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Tipp der Woche: Nachhaltige Ostern

  • Ostern steht vor der Tür. Um sich anlässlich der Feiertage nicht in den Konsumwahn zu stürzen, erfahrt ihr in diesem Bericht, wie sich das Osterfest nachhaltig gestalten lässt. Außerdem gibt`s ein paar Hintergrundinfos rund um Kakaoanbau, Siegel-Dschungel und den Osterhasen.

    1. Ostereier
    Die 6er-Packung gefärbter Eier aus dem Supermarkt ist so ziemlich das schlimmste, was man Umwelt und Tieren antun kann. Bei der Produktion der Eier werden Hühner in unwürdigen Verhältnissen gehalten und die Farbstoffe gefährden unsere Gesundheit.

    Das bedeutet also: Wenn schon Eier, dann welche in Bio-Qualität kaufen und mit natürlichen Pflanzen-Farben einfärben. Kurkuma für Gelbtöne, Rote Bete für Rosa, ein Mix aus Spinat und Brennnesseln für sämtliche Grün-Nuancen und Kaffee, Tee oder Zwiebeln für satte Brauntöne. Je länger die Eier im Natur-Farbenbad verbleiben, desto besser ist das Ergebnis. Zur Sicherheit gibt es weitere Anleitungen und Tipps und Tricks.

    © Arnold Morascher / WWF

    2. Schokolade
    Jede*r Deutsche verzehrt pro Jahr mehr als 9 kg Schokolade. Einen großen Anteil haben natürlich die Feiertage. Die beliebte Süßigkeit hat aber auch ihre Schattenseiten, die sich nicht nur auf ihre Verpackung in Plastik oder Staniolpapier beziehen. Mehr als 70 Prozent des weltweiten Kakaos werden auf westafrikanischen Kakaoplantagen angebaut. Schlechte Arbeitsbedingungen, Kinderarbeit und niedrige Erntepreise sind dort weit verbreitet.

    Doch auch die Umwelt leidet unter dem massenhaften Kakaoanbau. Kakao ist nämlich einer der Hauptgründe für die Abholzung von Regenwäldern. Eine große Menge des Kakaos stammt aus Monokulturen. Bei dieser Anbaumethode werden ausschließlich Kakaobäume angepflanzt, die sehr eng zusammenstehen, weshalb sich Schädlinge und Krankheiten schnell ausbreiten können. Daher benötigt dieser Anbau große Mengen Wasser und Pestizide. Die Chemikalien gelangen in die Böden und das Grundwasser. Dies wirkt sich nicht nur auf die Umwelt und Tiere vor Ort aus, sondern auch auf die Gesundheit der Menschen. Plantagen-Arbeiter und Arbeiterinnen verdienen zumeist nicht so viel, als dass sie sich hohe Hygienestandards leisten können. (Quelle)

    Kakaopflanze, Bioko Island, Äquatorialguinea © Jeffrey A. Sayer / WWF
    Es ist also wichtig, auf Siegel zu achten. Das Fairtrade-Siegel steht für bessere soziale Bedingungen, verbietet ausbeuterische Kinderarbeit und den Einsatz einiger Chemikalien und unterstützt eine nachhaltige Produktion. Das Bio-EU-Siegel setzt zwar keine sozialen Standards, berücksichtigt aber Aspekte der Nachhaltigkeit (Dünger, Schädlingsbekämpfung, Fruchtwechsel). Noch sicherer seid ihr mit GEPA. Das Handelshaus GEPA setzt strenge Sozialstandards, verbietet Kinderarbeit, arbeitet direkt und langfristig mit verschiedenen, demokratisch organisierten Kleinbauerngenossenschaften zusammen und fördert diese.

