie es sein könnte, wären rechtzeitig die richtigen Entscheidungen getroffen worden.
    Was macht mich 2040 traurig? All die verpassten Chancen und der wehmütige Blick darauf, wie es sein könnte, wären rechtzeitig die richtigen Entscheidungen getroffen worden.

    5) Worin vertraue ich hier und heute? In das Gute.
    2040? In den Wandel, denn ich habe es mit eigenen Augen gesehen.

    6) Was ekelt mich jetzt gerade an? Wie stark die sind, die sich gegen den Wandel stellen.
    Und in Zukunft? Der Blick in die Vergangenheit, in der wir in den Städten 24/7 den Abgasen von Verbrennungsmotoren ausgesetzt waren.

    7) Was überrascht mich 2022? Die zivilgesellschaftliche Bereitschaft zur Veränderung.
    Was lässt mich in 20 Jahren staunen? Dass es ja doch geht.

    8) Was macht mich zurzeit neugierig? Die nächste Aktion.
    Was macht mich 2040 neugierig? Die Zukunft.

    Viele Träume und Wünsche werden reale Vorstellungen geworden sein. Generell werd ich weniger Angst und Wut und mehr Freude empfinden. Ich habe keine Angst, bis 70 einer Lohnarbeit nachgehen zu müssen, auch wenn ich das nicht will und eigentlich auch nicht mehr kann. Stattdessen freue ich mich aufs Alter. Bestimmt sind wir auch in der Bekämpfung von Krebs weiter. Und niemand wird sich mehr fragen, ob es noch okay ist, Kinder in diese Welt zu setzen. Weil diese Welt lebenswert sein wird.

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    Foto: © 2016-2017 Gauthier Saillard
    Bildbeschreibung: Eine Gruppe von Menschen sitzen auf einem Hügel und schauen in die Ferne oder unterhalten sich. Sie sitzen auf Steinen und zwischen gelben Blumen und unter Bäumen. Der Himmel ist wolkenlos und blau.

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    Mach doch auch bei der Blogparade mit! Hier gibt`s mehr Infos. Egal ob Gedichte, Bilder, Videos oder einfach Texte, seid kreativ und bringt hier in der Community eure Zukunftsvisionen zum Ausdruck. Wie sieht dein klimaneutrales Zuhause, deine Schule oder Uni in etwa 20 Jahren aus? Wie sieht deine Stadt oder dein Dorf dann aus? Wie wirst du dich fortbewegen, Energie nutzen, Menschen kennenlernen oder in den Urlaub fahren?

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