Berichte

Offener Brief an die kommende Bundesregierung

  • Ein Bündnis aus 12 Jugendverbänden veröffentlicht heute in einem offenen Brief zehn Forderungen zu den Koalitionsverhandlungen. Die Jugendverbände fordern die künftige Bundesregierung auf, das Landwirtschafts- und Ernährungssystem in Deutschland und Europa im Sinne der jungen Generation zukunftsfähig zu machen. Konkret fordern sie die politische Gestaltung der Transformation hin zu einem nachhaltigen Landwirtschafts- und Ernährungssystem.

    Hier könnt ihr den Brief nachlesen.

    Als Basis dafür müssen Landwirtschaft, Verarbeitung, Handel und Ernährung zukunftsfähig zusammen gedacht werden. Zentral dabei ist es zukunftsfähige und verlässliche Perspektiven für Bäuerinnen und Bauern zu schaffen. Ein grundlegender Baustein dafür sind faire Erzeuger:innenpreise.

    Für die Umsetzung des erforderlichen Beitrags der Landwirtschaft im Sinne des Einhaltens des 1,5-Grad-Limits fordern wir sofort wirksame Klimamaßnahmen. „Für die Wiedervernässung von Mooren und die Reduzierung von Stickstoff müssen betriebliche Anreize geschaffen werden“, heißt es in dem Offenen Brief.

    Für den Erhalt der Biodiversität ist eine Reduktion des Flächenverbrauchs, eine Steigerung des Anteils des Dauergrünlands und die Schaffung vernetzter Lebensräume für Fauna und Flora zentral.

    Zudem muss der Themenbereich klimafreundliche Ernährung stärker in den Fokus gerückt werden. Sei es in der Ernährungsbildung der Verbraucher*innen, in der Gemeinschaftsverpflegung aber auch in der Ernährungswirtschaft. Diese sollte eine wertschätzende Neuausrichtung in der gesamten Wertschöpfungskette erleben. Eine Wertschätzung, die sich neben Bewusstseinsbildung vor allem in der fairen und realen Preisgestaltung niederschlagen sollte.

    Janina Hielscher, Slow Food Youth Deutschland: “Die Transformation unseres Ernährungssystems gelingt nur mit allen Verbraucher:innen gemeinsam. Die Bundesregierung muss Ernährungskompetenz fördern und gleichzeitig Ernährungsumgebungen schaffen, die es uns erleichtern gesunde und nachhaltige Konsumentscheidungen zu treffen – und zwar vom (Super)markteinkauf bis hin zum Gang in die Mensa. Um die komplexen Zusammenhänge unseres Ernährungssystems zu adressieren, muss die Bundesregierung ein eigenes Ernährungsressort schaffen.”

    Das Bündnis sieht außerdem einen erhöhten Handlungsbedarf für den Ausbau des Ökologischen Landbaus.

    Theresia Kübler, Junges Bioland e.V.: „Der Ökolandbau kann einen wesentlichen Beitrag im Rahmen der Transformation der Land- und Lebensmittelwirtschaft leisten. Damit der Ausbau gelingt muss die künftige Bundesregierung hier ausreichend finanzielle Mittel zur Verfügung stellen.“

    Abschließend fordern wir eine Verstetigung der Jugendbeteiligung. Konkret bedeutet dies eine Einbindung in die Prozesse der Ministerien und Bundesregierung, z.B. in Verbändeanhörungen. Bestehende Partizipationsräume gilt es für Jugendverbände zu öffnen.

    Bildbeschreibung: Man sieht die Logos der beteiligten Jugendverbände nebeneinander: Bundjugend, Bund der deutschen Landjugend, Junges Bioland, Bündnis junge Landwirtschaft, NAJU, KLJB, Die Freien Bäcker, jAbL, Slow Food Youth, DJN, junge AöL, WWF Jugend.

    Hier noch einmal der Link zum Offenen Brief.

    Und hier ein Artikel bei agrarheute zum Offenen Brief.

    PS: SAVE THE DATE! Die Wir-haben-es-satt! Demo findet am 22. Januar 2022 in Berlin statt. Mehr Infos folgen.

Kommentare

0 Kommentare