    Quelle: Wikipedia

    Probiert`s nochmal mit veganer Schokolade. Pauschal lässt sich zunächst nicht sagen, welche Zutaten genau in veganer Schokolade stecken – dafür ist das Angebot mittlerweile zu groß. Ohnehin vegan ist die Zartbitterschokolade mit hohem Kakoanteil. Außer Kakaomasse, -butter und Zucker steht meist nur Kakaopulver oder Vanille auf der Zutatenliste. Vegane helle Schokoladen werden mit Reisdrinkpulver anstelle von Milchpulver hergestellt. Roh vegane Schokolade besteht lediglich aus Kakaomasse und Kakaobutter und wird nur mit hochwertigen Zutaten wie Kokosblütenzucker oder Datteln gesüßt. (Quelle)

    3. Osterhase (Osterbilby!)

    © Martin Harvey / WWF

    "bilbies, not bunnies" - mit dieser Kampagne versucht der australische Naturschutzverbund Foundation for Rabbit Free Australia (RFA) aus dem Osterhasen einen Osterbilby zu machen. Hasen wurden nämlich im 19. Jahrhundert von europäischen Einwanderern als spätere Jagdbeute im australischen Busch ausgesetzt. Dort entwickelten sie sich aber aufgrund ihrer starken Vermehrung schnell zu einer Plage und stellen eine Bedrohung für die Natur und die Landwirtschaft Australiens dar. Der Bilby hingegen ist in Australien vom Aussterben bedroht. Seit 1993 werden in vielen Supermärkten Schokoladenbilbies verkauft, wobei ein Teil des Erlöses dem Schutz der bedrohten Tierart zu Gute kommt. Mit diesem Geld wird ein gut 14 Quadratkilometer großes Gebiet für einheimische Tierarten gepflegt und umzäunt, um die Tiere vor Wildkrankheiten und unwillkommenen Räubern wie Katzen und Füchsen zu schützen. Dort soll sich auch die Bilby-Population unter ständiger Beobachtung und Erforschung wieder vergrößern. (Quelle)

    3. Osterkörbe
    Bitte hier auf Ostergras verzichten, denn am Ende des Tages gelangt es eh nur in die Umwelt oder landet im Müll. Nutzt doch stattdessen eure Schmierpapier-Vorräte. Einfach grün anmalen und dann in Streifen schneiden. Auch Heu eignet sich gut. Und statt Osterkörben aus Plastik oder unkontrollierter Papier-Produktion eignet sich als nachhaltige Nest-Alternative auch ein ausgewaschenes Marmeladenglas. Eierkartons oder Camembert-Schachteln aus Holz können ebenfalls zum Nest umfunktioniert werden.

    4. Geschenke
    Was kann man nur alles bei Geschenken falsch machen…

    Der Tipp, der immer wieder aufkommt, aber auch wirklich Hand und Fuß hat, ist: Schenkt Zeit. Schenkt Erlebnisse. Und schenkt Begegnungen. Unser ultimative Tipp für einen Geschenkwunsch zu Ostern:

    Bei den Change Days wird getanzt, diskutiert, gelacht und genossen. Vier Tage lang sind wir mitten in der Natur, fernab von Stadtlärm, Unistress und vollen To-Do-Listen. Euch erwarten spannende Workshops zu Naturfotografie, FridaysForFuture, Kampagnenarbeit und vieles mehr. Zu mehr Informationen und dem Ticketverkauf geht es hier.

    Übrigens endet mit den Feiertagen auch die Fastenzeit. In diesem Bericht haben wir euch Inspirationen gegeben, worauf sich sieben Wochen lang verzichten lässt. Wenn ihr tatsächlich beim Klimafasten mitgemacht habt, teilt uns doch gerne mal eure Erfahrungen mit. Behaltet ihr eure Gewohnheiten bei?

Kommentare

1 Kommentar
  • SteffiFr
    SteffiFr die Idee mit dem Osterbilby ist ja toll ;-)
    Eine Alternative zum (künstlichen) Ostergras ist echtes Ostergras, z.B. Gerstengras vor Ostern in einer Schale aussähen und an Ostern dekorieren. Kann danach aufgegessen werden ;-)
    14. Apr.