Berichte

Wir feiern das Leben! - mit Tobi Rosswog

  • Veränderung beginnt bei dir! Vom 15. bis zum 18. August kommen wir bei den Change Days zusammen, um Ideen zu bündeln, Pläne zu schmieden und neue Leute kennenzulernen. Vier Tage voll mit cooler Musik, spannenden Workshops und bester Laune. Einer dieser Workshops bietet Tobi Rosswog vom Aktionsnetzwerk living utopia an. Wir haben ihn zum Thema Veränderung interviewt.

    © Tobi Rosswog

    Du hast dein Leben radikal verändert und zweieinhalb Jahre lang geldfrei gelebt. Warum?

    In der Biographie eines Menschen gibt es immer viele verschiedene Impulse, die dir die Möglichkeit geben, einen anderen Weg zu gehen. Mal links und rechts zu schauen, anstatt immer nur geradeaus den gewohnten Konventionen nachzurennen. Auch bei mir gab es viele Momente. Beispielsweise, als mich beim Frühstück eine Scheibe Mortadella-Bärchenwurst angrinste und ich erkannte, dass dieses tote Fleisch von einem lebendigen, fühlenden Wesen stammte. Damals entschied ich von heute auf morgen, kein Fleisch mehr zu essen, um mich kurze Zeit später in logischer Konsequenz nur noch pflanzlich zu ernähren. Der Gedanke, der für mich auch dahinter steckt, ist: Wir bekommen tagtäglich etwas als normal, natürlich und notwendig vorgesetzt. Bei genauer Betrachtung merken wir aber, dass das nicht unbedingt stimmen muss. Für mich war klar: Nur weil etwas „schon immer so war“, ist das kein Grund, es nicht zu hinterfragen und anders zu machen, wenn es gegen meine Werte spricht. Mein Ziel ist es, so wenig Leid und Ausbeutung wie möglich zu verursachen. Das fängt auf dem Teller an und geht weiter in Bereiche unseres Lebens, die direkt gekoppelt sind an die Macht des Geldes, des Eigentums, der Arbeit und vieler anderer gesellschaftlicher Konstrukte.

    © A. Morascher

    Du hältst Vorträge, machst Workshops. Was beobachtest du bei Menschen, wenn sie sich auf neue Perspektiven einlassen?

    Mein Ziel ist zum einen, zu irritieren und zum anderen, zu inspirieren. Meist überwiegt das Zweite und die Menschen gehen mit Aha-Momenten gestärkt und super motiviert nach Hause. Natürlich ist die Komfortzone zu überwinden nicht immer bequem, aber neue Gewohnheiten und Selbstverständlichkeiten zu leben ist machbar und in der Gemeinschaft bedeutet das auch Lebensfreude statt Verzicht. Die Resonanz auf die Vorträge und Workshops ist groß, was mir die Sehnsucht der Menschen zeigt. Sie möchten nicht immer weiter, schneller, höher, besser – sondern anders, langsamer, weniger.

    Warum ist es Zeit für Veränderung?

    Wir leben über unsere Verhältnisse. Das merken wir beispielsweise an dem sogenannten Earth Overshoot Day. Der war letztes Jahr schon Anfang August. An dem Tag waren die uns nachhaltig zur Verfügung stehenden Ressourcen der Erde für das Jahr bereits aufgebraucht. Ab diesem Zeitpunkt haben wir dann den Rest des Jahres auf Pump gelebt. Dieser Tag kommt jedes Jahr früher, obwohl es eigentlich frühestens der 31.12. sein sollte. So kann und wird es nicht weiter gehen. Veränderung ist dringend notwendig und glücklicherweise sind auch immer mehr Menschen dabei.

    © Saskia Richartz / www.wir-haben-es-satt.de

    Mit Veränderung geht manchmal Angst oder Unsicherheit einher. Hast du einen Tipp, wie man damit besser umgehen kann?

    Frag dich gerne immer wieder: Woher kommt diese Angst und Unsicherheit? Was für ein Bedürfnis steht dahinter? Was brauchst du eigentlich wirklich? Und: Welche Verantwortung möchte ich übernehmen? Sprich: Welche Antworten möchte ich den nächsten Generationen geben, wenn sie fragen, was hast du getan als es hieß: „Der Wandel wird kommen, entweder by design oder by desaster!“?

    © Gauthier Saillard

    Das Gespräch führte Cosima von der WWF Jugend

    Seid ihr neugierig geworden? Bei den Change Days habt ihr die Chance, noch mehr von und über Tobi zu erfahren. Meldet euch jetzt hier an.

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