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WIE GLÜCK UNSERE ZUKUNFT ENTSCHEIDET

  • Vom 5. Juni bis zum 12. Juni 2021 findet unsere dezentrale Aktionswoche „Glückstage – Eine Woche Zukunftsmut" statt. Wir, die Zukunftsmutigen, organisieren Aktionen rund um das gute Leben für alle in unseren Städten. Es geht um Postwachstum, es geht darum, Utopien zu leben, es geht um die Frage "Wie wollen wir leben?". Nimm auch du all deinen Zukunftsmut zusammen und lebe eine Woche lang mit uns die Utopie.

    [Bildbeschreibung: Eine Collage aus vier Bildern: 1.: ein Kunstwerk auf einer Hauswand mit der Aufschrift "Die Stadt von unten verändern."; 2.: ein Plakat, auf das eine Landkarte gemalt und Fragen schrieben wurden ("Was ist Deine Überzeugung?", "Was tust du für Deine Überzeugung?", "Von welcher Welt träumst Du?"); 3.: drei Personen, die im Grünen stehen und sich eine Feder angucken; 4.: ein Screenshot aus einem Zoom-Call, auf dem sich die Teilnehmenden digital an den Händen halten.]
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    Wenn wir glücklich sind, schüttet unser Gehirn Glückshormone aus, u.a. Dopamin, Serotonin, Oxytocin und Endorphin. Wir wollen diese Glücksbotenstoffe andauernd, allerdings werden sie nicht ohne Grund ausgeschüttet. Denn sie sind dafür gemacht, uns mit guten Gefühlen zu versorgen, wenn wir etwas tun, das unser Überleben sichert. Wie und wann genau unser Gehirn Neurotransmitter aktiviert, können wir verstehen, wenn wir uns angucken, was in den Gehirnen anderer Tiere passiert. Z.B. wird Dopamin beim Affen ausgeschüttet, wenn er eine Frucht sieht, die sich in seiner Reichweite befindet. Mit jedem Schritt, der ihn näher an die Frucht heranbringt, erhöht sich sein Dopaminspiegel. In dem Moment aber, in dem er das Ziel erreicht, die Frucht in den Händen hält und den ersten Bissen nimmt, endet die Dopamin-Ausschüttung abrupt, weil die Aufgabe abgeschlossen ist. Die Glückshormonmengen sind so gering, dass wir jedes Mal mehr tun müssen, um etwas davon zu bekommen. Unser Gehirn hat sich so entwickelt, um unser Überleben zu sichern und eben nicht, um uns dauerhaft zu Glücksgefühlen zu verhelfen.

    Allerdings definiert unser Gehirn Überleben auf eine eigenartige Art und Weise, deshalb tun wir oftmals verrückte Dinge, um uns gut zu fühlen. Wir springen aus Flugzeugen, belohnen uns nach einem langen Tag mit Fast Food, warten auf Likes, rasen mit 200km/h über die Autobahn, verfallen in Online-Shopping-Exzesse. Es ist absurd, denn wenn wir auf diese Art und Weise nach Glückshormonen streben, sichert das nicht unser Überleben, sondern gefährdet es sogar. Natürlich zum einen ganz direkt (3.275 im Straßenverkehr Getötete in Deutschland 2018), zum anderen aber auch langfristig (Rückgang der Biodiversität, Erderhitzung, Süßwasserknappheit, Artensterben, Raubbau, Müllverschmutzung, usw.).

    [Bildbeschreibung: Eine Collage aus vier Bildern: 1.: ein junger Orang-Utan im Baum; 2.: eine Qualle im Meer zwischen Plastikmüll; 3. ein ausgetrockneter Boden unter blauem Himmel; 4. ein brennender Wald von oben.]
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    Dopamin-Ausschüttungen aus der Kindheit hinterlassen im Gehirn neuronale Bahnen, sogenannte Trampelpfade. Durch diese Erfahrungen lernt das Gehirn, was es tun muss, um künftig wieder dieses Glücksgefühl zu haben. Diese Nervenbahnen haben unseren Vorfahren geholfen, überlebenswichtiges Wissen an kommende Generationen weiterzugeben. Und auch heute sorgen sie dafür, dass wir Belohnungen in der Art und Weise ausfindig  machen wie es ursprünglich immer geklappt hat. Aber die gute Nachricht ist: Wir können auch neue Nervenbahnen zur Dopamin-Ausschüttung bauen. Allerdings benötigt das erwachsene Gehirn dafür eine beträchtliche Menge an Wiederholungen.

