Berichte

Der Plastikwahn in uns!

  • Die neuste WWF-Studie zeigt, dass jeder Mensch jede Woche bis zu fünf Gramm Plastik aufnimmt. Das entspricht in etwa dem Gewicht einer Kreditkarte. Die wissenschaftliche Untersuchung basiert auf Forschungen der australischen University of Newcastle. Demnach gelangen im globalen Durchschnitt bis zu 2.000 Mikroplastikteilchen wöchentlich in den Menschen.  

    YourPlasticDiet © WWF
    Wie nehmen wie diese Menge auf?

    Seit dem Jahr 2000 sei ebenso viel Plastik produziert worden wie in allen Jahren zuvor zusammen. Etwa ein Drittel der Plastikmenge gelange unkontrolliert in die Umwelt. Grundwasser, Polareis, entlegene Bergregionen, Ozeane und Ackerboden – überall dort wurde bereits Mikroplastik nachgewiesen. Mehr dazu kannst du hier nachlesen. In uns Menschen gelangen die Kunststoffteilchen dann über die Nahrungsaufnahme und die Atemluft. Weltweit betrachtet stammen die Mikroplastikteilchen vor allem aus Leitungswasser und Trinkwasser aus Plastikflaschen. "Wir können nicht verhindern, dass wir selbst Plastik aufnehmen.", sagt Heike Vesper, Leiterin des Meeresschutz beim WWF Deutschland.

    Welche Auswirkungen hat das für Mensch & Umwelt?

    Spätestens nach dieser Studie ist klar ist, dass die Plastikflut längst nicht mehr nur die Ozeane, samt all dem Leben in ihnen, sondern auch uns Menschen direkt bedroht. Sie umgibt uns immer und überall. Die konkreten gesundheitlichen Auswirkungen werden derzeit noch erforscht. Jedoch lässt Plastik vermuten, als wasserunlöslicher und sich langsam zersetzende Teilchen unserer Gesundheit in gewissen Mengen zu schaden. Eine Kreditkarte pro Woche könnte diese Menge bei weitem überschreiten.

    Was kann jede*r gegen den Plastikwahn tun?

    Wir müssen verhindern, dass Plastikmüll weiterhin ungehindert in die Natur gelangt! Dafür ist jede*r im Einzelnen gefragt. Weniger Plastikmüll produzieren, Müll richtig entsorgen und am besten auch Mehrfachverpackungen aus Plastik meiden, vor allem, wenn es einfache Alternativen gibt, z.B. die Glasflasche statt der Plastikflasche und die Edelstahldose statt der Tupperdose. Doch die Plastikflut ist eine globale Krise. Ein Bewusstsein für das Problem zu haben und zu schaffen, ist ein wichtiger Ansatz, doch um globale Probleme zu lösen, brauch es globale Lösungen. Alle Länder dieser Welt sind in der Verantwortung, jetzt zu handeln. Deshalb fordert der WWF eine weltweite, rechtlich bindende UN-Konvention mit verbindlichen Zielen, die die Plastikflut in die Meere beendet. Unterschreibe hier die WWF-Petition und fordere die Staatsoberhäupter dieser Welt auf, Verantwortung zu übernehmen und sich für eine Konvention einzusetzen. Wir können diese Krise innerhalb eines Jahrzehnts beenden, wenn die Plastikflut an den Quellen gestoppt wird!

    Mach auch andere Leute auf die Petition aufmerksam, indem du den Link teilst oder eine Unterschriften-Aktion in deiner Stadt organisierst. Vernetze dich dazu gerne mit deiner Bundeslandgruppe. Die Petition zum Ausdrucken gibt`s hier.

    Neben der Petition rufen wir auch in Form eines friedlichen Protestes die Politik auf, den Plastikwahn zu beenden. Am Sonntag, dem 16.6. werden in ganz Deutschland Protest Picknicks stattfinden. Bist du auch dabei?

    © WWF
    So funktioniert`s: Alle, die wollen, können selber ein Picknick veranstalten oder an einem der organisierten Picknicks teilnehmen. Für das Picknick soll nur unverpacktes Essen mitgebracht werden, sodass kein unnötiger Plastikmüll anfällt. Benutzt also Einmachgläser statt Alufolie und Metallbesteck statt Plastikbesteck. Schaut jetzt hier nach, wo ein Picknick in eurer Nähe stattfindet. Die WWF Jugend veranstaltet Protest Picknicks in Köln und Darmstadt.

    In Darmstadt treffen wir uns um 15 Uhr im Herrngarten.

    In Köln treffen wir uns um 15 Uhr am Aachener Weiher. Dort könnt ihr neben plastikfrei picknicken und neue Leute kennenlernen, auch eine Kunstinstallation bewundern: einen 6m großen Wal, dessen Bauch mit Plastikmüll gefüllt ist.

    Unser Protest Picknick gegen die Plastikflut soll zum einen auf die Hindernisse, die sich dem Konsumenten beim Einkauf und Umgang mit in Plastik verpackten Lebensmittel stellen, aufmerksam machen und auf der anderen Seite zeigen, dass es zahlreiche Alternativen gibt. Wie gestaltet ihr euer Protest Picknick?


Kommentare

5 Kommentare
  • Tizianito
    Tizianito Ich persönlich denke, dass viele der Menschen, die die ganze Sache jetzt runter reden oder sogar leugnen, die selbe Bekentniss im hohen Alter haben, wie Leute denen einfällt, dass sie vielleicht in ihrem Leben doch zu viel geraucht oder getrunken haben...  mehr
    Do. um 22:12
  • SteffiFr
    SteffiFr Puh, eine Kreditkarte pro Woche. Das ist schon erschreckend...
    Ich bin seit ca. 3 Wochen dabei, meine Nachbarn dazu zu bringen, dass man keine Plastiktüten, auch kein Bioplastik, in den Biomüll wirft. Erfolg hat sich leider noch nicht eingestellt, ich...  mehr
    Do. um 23:28
  • Cookie
    Cookie @Steffi: Das Problem mit der Biotonne kenne ich. Ich habe an unserer Tonne diesen Gratis-Aufkleber angebracht: https://www.wirfuerbio.de/ Die Tonne steht direkt unter meinem Badfenster, weshalb ich dort auch noch ein Hinweisschild aufgehängt hab und...  mehr
    Fr. um 11:13
  • SteffiFr
    SteffiFr @Cookie: Danke! Voll gut, dass es bei deinen Nachbarn bereits funkiorniert hat. Die Aufkleber habe ich auch an den beiden Tonnen angebracht, und auch einen A5-Zettel drüber.
    Vielleicht lernen meine Nachbarn es ja auch noch ;-)
    Fr. um 14:38