    Wir wollen weg vom Wachstumszwang und hin zum Glück. Glückshormone sichern unser Überleben. Lasst sie uns auch genau zu diesem wieder Zweck einsetzen. Wir wollen deshalb in dieser Woche nicht fragen: Was macht dich glücklich? Sondern: Von dem, was dich glücklich macht, was macht auch das große Ganze glücklich? Was macht dich glücklich und sichert dein Überleben? Was macht dich wirklich glücklich?

    Ich habe schon mal angefangen und mir diese Frage gestellt. Das ist dabei rausgekommen:

    [Bildbeschreibung: Eine Collage aus vier Bildern: 1.: Eine Person (Icke) wirft Müll in Papiermüllsäcke auf einem Bollerwagen; 2.: ein Screenshot von Twitter (Ulrich Schulte retweetet einen Artikel, in dem der Hamburger CDU-Chef ein Genderverbot fordert, und schreibt dazu: "Die Auswüchse der Identitätspolitik sind besorgniserregend. Ich lasse mir von der selbsternannten Sprachpolizist:innen das Gendern nicht verbieten. #Freiheit"); 3.: ein Fahrrad; 4.: drei Menschen bei einer Anti-Kohle-Demo.]
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    Heute ist Weltumwelttag, heute ist Tag des guten Lebens, heute ist World Degrowth Day. Heute ist der Start der Glückstage. Das erwartet euch in den nächsten Tagen:

    WAS EUCH IN DER COMMUNITY ERWARTET
    Berichte, die euch praktische Beispiele von Postwachstum vorführen und Geschichten erzählen, wie es geht. Außerdem: ein neue Folge des Zukunftsmutigen-Podcasts – lasst euch überraschen!

    WAS EUCH IN GANZ DEUTSCHLAND ERWARTET
    5. – 12.6.: Stadtspaziergang in Gaggenau - Schritt für Schritt zur Utopie.
    5. + 6.6.: Infostand in Chemnitz - Nachhaltig leben und Zukunftsmut entwickeln.
    7. - 11.6.: Kreativ-Ausstellung in Chemnitz - Kunst zum guten Leben für Alle.
    9.6.: Müllsammelaktion in Chemnitz - Ein Campus ohne Müll.
    11.6.: Besuch der Gärtnerei Apfeltraum in Müncheberg (BB) - SoLaWi live erleben.
    11.6.: Überraschungsaktion in München - Haltet die Augen offen!
    12.6.: Tausch- und Verschenkmarkt in Chemnitz - Sharing is Caring.
    12.6.: Radtour in Aachen - Nachhaltiges Wirtschaften vor Ort.
    12.6.: Müllsammelaktion in Berlin - Ein Volkspark ohne Müll.
    12.6.: Sonderöffnung "TauschBar" in Braunschweig - Sharing is Caring.

    WAS EUCH DIGITAL ERWARTET
    5.6. 15 Uhr: Workshop - Mut zur Utopie
    6.6. 11 Uhr: Workshop - Naturkosmetik herstellen
    6.6. 15 Uhr: Spiel - Wie funktioniert unser Geldsystem?
    6.6. 17 Uhr: Vortrag - Fast Fashion Facts
    7.6. 17 Uhr: Workshop - Minimalismus für Einsteiger:innen
    7.6. 19 Uhr: Workshop - Arbeit und Nachhaltigkeit
    8.6. 9 Uhr: Workshop - Achtsamkeit im Alltag
    8.6. 15 Uhr: Workshop - Durch DIY verpackungsfrei leben
    9.6. 18 Uhr: Workshop - Naturkosmetik herstellen
    9.6. 19 Uhr: Workshop - Klimakrise als Gerechtigkeitskrise
    10.6. 17 Uhr: Workshop - Traumreisen zur Utopie
    11.6. 17 Uhr: Lesung - Gutes Leben für alle
    12.6. 19 Uhr: Austauschabend - Vernetzung, Spiel & Spaß

    Das gesamte Programm findet ihr hier.

    Die Infos zu Glück habe ich hierher.

    Was macht dich nachhaltig glücklich? Teilt eure Glücksquellen gerne in den Kommentaren oder postet hier in der Community, wie ihr diese Woche des Glücks verbringt.

Kommentare

1 Kommentar
  • Laura
    Laura Ein ganz großartiger Artikel zum Auftakt der Glückstagewoche, danke Lena! Mich machen (glücklicherweise ) ganz viele Dinge glücklich, z. B. Draußen-sein in der Natur (mich auf den Waldboden setzen, mit der Hand durch das Moos fahren, die Gerüche...  mehr